Schneesport mal anders – No-Handicap Skifahren

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ST. CHRISTOPH. Frei nach dem Motto „Je verrückter, je besser“, ist man einiges an extravaganten Abfahrtsmöglichkeiten aus dem Wintersport gewöhnt. Paragleiter auf Skiern, Sitz-Ski-Schlitten, Telemark, Raceboard, Trickski, der Fantasie ist kein Ende gesetzt. Aber wie sehr sind wir die Ansicht von Sitz-Skigeräten, wie zum Beispiel Monoski und Dualski, für Menschen mit Behinderung gewohnt?
Eine Gruppe Menschen, aus den Niederlanden, Frankreich, Deutschland und Österreich trafen sich am vergangenen Wochenende im Skigebiet von St. Anton am Arlberg um sich in Sachen Behinderten Skifahren, mittlerweile auf das politisch korrektere „No Handicap Ski“ umbenannt, auszutauschen.

Toller Skitag

Trotz des schlechten Wetters war die Motivation groß und so fand sich die zwölfköpfige Gruppe bei einem Begrüßungsgetränk, gesponsort vom Sportgeschäft Jennewein, im Ski Austria Cafe in St. Christoph ein. Der Übungshang dort lieferte perfekte Bedingungen zum Einstieg in die Materie. Christoph Kessler kam den weiten Weg aus dem Schwarzwald angereist, um zum ersten Mal seit seiner Erkrankung an Multiple Sklerose wieder Skilaufen zu gehen. Dank der Initiative der Skischule A-Z und dem Schiclub in Pettneu wurde der Rahmen vor Ort geschaffen, dazu kam die große Unterstützung der französischen Firma Tessier, welche einen Kleinbus voller Testgeräte mit Richard Roul nach St. Anton schickte. Die Niederländische Organisation „Shos“, welche vor Ort durch Tjeerd Beijleveldt und Raymond van Harwegen vertreten wurde, übernahm die professionelle Betreuung der Fahrgeräte auf der Piste. Die Stiftung „Shos“ wurde bereits 1998 in den Niederlanden gegründet. „Behindert ist man nicht, behindert wird man nur“, war der Ausgangspunkt der Stiftung, welche sich der Aufgabe widmet, Menschen mit geistig- körperlichen Handicap das selbstständige Skifahren zu erlernen. Seither widmen sich Skilehrer_Innen, auf ehrenamtlicher Basis, dem Einzelunterricht für Menschen mit Handicap und deren Begleitpersonen. Dementsprechend selbstständig bewegten sich die Teilnehmer durch das Skigebiet von St. Anton am Arlberg. Die Ansicht der Dualskigeräte mit den lernwütigen Insassen und deren Begleitung sorgten für erstaunte Blicke auf der Piste! Sowohl von den Wintersportgästen als auch vom Liftpersonal wurde die Initiative jedoch wohlwollend angenommen.
Auch für das gut geschulte Liftpersonal stellt die Ein-und Ausstiegssituation mit einem Sitz-Skigerät eine neue Herausforderung dar. Sobald man die Tricks der Systeme kennt ist es ein Kinderspiel, deswegen gaben die Profis Richard (Tessier), Tjeerd und Raymond (Shos) die Einweisungen an alle Helfer und das Liftpersonal weiter, um den Umgang mit den Geräten sicher und professionell zu gestalten. So wurde das Lernen für alle involvierten ein leichtes und der Spaß kam nicht zu kurz.

Autor:

Jasmin Olischer aus Landeck

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