Beim Almbauerntag im Kaunertal wurde Bilanz gezogen
Bewirtschaftung der Almen nachhaltig absichern

Landesobmann Almwirtschaft Josef Lanzinger, Bundesobmann Almwirtschaft Erich Schwärzler, Alminger Meinrad Huter (Kaunerberg, 47 Almsommer), LH-Stv. Geisler Josef und Bezirksobmann Elmar Monz.
  • Landesobmann Almwirtschaft Josef Lanzinger, Bundesobmann Almwirtschaft Erich Schwärzler, Alminger Meinrad Huter (Kaunerberg, 47 Almsommer), LH-Stv. Geisler Josef und Bezirksobmann Elmar Monz.
  • Foto: Johannes Plattner
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KAUNERTAL/TIROL. Durch engagierte „Almerer“ bleibt die traditionelle Almwirtschaft in Tirol erhalten. Beim heurigen Almbauerntag wurden für diese wichtige Aufgabe Ehrungen verliehen. Im Veranstaltungssaal Quellalpin im Kaunertal kamen 100 Mitglieder des Almwirtschaftsvereins zusammen, um den „Festtag der Almwirtschaft“ zu feiern. In spannenden Vorträgen ging es dabei sowohl um die Zukunft aber besonders auch um diejenigen, die in der Vergangenheit viel zum Erhalt einer intakten Almwirtschaft beigetragen haben.
„In Tirol spielt die Almwirtschaft eine große Rolle, nicht nur für die Bäuerinnen und Bauern, sondern für die gesamte Bevölkerung und den Tourismus. Die Almen tragen maßgeblich zum Schutz der Täler vor Naturgefahren bei, gleichzeitig hat Tirol mit der Almwirtschaft und ihren Lebensmitteln ein Alleinstellungsmerkmal, das wir noch stärker nutzen wollen. Ziel ist es, die Wertschöpfung aus den hochwertigen Almprodukten zu erhöhen und die Bewirtschaftung der Almen nachhaltig abzusichern“, erklärt Landeshauptmann Stellvertreter, Josef Geisler. Schon vor 70 Jahren wurde erkannt, wie wichtig intakte Almen in Tirol sind. Deshalb wurde damals der Tiroler Almwirtschaftsverein gegründet. Den „Almerern“, die ihre Arbeit mit viel Herzblut und Einsatz machen, gilt ein besonderer Dank. Stellvertretend für alle, wurden am Samstag die Almbewirtschafter mit der besten Milchqualität und jene, die besondere Dienste rund die Almwirtschaft verbracht haben, geehrt.

Tiere auf der Alm halten

„75 Prozent der Flächen in Tirol liegen oberhalb von 1000 Metern. Deshalb ist es für die Landwirte sehr wichtig, auch die höher gelegenen Flächen nutzen zu können“, unterstreicht Josef Hechenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer. Vom Almschwein, übern Almochs bis zur Almmilch. In luftigen Höhen werden hochwertige Produkte hergestellt, die nicht zuletzt auf das hohe Tierwohl zurückzuführen sind. Denn wer schon einmal eine Kuh, ein Schwein oder ein Schaf auf der Alm gesehen hat weiß, wie wohl sich die Tiere dort fühlen. „Die Almprodukte werden von den Tirolern sehr geschätzt, wofür sie auch einen gewissen Mehrpreis zahlen. In Zukunft soll die Vermarktung dieser Produkte ein immer stärkeres finanzielles Standbein für die Almbewirtschaftung sein“, so Clemens Mair, Geschäftsführer Stellvertreter der Agrarmarketing Tirol, in seinem Referat zu Almprodukten. Josef Lanzinger, Obmann des Tiroler Almwirtschaftsverein hackt hier ein: „Wir müssen die ‚Almerer‘ fördern und gute Rahmenbedingungen für die Almwirtschaft schaffen. In den letzten Jahren wurden immer weniger Tiere auf die Alm getrieben. Dadurch beginnen Weideflächen zu verbuschen. Unser Ziel ist es, möglichst viele Tiere auf der Alm zu halten.“

Tirols Almen in Zahl

Auf rund 2.100 Almen werden ca. 380.000 ha bewirtschaftet. Dort verbringen um die 31.800 Milchkühe, 77.000 Stück Galtvieh, 3.100 Pferde, 68.000 Schafe und 5.900 Ziegen ihren Sommer. Das sind in etwa 180.000 Tiere, die von 10.000 unterschiedlichen Tierhaltern aufgetrieben werden. Ca. 3.100 Hirten erledigen die täglichen Arbeiten auf den Almen Tirols. Von den über 2.000 Almen sind 334 Almen unerschlossen und nur über einen Fußweg oder mit einer Seilbahn erreichbar. Das Leben auf den Almen verläuft heute noch einfach, so haben nur 30 % der Almen einen Stromanschluss. Ein weiteres Drittel hat ein eigenes Kraftwerk oder ein Dieselaggregat und auf circa 25% der Almen gibt es überhaupt keinen Strom.

Ehrungen Almpersonal Bezirk Landeck

Meinrad Huter aus Kaunerberg, 47 Almsommer
Markus Habicher aus Nauders, 38 Almsommer
Armin Schaffenrath aus Pfunds, 32 Almsommer
Emmerich Tschuggmall aus Fließ, 27 Almsommer
Gert Schaffenrath aus Pfunds, 18 Almsommer
Alexandra Marth aus Serfaus, 25 Almsommer
Daniel Eberhart aus Fendels, 18 Almsommer
Rudolf Jehle aus Kappl, 17 Almsommer

Bronzenes Ehrenzeichen

für besondere Verdienste um die Tiroler Almwirtschaft
Eugen Fink aus Schönwies, Obmann
Karl Tragseiler aus Prutz, Obmann
Armin Kofler aus Prutz, Obmann
Adolf Jehle aus Kappl, Obbmann
Alfons Stark aus Kappl, Obmann
Franz Hangl aus Pfunds, Obmann
Werner Gotsch aus Pfunds, Bergmeister
Reinhard Thöni aus Pfunds, Kassier
Herbert Greil aus Pfunds, Schriftführer
Edmund Tumler aus Pfunds Obmann-Stellvertreter
Rudolf Oeg aus Pfunds, Kassier
Siegfried Gager aus Pfunds, Bergmeister
Oskar Wachter aus Pfunds, Obmann-Stellvertreter
Gerhard Gabl aus Pfunds, Kassier
Erwin Ploner aus Pfunds, Obmann
Siegfried Schaffenrath aus Pfunds, Obmann

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