14.08.2016, 23:17 Uhr

1500 Jahre Stadtpfarrkirche Landeck

Alterzbischof Dr. Alois Kothgasser segnete die Marienstatue und den neuen Standort.
LANDECK (jota). Das hätte sich vor elf Jahren, als mit den ersten Überlegungen für die Renovierung der Stadtpfarrkirche Landeck begonnen wurde, niemand gedacht, dass man heuer 1500 Jahre Stadtpfarrkirche feiern kann.
Die Eröffnung der Jubiläumswoche startete mit einem Vortrag von DI Fritz Falch über die Restaurierung der Stadtpfarrkirche, anschließend wurden die Patenschaftsurkunden sowie die Gedenkmünzen überreicht.
Dank gab es von Alterzbischof Dr. Alois Kothgasser, von Seiten des Landes durch LH Günther Platter, Bgm. Dr. Wolfgang Jörg und Finanzkammerdirektor Mag. Markus Köck, die die Leistungen aller Verantwortlichen besonders hervorhoben.
Höhepunkt war die 750. Lichter-Prozession durch die Stadt mit der Übertragung des Wallfahrtsbildes "Unsere Liebe Frau vom Finstern Walde" zum neuen Altarraum in der Kirche und die Segnung der Statue sowie des neuen Standortes durch den Alterzbischof.
Dekan und Pfarrer Martin Komarek konnte anlässlich der Feierlichkeiten zahlreiche weitere Ehrengäste begrüßen, ua Diözesankonservator Rudolf Silberberger, Abt German Erd, den ehemaligen Dekan Pater Erich Geir oder BH-Stv. Mag. Siegmund Geiger.
"Wir hätten uns nie gedacht, welch historisch und religiös bedeutsamen Entdeckungen wir durch die aufwendige Restaurierung machen", so DI Fritz Falch in seinen Ausführungen. Es gab fünf Vorläuferkirchen, von denen niemand etwas gewusst habe, deshalb sei eine genaue Dokumentation absolut wichtig. 1266 wurde die Kirche erstmals urkundlich erwähnt. Funde belegen, die erste Kirche gab es seit 430 n. Chr.
Die Kirche sei präzise im Oktavmaßstab gebaut, eines der schönsten spätgotischen Tafelbilder der Kirche wurde im 19. Jhdt. an das Ferdinandeum verschenkt und wird dort ausgestellt. Die bedeutenden Altäre, das Taufbecken von 430 n. Chr., das Grabmal von Oswald von Schrofenstein oder sein Schwert sind in der Kirche zu sehen.
Die Neugestaltung des Altarraumes wurde mit Natursteinen aus Jerusalem und Holz aus Palästina ausgeführt. "Die Vergoldung wurde der Spätgotik nachempfunden", erklärte Falch. Fresken aus der Romanik stellen besonders wertvolle Funde dar, die Restaurierung werde noch viel Zeit in Anspruch nehmen. Auch die Fenster, die künstlerisch sehr bedeutend sind, sollen renoviert werden, weshalb sich der Restaurierungsausschuss noch nicht auflösen werde.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf 2,5 Mio. Euro, die sich das Land Tirol, die Landesgedächtnisstiftung, das Bundesdenkmalamt, die Archäologie, die Stadtgemeinde Landeck, die Diözese und viele Spender teilen.
"Die gesamte Kirche ist eine Zeitzeugin der Kunst in der Region, die Bedeutung unermesslich", so Falch weiter.
Dank für seinen unermüdlichen Einsatz gab es auch an Pfarrer Komarek, der ua ein Bild von Elmar Peintner überreicht bekam.
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