14.03.2017, 09:10 Uhr

Fichte bekommt den Trockenstress

Klimawandel als Herausforderung: DI Peter Hauser von der BFI Landeck erklärt die Verteilung der Baumarten.

Die Fichte leidet besonders unter dem Klimawandel und wird in gewissen Lagen langfristig verschwinden.

BEZIRK LANDECK (otko). BEZIRK LANDECK (otko). Im Bezirk Landeck sind rund 80 Prozent des Waldes als Schutzwald eingestuft. Ohne diese Schutzwirkung des Waldes wäre ein Großteil des Siedlungsgebiets – allen voran das Paznaun, das Stanzer- und Kaunertal – nicht bewohnbar.
Der sich abzeichnende Klimawandel wird mit seinen Auswirkungen aber auch im Wald für gravierende Änderungen sorgen. "Es wird wärmer und die trockenempfindliche Fichte leidet darunter. Im Bezirk Landeck haben wir sehr viel Fichte und langfristig werden wir sie bis 1.000 bzw. 1.100 Meter Seehöhe verlieren", blickt DI Peter Hauser, Leiter der Bezirksforstinspektion Landeck, in die Zukunft. Derzeit sind in den heimischen Wäldern rund zwei Drittel der Bäume Fichten und diese mag die Trockenheit nicht. Die Folge ist der so genannte Trockenstress.
Die Fichtenbestände reichen in Schönwies bis auf den Talboden auf rund 700 Meter Seehöhe. In der kontinental/sehr warmen Zone, die den Landecker Talkessel umfasst und bis Strengen bzw. See und im Oberen Gericht bis Pfunds reicht, ist daher ein Umdenken gefragt. "Die Bäume, die wir jetzt setzen, werden in 80 bis 100 Jahren geschlagen. Das heißt, dass wir jetzt auf die kommenden Veränderungen reagieren müssen", warnt Hauser.

Künftig mehr Laubhölzer

Im Rahmen der Klimastrategie des Landes Tirol wurde der gesamte Waldbestand und die Bodenbeschaffenheit untersucht. Daraus ergeben sich die naturnahen Bewirtschaftungs- und Aufforstungsvorschläge, die in der Walddatenbank verzeichnet sind. "In tiefen Lagen wird daher als Ersatz für die Fichte vermehrt Laubholz wachsen. Bereits jetzt gibt es in Grins und Stanz viele Eichen. Auch die Tanne wird die Fichte ersetzen, da sie trockenresistent ist und im Gegensatz zur Fichte tiefe Wurzeln hat. Ein weiterer Vorteil ist zudem, dass die Tanne 25 Prozent mehr Holzmasse hat, als die Fichte", erläutert Hauser. Diese Zukunftsstrategie wird umgesetzt, um dem Klimawandel wirksam entgegen zu treten.
"Allerdings steht uns viel Arbeit bevor und es braucht die Überzeugung der Grundeigentümer. Wichtig ist, dass alle an einem Strang ziehen", betont Hauser. Durch den Klimawandel wird sich der Laubholzanteil, der derzeit bei rund fünf Prozent liegt, in den heimischen Wäldern deutlich erhöhen.

Großes Sicherheitsrisiko

Ein weitere große Herausforderung ist das Eschensterben. "Das Problem ist seit rund zehn Jahren bekannt. Ein Pilz befällt die Bäume und sie sterben von oben nach unten ab", weiß Hauser. Die Symptome der Krankheit treten in der Rinde und im Holz von Trieben, Zweigen, Ästen und Stämmen sowie an Blättern auf. Dadurch, dass die Esche schnell faul werden kann, ist dies auch ein großes Sicherheitsproblem. "Daher haben wir alle Eschen – die von Schönwies bis Prutz/Faggen/Kauns vorkommen – entlang der Straßen gefällt. Hier ist höchste Vorsicht geboten und die Waldaufseher informieren die Grundbesitzer", erklärt Hauser. Ersetzt wird die Esche durch andere Laubhölzer, wie den Bergahorn oder die Vogelkirsche.

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