09.10.2014, 11:11 Uhr

"Chaos im Kopf": Leben mit Demenz

Leben mit Demenz: Helga Rohra, Bgm. Wolfgang Jörg, Vorstandmitglied Ursula Waibel und SGS-Obmann Toni Pircher.

Der Verein "lichtblicke – demenz.hilfe.tirol" brachte anlässlich des Demez-Info-Abends Helga Rohra nach Landeck.

LANDECK (otko). Der Verein "lichtblicke – demenz.hilfe.tirol" hat sich zum Ziel gesetzt, das Thema Demenz öffentlich zu machen und zu Enttabuisieren. Unter dem Titel "Chaos im Kopf, das Leben mit Demenz" fand vergangenen Dienstag in Zusammenarbeit mit dem Sozial- und Gesundheitssprengel Landeck-Zams-Fließ-Schönwies ein gut besuchter Infoabend im Landecker Stadtsaal statt.
In Vertretung von Vereinsobfrau Ingeborg Freudenthaler erläuterte Vorstandmitglied Dr. Ursula Waibel die Intention des Vereins: "Demenz war davor ein Thema wovon hinter vorgehaltener Hand geredet wurde und sich Betroffene dafür genierten." Durch die persönliche Betroffenheit von Freudenthaler ist dann vor sieben Jahren der Verein entstanden. "Unser Anliegen ist eine Normalität zu erzeugen und über Demenz so zu reden wie über eine Herzkrankheit. Durch diese Normalität wird auch der Umgang damit erleichtert", so Waibel. Der gemeinnützige Verein freut sich über weitere Mitglieder und Spenden.
Bgm. Dr. Wolfgang Jörg dankte den Organisatoren für den informativen Abend: "Demenz kann jeden treffen und wir müssen offen damit umgehen."


Eine Mutbotschaft

Einen beeindruckenden Vortrag lieferte dann Helga Rohra. Die Demenzbetroffene und Aktivistin schilderte ihren Umgang mit der Krankheit. Die gefragte Simultandolmetscher in sieben Sprachen stand mit 54 Jahren am Höhepunkt ihrer Karriere als sie die Diagnose Demenz erhält. Von ihrem alten Leben musste sie Abschied nehmen, da sie nicht mehr so funktionierte, wie es die Gesellschaft erwartet. Rohra ließ sich aber nicht unterkriegen. Anfangs hielt sie Vorträge unter einem Pseudonym, aber bald trat sie aus dem Schatten – so lautet auch der Titel ihres Buches "Aus dem Schatten treten. Die Aktivistin wurde zur Frontfrau und zur 1. Vorsitzenden der Demenzbetroffenen in Europa gewählt.
"Ich habe Demenz und es ist nichts wofür man sich schämen muss. Wir brauchen Menschen die uns helfen. Das Leben ist aber nicht zu Ende, aber es ist ein anderes Leben", gab Rohra eine Mutbotschaft. Derzeit sind in Europa 11,7 Millionen Menschen von Demenz betroffen. Es gibt 100 verschiedene Demenzformen, wobei die Alzheimer-Krankheit die häufigste und bekannteste ist.
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