24.10.2017, 09:10 Uhr

Kinder gefährdet? Anonyme Anzeigen wegen Bauarbeiten in See

In den Um- und Zubau beim Volksschulgebäude in See wird 1 Million Euro investiert.

Wegen den Umbauarbeiten im Volksschulgebäude seien die Kinder Lärm und Gefahren ausgesetzt. Bgm. Anton Mallaun weist dies zurück.

SEE (otko). Im Bereich der Volksschule und des Kindergartens in See herrscht seit Anfang August rege Bautätigkeit. Beim Kindergarten wird ein dritter Gruppenraum und bei der Volksschule werden zusätzliche Klassenräume errichtet. Auch Räumlichkeiten für eine Kinderkrippe werden gebaut. Zusätzlich wurde im Stiegenhaus auch ein Personenaufzug eingebaut. Die Kosten des Gesamtprojekts belaufen sich auf 1 Million Euro. Ein Teil der Investition wird durch Förderungen abgedeckt.
"Ursprünglich war nur der Bau eines Gruppenraums geplant wofür 250.000 budgetiert wurden. Nach Absprache mit den zuständigen Kindergarten- und Schulbehörden haben wir uns aber freiwillig dazu entschieden ein großes Projekt umzusetzen, um der künftigen Nachfrage einer wachsenden Gemeinde gerecht zu werden", betont Bgm. Anton Mallaun.

Baulärm und Gefahren

Für Gesprächsstoff sorgte aber vergangene Woche ein Postwurf seitens der Gemeinde an alle Haushalte mit dem Titel "Information wegen anonymer Anzeigen. Um- und Zubau Volksschule, Kindergarten und Kinderkrippe sowie Einbau eines Personenaufzugs." (siehe Link) Darin wird nochmals umfassend zum Projekt Stellung genommen. Unterzeichnet ist das Schreiben von Bgm. Anton Mallaun, Vizebgm. Michael Zangerl und Volksschuldirektor Benni Eiterer. "Wir waren der Meinung, dass die Entscheidung für den Um- und Zubau gerade bei den Eltern sicher wohlwollend aufgenommen wird. Leider wurden wir aber eines Besseren belehrt, als am 21.09. folgendes Mail mit der Bitte um Aufklärung im Gemeindeamt eingetroffen ist: 'Sehr geehrte Damen und Herrn, beim Amt der Tiroler Landesregierung, Abteilung Bildung, ist eine anonyme Meldung einer Mutter eingegangen, dass sich die Kinder des Kindergartens der Gemeinde 6553 See zur Zeit auf einer Baustelle befinden würden. Durch Umbauarbeiten im und außerhalb des Gebäudes seien die Kinder ständigem Lärm und Gefahren ausgesetzt...'", heißt es darin.
Laut dem Schreiben seien auch Meldungen auf der Bezirkshauptmannschaft eingegangen und mit diesem wurde der Schulleiter konfrontiert. Auch das Arbeitsinspektorat wurde tätig. Zudem kam es aufgrund von Flämmarbeiten zu einem kleinen Brand, der sofort gelöscht werden konnte. "Zu keiner Zeit waren die Personen und Kinder im Gebäude gefährdet, dies kann von der Feuerwehreinsatzleitung (KommandantSTV Othmar Zangerl) und dem Schulleiter der VS jederzeit bestätigt werden", heißt es in dem Schreiben der Gemeinde.


Keinerlei Gefährdung

Bgm. Mallaun schüttelt aufgrund der anonymen Anzeigen aber nur den Kopf: "Sollen wir die Bauarbeiten einfach einstellen und wem wäre damit geholfen? Viele Dinge könnten bei einem persönlichen Gespräch rasch aus der Welt geschafft werden. Die Kinder sind immer unter Beaufsichtigung und das mangelnde Vertrauen in die Lehrpersonen und Kindergartenpädagoginnen ist für mich nicht nachvollziehbar. Der Schul- und Kindergartenbetrieb läuft ungehindert. Zudem ist der Baulärm absolut im Rahmen und besonders laute Tätigkeiten wurden am Nachmittag durchgeführt. Auch seitens des Arbeitsinspektorats gab es keine Beschwerden."
Aufgrund des umfangreichen Bewilligungsverfahren konnte mit dem Bau aber erst im August begonnen werden. "Vom Umfang her ist das Projekt, das die Größe eines Einfamilienhauses hat, aber nicht in den zwei Sommermonaten umsetzbar. Die Fertigstellung ist für 2018 geplant. Wir werden dazu wohl die Ferien nehmen, damit nicht wieder eine Aufregung stattfindet", merkt der Dorfchef schmunzelnd an.
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