29.11.2016, 11:25 Uhr

Bitte für unsere Familie,Seliger Otto Neururer!

Pfarrer Otto Neururer war der Lehrer des späteren Innsbrucker Bischofs Reinhold Stecher, worauf das "Religionsheft Reinhold Stecher" hinweisen möchte.
Fließ: Barbarakirche |

Am Samstag, dem 26. November 2016, lud der langjährige Fließer Pfarrer Martin Riederer in die Fließer Barbarakirche zur Gedenkmesse zur Seligsprechung von Pfarrer Otto Neururer und Pater Jakob Gapp im November 1996 ein.

"Wenn heutige Menschen einem Priester begegnen gehen oft die ersten Überlegungen in den Bereich "Pädophil, Schwul, Verhältnis?"usw. Da ist es gut, wenn es gerade solche Priester als Orientierung, Hilfe und als einen starken Background gibt wie Otto Neururer und Jakob Gapp", meinte der langjährige Pfarrer von Fließ, Martin Riederer, bei seiner Predigt. Er erzählte weiter, weshalb dieser 20. Jahrestag der Seligsprechung der beiden Märthyrer, die von den Nationalsozialisten umgebracht worden waren, auch für ihn persönlich ein 20-jähriges Jubiläum ist.

Zammer Krankenhausseelsorger


Vor 20 Jahren nämlich, am 1. Dezember 1996, hatte er seinen sechsjährigen Dienst als Krankenhausseelsorger bei den Barmherzigen Schwestern in Zams begonnen. Schon am 24. November war er mit einer Pilgergruppe zur Seligsprechung der beiden Priester nach Rom geflogen. Später wurde Riederer dann selbst Pfarrer von Fließ. Unter seiner Leitung wurde die Barbarakirche aufwändig renoviert. Im Zuge dessen wurde auch der Volksaltar erneuert. Nun setzte sich der engagierte Priester sehr dafür ein, dass Fließ für diesen Altar Reliquien von Otto Neururer, der aus Piller stammte, und Papst Johannes Paul II. erhielt. Auch die Neururer-Statue gab er nach eigenen Entwürfen in Auftrag, an der auch am Tag der Gedenkmesse zahlreiche Lichter entzündet wurden. In den Händen hält Neururer das Religionsheft seiner Schülers Stecher. In der Einladung zur Messe hieß es dazu:

"Otto Neururers ehemaliger Schüler, der hochverehrte Bischof Reinhold Stecher schreibt über den Seligen: Neururer ist der einzige Märtyrer, der um der Würde der Ehe willen ins Gefängnis gekommen ist und wegen seiner priesterlichen Pflichterfüllung im KZ ermordet wurde."

Ein ganz besonderer Besucher der Gedenkmesse war der eigens aus Wien angereiste Bibliothekar Werner Rotter. Es sei die einzige Messe gewesen, in der beiden seliggesprochenen Priestern gleichzeitig gedacht wurde. Bei einem Kaffee, im Mutterhaus der Barmherzigen Schwester, wo Riederer seit seiner Erkrankung lebt, erzählte der Kolumnist der Zeitschrift "Christ in der Not aktiv", dass die beiden Seligen in seinem Leben immer wieder gewirkt hätten. Auch Riederer berichtete, dass seit seiner Priesterweihe am 25. Juni 1988, kein einziges Jahr vergangen sei, an dem ihm die beiden nicht begegnet seinen. So hätte er etwa die Kusine Gapps oder eine Schülerin kennengelernt, der der Pater ins Poesie-Album geschrieben habe: "Tue recht und scheue niemand." Ein Motto, dem der Selige selbst bis in den Tod treu geblieben war.

Gapp und Neururer waren zwei von 2720 Priestern, die für ihre Berufung von den Nationalsozialisten ermordet worden waren.
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