12.10.2017, 09:10 Uhr

Landeck: Kompromiss bei Tempo 40

Auf der L253 im Bereich der Prandtauersiedlung gilt an Schultagen zwischen 07:00 und 17:00 Uhr Tempo 40.

In der Prandtauersiedlung wurde nun eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf der L253 von 07:00 bis 17:00 Uhr an Schultagen verordnet. Dadurch soll die die Sicherheit erhöht werden.

LANDECK/STANZ (otko). In der Gemeinde Stanz bei Landeck gingen vor rund einem Monat die Wogen hoch. Der Grund war ein Verordnungsentwurf der BH Landeck für die Erlassung einer Geschwindigkeitsbeschränkung von 40 km/h auf der L253 Stanzer Straße in beiden Richtungen im Bereich der Prandtauersiedlung (Gemeindegebiet von Landeck). Bisher galt auf dem 300 Meter langen Abschnitt Tempo 50 km/h.
Die Gemeinde Stanz sprach sich entschieden gegen eine Geschwindigkeitsbeschränkung aus, da Beeinträchtigungen befürchtet wurden und sogar eine Unterschriftenaktion wurde durchgeführt. Kritisiert wurden vor allem, dass man von den Landeckern vor vollendete Tatsachen gestellt worden sei. Von Seiten der Anrainer wurde dagegen auf die untragbare Situation verwiesen – es gäbe täglich massive Überschreitungen und es fehle ein Gehsteig für Fußgänger. In diesem Bereich befinden sich auch Bushaltestellen, wo rund 230 SchülerInnen zur VS Bruggen und zur Polytechnischen Schule aussteigen, sowie die Zufahrt zu den Schulgebäuden. Auch die Stadtgemeinde Landeck befürwortete die Erhöhung der Sicherheit durch eine Tempobremse – die BEZIRKSBLÄTTER berichteten.
Inzwischen wurde Tempo 40 im Bereich der Prandtauersiedlung auf der L253 von der BH Landeck verordnet und auch kundgemacht – die Verkehrszeichen wurden aufgestellt. "Allerdings gilt Tempo 40 nur an Schultagen in der Zeit von 07:00 bis 17:00 Uhr. Die Gemeinde Stanz hat sich beschwert und eine entsprechende Stellungnahme eingebracht. Ein tragbarer Kompromiss für alle wurde nun aber gefunden und trotzdem wird die Sicherheit der Schulkinder in dem Bereich erhöht", betont BHStv. und Verkehrsreferent Siegmund Geiger.


Keine Ideallösung

Der Stanzer Bgm. Martin Auer verweist darauf, dass viele Leute dagegen unterschrieben haben und es immer noch eine ungute Stimmung im Dorf gäbe. "Für mich ist es nach wie vor nicht die richtige Lösung, da die Leute dort zu schnell fahren. Die Stadtgemeinde Landeck hätte schon vor 20 Jahren reagieren müssen und durch den Umbau der VS Angedair wurden noch weitere SchülerInnen in die VS Bruggen übersiedelt. Es ist aber besser und wir müssen es akzeptieren", verweist Auer.

Anrainer nicht zufrieden

Nicht zufrieden mit der getroffenen Lösung ist die Anrainerinitiative, die sich für die Reduzierung der Geschwindigkeit eingesetzt hat. "Es ist zu kompliziert und die Leute müssen nachdenken, wann Schule ist. Zudem könnten sie den 40er schlichtweg vergessen. Und was passiert in den Sommerferien?", gibt Anrainervertreter Rainer Pinzger zu bedenken. Für die Schule sei die Lösung gut, aber für die Anrainer sei sie durchaus fragwürdig.


Deutliche Verbesserung

Für den Landecker Stadtchef Dr. Wolfgang Jörg ist Tempo 40 während der Schulzeiten aber eine deutliche Verbesserung im Sinne der Sicherheit. "Wir müssen die Verordnung der BH zur Kenntnis nehmen und auch die Stellungnahme von Stanz wurde korrekt eingebracht. Allerdings ist der gefundene Kompromiss eine typisch österreichische Lösung, wo sich schlussendlich keiner mehr auskennt", betont Jörg. Trotzdem appelliert er an  die Autofahrer, die Geschwindigkeit in diesem Bereich generell zu reduzieren. "Wir müssen die Sache nun mit Vernunft angehen und schauen, ob es zu einer Bewusstseinsbildung führt. Vielleicht gibt es dann auch künftig keine Probleme mehr", hofft der Stadtchef. Trotzdem sollen laut Jörg aber auch punktuelle Verbesserungen im Bereich Gehsteig und Bushaltestelle gemacht werden.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.