Landesinnungsmeister Simon Kathrein
"Der Holzbau erlebt derzeit eine Renaissance"

Holzbau-Landesinnungsmeister Simon Kathrein: "Wir erleben derzeit eine Renaissance im Holzbau."
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BEZIRK/FLIEß (otko). Holzbau-Landesinnungsmeister Simon Kathrein spricht über aktuelle Trends und Entwicklungen.

Holzbau ist im Aufschwung

Der engagierte Unternehmer Simon Kathrein ist seit 2013 Holzbau-Landesinnungsmeister. Bei einem Besuch in seinem Betrieb in der Fließer Au spürt man richtig seine Leidenschaft und die Begeisterung für den Baustoff Holz. Der gelernte Tischler und Zimmermann ist seit 13 Jahren selbstständig und führt erfolgreich einen Betrieb mit zehn Mitarbeitern.
Gerade in den ländlichen Bereichen erlebt der Holzbau seit Jahren eine Renaissance. "Derzeit läuft es in der Branche gut und die Auftragsbücher sind voll. Der traditionelle Baustoff liegt bei den Einfamilienhäusern mittlerweile zwischen 80 und 90 Prozent. Gerade bei Aufstockungen und Zubauten geht es mit Holz sehr schnell. In den Städten fehlt noch der Holzbau und auch beim mehrgeschossige Bauten ist noch viel Luft nach oben", informiert der Landesinnungsmeister. Als Baustoff ist Holz leicht, natürlich, nachhaltig und umweltfreundlich. Zudem bleibt auch die Wertschöpfung in der Region.

Facharbeitermangel

Auch der Holzbau klagt über einen Mangel an Facharbeitern. "Auch in der Baubranche müssen wir schauen, dass die Mitarbeiter gut bezahlt und ausgebildet werden. Ich nehme jedes Jahr einen Lehrling und wir bekommen auch gute Leute, da es wenig Betriebe im Oberland gibt", betont Kathrein. Jeder Betrieb soll aber die Chancen wahrnehmen, was in Sachen Lehrlinge von der Wirtschaftskammer und der Innung gemacht wird. Gerade bei Aktionen wie "Erlebniswelt Baustelle" oder die Lehrberufsmessen soll als Gelegenheit genutzt werden, um Lehrlinge für den Holzbau-Beruf zu begeistern.

Zwei Lehrberufe

Im Holzbau gibt es die zwei Lehrberufe Zimmerer (3 Jahre) und Zimmereitechniker/-in (4 Jahre). Neben handwerklichem Geschick brauchen interessierte Jugendliche auch ein technisches Verständnis und räumliches Vorstellungsvermögen. "Ein Zimmerer muss auch gerne im Freien arbeiten und ist dort den Witterungsverhältnissen ausgesetzt. Schwindelfreiheit und Begeisterung gehören auch dazu", erklärt Holzbau-Landesinnungsmesiter Kathrein. Generell werde es aber immer schwieriger Lehrlinge zu finden. "Es braucht auch in Zukunft gut ausgebildete Facharbeiter und man kann mit einer Lehre immer noch alles machen. Leute mit einer guten Handfertigkeit sind auch in anderem Branchen gefragt", weiß Kathrein. In diesem Zusammenhang appelliert er auch an alle Holzbaubetriebe sich aktiv um Lehrlinge zu kümmern.

Weiterbildung forcieren

Um den Aufschwung nachhaltig abzusichern, wird derzeit die Aus- und Weiterbildung kräftig forciert. Mit dem TiroLignum an der Fachberufsschule für Holztechnik in Absam wurde ein eigenes Ausbildungszentrum eröffnet. In diesem Kompetenzzentrum kooperieren das Land Tirol, die Universität Innsbruck, die Landesinnung Holzbau, Hundegger Maschinenbau und proHolz. "Dort wird eine Aus- und Weiterbildungsschiene nach der Lehre für Facharbeiter bis hin zu den Meistern angeboten. Im Herbst/Winter starten die ersten Kurse", informiert Kathrein.
Daneben wird an der HTL Imst seit Herbst 2017 ein eigener Holzbauschwerpunkt angeboten. "Solche eigenen Holzbau-HTL-Ingenieure sind für die Zukunft wichtig", ist der Landesinnungsmeister überzeugt.

Mehr Digitalisierung

Wie in allen Branchen geht auch das Thema Digitalisierung an der Holzbaubranche nicht vorbei. Künftig wird am Bau alles digitalisert, von der Ausschreibung bis hin zu den Modellen, wo man sieht was die einzelnen Gewerke eingebaut haben. Im Holzbau hat die moderne Technik aber schon vor über 15 Jahren Einzug gehalten. Zum Beispiel werden Dachstühle digital gezeichnet und dann an die Maschinen weiter gegeben. "Durch die Digitalisierung mache ich heute mit zehn Mitarbeitern gleich viel Umsatz, wie früher eine Zimmerei mit 40 Mitarbeitern. Für die Zukunft sehe ich klar, dass künftig mehr Leute im Büro arbeiten als am Bau", so Landesinnungsmeister Kathrein abschließend.
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Autor:

Othmar Kolp aus Landeck

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