08.07.2017, 14:20 Uhr

St. Anton: Einweihung der Alternativroute des Jakobswegs

Gabriele Pfeifer (Jakobsgemeinschaft), Ferdinand Treml (Obmann Jakobsgemeinschaft), Bgm. Helmut Mall, Markus Senn (Sennhütte), Pfarrer Augustin Kouanvih, Tanja Senn (Sennhütte) und Autor Peter Lindenthal. (Foto: Lisi Zangerl)

Das Teilstück des Jakobswegs zwischen St. Anton und St. Christoph ist nun bei jeder Witterung begehbar. Neben der klassischen Route durch die Rosannaschlucht wurde am 2. Juli im Rahmen einer Heiligen Messe und einer feierlichen Einweihung auf der Sennhütte offiziell eine Alternativroute eröffnet.

ST. ANTON. Der Jakobsweg erlebte einen wahren „Hype“ in den vergangenen Jahren. So ist dieser eigentlich kein Weg im herkömmlichen Sinn, viel mehr eine Vielzahl von Pilgerwegen quer durch Europa, die aber alle das Grab des Apostels Jakobus im spanischen Santiago de Compostela zum Ziel haben.
Peter Lindenthal ist ein österreichischer Autor einer Vielzahl von bekannten Büchern über den Jakobsweg und hat vermutlich durch diese literarischen Werke das Pilgern entlang des Jakobswegs populärer gemacht. Der Autor selbst war gemeinsam mit Vertretern der Jakobsgemeinschaft Tirol unter Obmann Ferdinand Treml am 2. Juli zu Gast in St. Anton, wo diese Alternativroute eingeweiht wurde, die direkt an der Sennhütte vorbeiführt. Zuerst wurde diese Feierlichkeit mit einer Heiligen Messe in der Pfarrkirche St. Anton, abgehalten von Pfarrer Augustin Kouanvih, eingeläutet, im Anschluss folgte die Einweihung auf der Sennhütte.
„Der Jakobsweg hat eine große Bedeutung – es ist toll, dass es nun eine zweite Variante von St. Anton nach St. Christoph gibt“, lobte auch Bürgermeister Helmut Mall. Durch diese zweite Variante ist nun der Jakobsweg auf diesem Teilstück witterungsunabhängig begehbar, da die Route durch die Rosannaschlucht bei Ereignissen wie Muren, etc. oftmals nicht begehbar war.

Der höchste Punkt in St. Christoph

Und noch einen weiteren Punkt brachte der Bürgermeister dabei zur Sprache: So ist die Passhöhe in St. Christoph der höchste Punkt des gesamten Jakobswegs auf einer Seehöhe von knapp 1.800 Metern. „Jakobspilger kehren mit tollen Erinnerungen Heim“, so Mall abschließend. „Bereits im 12. Jahrhundert wurde der Weg über den Arlbergpass passiert“, wusste auch Autor Peter Lindenthal und: „Zwischen Flirsch und Pettneu geht man heute teils noch auf den ursprünglichen Wegen.“ „Es ist toll, dass nun der Jakobsweg witterungsunabhängig begehbar ist“, freute sich auch Lindenthal.


Initiative der Jakobsgemeinschaft

Die Jakobsgemeinschaft Tirol ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Gläubigen, denen die Verehrung des Heiligen Apostel Jakobus des Älteren und das Unterwegssein auf alten und neuen Pilgerwegen - insbesondere auf Jakobs- und Rompilgerwegen - im Sinn der pilgernden Kirche ein Anliegen ist. Diese Gemeinschaft ergriff auch die Initiative, unter ihnen auch die St. Antonerin Gabriele Pfeifer. Zur feierlichen Eröffnung kam Folge dessen eine 20köpfige Gruppe nach St. Anton, die zuerst an einer Heiligen Messe teilgenommen hat. Im Anschluss an die Einweihung der Alternativroute auf der Sennhütte, pilgerten die Mitglieder weiter nach St. Christoph – als sozusagen „Erste“ auf der nun offiziell eingeweihten zweiten Route.

Suche nach dem Sinn des Lebens

St. Antons Pfarrer, Augustin Kouanvih, nahm zum einen die feierliche Einweihung vor, auch bezog er Stellung zum Pilgerweg: „Viele sind unterwegs, um ihr Innerstes zu finden – viele Menschen gehen diesen Weg, nachdem sie Schicksalsschläge verkraften mussten oder allzu gestresst sind. Oder einfach nur, um den Sinn des Lebens zu finden – oftmals pilgern auch Menschen, die mit der Kirche an und für sich nichts zu tun haben“, so der Seelsorger. „Ursprünglich hat es die Route vorbei an der Sennhütte schon gegeben“, wusste Tanja Senn. Von nun an ist dieses Teilstück jedenfalls ganzjährig mit zwei unterschiedlichen, landschaftlich reizvollen Panoramarouten begehbar.
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