Nächtigungen: Sommer-Hoch zurückhaltend

Serfaus – im Bild die Seealm Hög – ist zur Sommer-Halbzeit 2018 der Nächtigungskaiser im Bezirk Landeck.
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  • Serfaus – im Bild die Seealm Hög – ist zur Sommer-Halbzeit 2018 der Nächtigungskaiser im Bezirk Landeck.
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BEZIRK LANDECK. Die erste Hälfte der Sommersaison zeigt sich zurückhaltend. Mit 1,14 Millionen Nächtigungen von Mai bis Juli 2018 konnte ein Plus von 2,13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erzielt werden. Die Zunahme um 24.000 Nächtigungen fällt trotz anhaltendem Sommer-Hoch gering aus. Die Ankünfte legten um Plus 2,3 Prozent zu. In Summe sind das 7.000 Gäste mehr. Knapp 300.000 Urlauber weilten bisher im Bezirk. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer ist mit 3,9 Tagen unverändert.
„Der Bergsommer liegt im Trend. Überall! Das ist unumstritten. Die Entwicklung der letzten Jahre zeichnet dies ab. Vor fünf Jahren standen wir bei 900.000 Nächtigungen zur Halbzeit. Was zählt, ist qualitatives Wachstum. Vom in den Medien prophezeiten Jahrhundert-Sommer sind wir allerdings weit entfernt“, hält Alexander von der Thannen, Hotelier in Ischgl und Tourismussprecher für den Bezirk Landeck in der Wirtschaftskammer, fest.

Gäste-Plus aus Deutschland

Das Plus in der Zwischenbilanz ist insbesondere auf die deutschen Gäste zurückzuführen. Mit +4,7 Prozent sorgten die Deutschen für 20.000 Nächtigungen mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Positiv entwickelt sich auch der Inlandsmarkt. Die Nächtigungen österreichischer Gäste sind um +4,1 Prozent gestiegen. Leichte Zuwächse gab es auch aus Belgien, Israel, Italien, dem Vereinigten Königreich und der Tschechischen Republik. Rückgänge sind vor allem aus der Schweiz, Frankreich, Polen und Ungarn zu verzeichnen.
„Das Gäste-Plus aus Deutschland ist unter anderem auch auf vermehrte Turbulenzen im Flugverkehr zurückzuführen. Immer mehr Urlauber reisen mit dem Auto. Und das natürlich kurzfristig“, erläutert von der Thannen.

Erfreuliche Zuwächse

Serfaus, Fiss, Nauders, St. Anton und Kaunertal sind die nächtigungsstärksten Gemeinden im Bezirk Landeck und reihen sich auch unter die Top-50 in Tirol.
Serfaus verbucht zur Halbzeit-Bilanz 186.000 Nächtigungen (+1,3 %), Fiss 147.000 (+1,0 %), Nauders 110.000 (+1,8 %), St. Anton 90.000 (+9,3 %) und Kaunertal 70.000 Nächtigungen (-1,6 %).
„Insgesamt ist der Verlauf der Saison bisher nicht zufriedenstellend. Die Steigerungen vom Juni und Juli konnten im August bei weitem nicht gehalten werden. Gespräche mit Berufskollegen ergeben, dass die Buchungen in den Top-Destinationen sogar stagnieren“, so von der Thannen.
Über eine gelungene Halbzeit-Bilanz können sich Gemeinden wie Fendels (+21,2 %), Kauns (+21,4 %), Pettneu (+8,4 %), Prutz (+5,3 %), Ried (+3,8 %), See (+6,7 %), Tobadill (+7,0 %) und Zams (+3,9 %) freuen.

Steigender Wettbewerb

„Ankunfts- und Nächtigungszahlen allein sagen jedoch nichts über den wirtschaftlichen Erfolg der Betriebe aus. Entscheidend ist die Wertschöpfung. Die Situation in der Branche ist nach wie vor sehr angespannt. Der massive und weiter steigende Wettbewerb auf internationaler Ebene erzeugt im Sommer nach wie vor einen enormen Preisdruck. Gezielte Werbung und die weitere Profilierung unseres Angebotes sind unumgänglich“, betont Alexander von der Thannen.
„Der Sommer im Bezirk Landeck zeigt bezüglich den Nächtigungen wieder ein leichtes Plus. Für mich ist dies der Beweis, dass wir es auch immer Sommer immer mehr schaffen, der großen Konkurrenz Strand, Sonne und Meer Parole zu bieten. Um diese Leistung Jahr für Jahr im Sommer zu erreichen, wird im Tourismus permanente Höchstleistung erbracht und dies in Zeiten des Fachkräftemangels", so KommR Anton Prantauer, Bezirksobmann der Wirtschaftskammer Landeck,. Die Nächtigungszahlen seien natürlich nur eine Seite der Medaille. Die Wertschöpfung für die einzelnen Betriebe muss natürlich auch passen und hier gibt es sicherlich noch Aufholpotenzial. Studien beweisen immer wieder, dass vor allem Urlaub in den Bergen weiteres Wachstumspotenzial hat und hier spielen unsere Bergbahnen eine große Rolle, welche unsere Berge zum Erlebnis machen.
"In Summe ist der Trend positiv, dennoch gibt es die Schattenseite des permanenten Fachkräftemangels und hier ist auch die Politik gefordert. Asylwerber, die sich nachweislich gut integriert haben und fleißig unsere Sprache lernen, sollten ein Bleiberecht und die Möglichkeit einer Lehre bekommen. Asylwerber in der Lehre, welche in unserem Land bleiben wollen, wären unsere Fachkräfte von morgen, welche ja in der Lehre von unseren Betrieben ausgebildet werden", appelliert Prantauer an die politisch Verantwortlichen.

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