17.11.2016, 13:40 Uhr

Dämmerungseinbrüche: "Laden Sie keine Einbrecher ein!"

BPK Werner Hauser (re.) und Kriminalreferent Enrico Gabl warnen: "Die meisten Einbrüche finden zw. 17 und 19 Uhr statt!"

Die Tage werden kürzer. Und damit beginnt die Hauptsaison. Nein, nicht im Tourismus, sondern für Einbrecher!

BEZIRK LANDECK (otko). "Laden Sie keine Einbrecher ein!" Dieser Ratschlag im Titel ist nur einer von mehreren, die Bezirkspolizeikommandant Werner Hauser und sein Stv. Enrico Gabl allen gerade jetzt im Herbst ans Herz legen. "Das Angebot für Einbrecher ist zu groß." "100 Euro sind für viele Personen viel Geld." Solche und ähnliche Erkenntnisse sind für Enrico Gabl, den Leiter des Kriminalreferats der Polizei im Bezirk Landeck "täglich Brot". Er und seine Kollegen werden laufend mit Einbruchdiebstählen, und damit zusammenhängend mit der Aufklärung, aber auch mit der Prävention befasst.
Dabei gilt der Bezirk Landeck als vergleichsweise sicher, und die Aufklärungsquote der Landecker Polizei ist hoch. Dass gar nichts passiert, kann man aber auch nicht sagen: "Erfreulicherweise zeigt die Statistik in den letzten Jahren, dass im Bezirk Landeck sehr wenige Delikte dieser Art zur Anzeige kommen. Von Seiten der Polizei werden dennoch wie jedes Jahr verstärkte Überwachungsmaßnahmen gesetzt, um dieses Deliktsfeld auf niedrigem Niveau zu halten", betont Gabl.
Ob das so bleibt, kann er natürlich nicht sagen. Die langjährigen Statistiken belegen allerdings, dass jetzt, da die Tage kürzer werden, die Zahl der Einbrüche zunimmt. "Dämmerungseinbrüche" nennt sich das im Fachjargon.

Einbrecher sind Profis

Die Menschen sind noch auf der Arbeit, wenn es dunkel wird. Das ist verlockend für Einbrecher, gerade dann, wenn hohe Hecken oder geschlossene Zäune den Blick auf das Grundstück verwehren. Sind Fenster und Türen dann noch veraltet oder schlecht gesichert, ist das für Einbrecher – es sind fast ausnahmslos Profis – eine Einladung. Und die sollte man erst gar nicht "aussprechen", indem man etwa Fenster gekippt lässt oder hochwertige Fahrräder nur an die Hauswand lehnt und nicht wegsperrt.
"Ein gekipptes Fenster ist für einen Einbrecher ein offenes Fenster", erklärt Gabl, und meint, dass ein nicht verriegeltes Fenster in Sekunden geöffnet ist. Und das angelehnte, hochwertige Fahrrad vor dem Haus signalisiert, "hier ist etwas zu holen."

Urlaube nicht ankündigen

Eine "Einladung" anderer Art sprechen viele Menschen über soziale Netzwerke, etwa Facebook, aus: "Wir sind dann mal weg. Eine Woche Italien, wir freuen uns." Solches und Ähnliches wird gerne gepostet. Einbrecher freuen sich dann auch und nehmen die Einladung nur zu gerne an. Niemand zu Hause. Was will das (Einbrecher-)Herz mehr?

Tipps der Polizei

Ist man Einbrechern, die nicht selten Teil einer organisierten Bande sind, hilflos ausgeliefert? "Nein", sagt Gabl. Schwachstellen wie Fenster und Türen sollte man überprüfen lassen. Das macht der Fachhändler, aber auch die Polizei gibt Tipps.
Alarmanlagen sind durchaus ein Thema, aber nur, wenn sie vom Fachmann eingebaut werden. Finger weg von den Billiganlagen aus dem Internet. Die machen mitunter mehr Ärger, als dass sie helfen.
Achten Sie ferner darauf, nicht zu viel Bargeld daheim zu haben. Geld und andere Wertgegenstände sollten außerdem im Tresor verwahrt werden. Und den sollte man fest verankern. Am besten wird er eingemauert.
"Je schwerer man es Dieben macht, desto weniger attraktiv ist ein Einbruch", weiß Gabl zu berichten. Aber am besten ist es, wenn erst gar kein Dieb ins Haus kommt. Denn neben dem materiellen Schaden ist vor allem die psychische Belastung enorm. Gabl: "Das Wissen, dass jemand Fremder im Haus war, setzt vielen Menschen arg zu. Das Sicherheitsgefühl geht verloren. Damit umzugehen ist nicht einfach."
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