11.06.2017, 16:23 Uhr

2/3 Gericht als immaterielles Kulturerbe eingereicht

Ein historisch bedeutsamer Moment: Alfons Falch, Bernd Kolp, Harald Sieß, Manfred Matt, Helmut Mall, Patrick Wolf, Kurt Tschiderer und Peter Zangerl beim Unterschreiben des Antrages, dass das 2/3 Gericht Unesco Kulturerbe werden soll.
PETTNEU (jota). Die alte Nessler Taja wurde nicht nur wieder feierlich eingeweiht, sondern in ihren Räumlichkeiten wurde der Antrag, dass das 2/3 Gericht immaterielles Kulturerbe werden soll, unterschrieben.
Kurt Tschiderer als Hauptinitiator verweist auf die geschichtsträchtigen Traditionen, was das 2/3 Gericht bedeutet. Auch hänge die Besiedelung des Stanzertales eng mit dem 2/3 Gericht zusammen, erläutert Bgm. Manfred Matt.
Gewalthaber Alfons Falch verwaltet das 2/3 Gericht und ist ua für den geregelten Almablauf zuständig. "Derzeit haben wir 7 Hirten, die 200 Mutterkühe, 610 Schafe, 70 Rösser, 297 Stück Galtvieh, 97 Hochlandrinder und 70 Ziegen im Verwall und Moostal betreuen", so Falch, der 2015 Nachfolger von Langzeit-Gewalthaber Paul Ruetz wurde, der diese Tätigkeit 25 Jahre lang ausgeübt hatte. Falch war in dieser Zeit sein Stellvertreter.
4500 ha Grund gehören zum 2/3 Gericht im Stanzertal, es reicht bis Alperschon, Gampenalpe oder Schafberg. 1869 wurden die Melkalmen auf die Gemeinden aufgeteilt. "Von den Gemeinden St. Anton, Pettneu, Flirsch, Strengen, Pians, Grins, Stanz, Landeck-Perfuchs und Perjen, Tobadill, Kappl und See haben die Leute das Recht, ihre Tiere hier aufzutreiben", erklärt Falch, allerdings sei der Viehrückgang auch hier zu spüren und es kommen Tiere von weiter her.
Bei der "Hutverlassung", die jährlich in Pians stattfindet, werden die Hirten wieder neu bestellt. 16 Hütten von Hirten und Jägern liegen im 2/3 Gericht, die verwaltet und erhalten werden müssen. "Paul Ruetz hat hier Hervorragendes geleistet", lobt Falch seinen Vorgänger. Weideverbesserungen sind nun ein großes Anliegen des derzeitigen Gewalthabers.
Der Antrag, dass das 2/3 Gericht in das UNESCO-Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes Österreichs aufgenommen wird, wurde von den Bürgermeistern, den 2/3 Gerichts-Vertretern sowie vom Gewalthaber unterschrieben. Ein Ergebnis wird für den Herbst erwartet.
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