Unverständnis in Ischgl

Seilbahn-GF Hannes Parth: „Jetzt werden seltene Pflanzenarten aufs Tapet gebracht, um das Projekt zu Fall zu bringen“
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  • hochgeladen von Herbert Tiefenbacher

Piz Val Gronda: „Der Alpenverein ist einfach zu mächtig“, so GF Parth

Die Feststellung des Landes, dass das „vorliegende Material nur einen negativen Bescheid für das Seilbahnprojekt auf den Piz Val Gronda rechtfertigt“, sorgte vor allem in Ischgl für Ärger.

ISCHGL (tani). Bei der Umweltabteilung liegen n. a. drei vogelkundliche und drei botanische Gutachten. Wenn man diese anspricht, bringt das Hannes Parth, Bergbahn-GF, in Rage: „Da werden solange Stellungnahmen eingeholt bis man das gewünschte Ergebnis hat“. Zuerst seien es die Steinhühner gewesen. Weil aber der unabhängige Sachverständige feststellt habe, dass sich das Gebiet um den Piz Val Gronda nicht als ständiger Lebensraum für diese Vögel eigne, würden nun seltene Pflanzenarten aufs Tapet gebracht, um das Projekt zu Fall zu bringen. „Diese waren in den 25 Jahren der Projektdiskussion noch nie ein Thema“, ärgert sich Parth. Er will nun ein Gegengutachten diesbezüglich einholen. Dazu gewährte das Land eine Fristverlängerung bis November 2011. „Aber man wird nachher wieder etwas finden, um das Projekt zu blockieren. „Der Alpenverein ist einfach zu mächtig“, so Hannes Parth.

LA Anton Mattle (ÖVP) hält den Lift für notwendig, damit Ischgl im globalen Wettbewerb, gerade gegen die Großen wie Frankreich, bestehen könne. „Es ist ja nur eine Skigebietserweiterung und keine Neuerschließung“. LA Hans-Peter Bock (SPÖ) meinte: „Die Politik hat den Ischglern nicht einlösbare Versprechungen gemacht. Einlösbar wären diese nur, wenn auch die Gesetzte dementsprechend geändert worden wären. Jetzt gilt es Farbe zu bekennen“.

Meinung
Die unendliche Geschichte
Das Projekt Piz Val Gronda ist schon längst zur unendlichen Geschichte geworden. Fast ein Vierteljahrhundert werden die Ischgler mit leeren Versprechungen hingehalten. Und wenn das so weiter geht, dauert das bis Ultimo. Um das durchzustehen braucht es gute Nerven, eine „Eselsgeduld“ und eine „Elefantenhaut“.
Das Spiel muss man sich vorstellen: Da investiert der Seilbahn-Betreiber zig-tausende Euros in verschiedene Studien und Gutachten, um das Projekt zur Einreichreife zu bringen. Und dann wieder tausende Euros in entsprechende Gegengutachten, um die von Sachverständigen der Behörde und Projekt-Gegnern aufgezeigten Bedenken widerlegen zu können. Jetzt wird bereits die zweite Fristerstreckung gewährt. Und jede Fristerstreckung bedeutet, dass das Verfahren ein weiteres Jahr in die Länge gezogen wird.
Jetzt ist die Politik gefordert, hier endlich klare Kante zu zeigen und sich den Dingen zu stellen. Die jetzige Führungsklasse im Land soll von der zu lange praktizierten Beamten-Vorschiebe-Politik lassen. Hier hat LA Hans-Peter Bock recht, wenn er meint: „Die Politik hat den Ischglern nicht einlösbare Versprechungen gemacht. Einlösbar wären diese nur, wenn auch die Gesetze dementsprechend geändert worden wären. Jetzt gilt es Farbe zu bekennen“.

Autor:

Herbert Tiefenbacher aus Landeck

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