16.03.2017, 09:10 Uhr

Landeck: Polizei klärte 1.304 Straftaten

Bezirkspolizeikommandant Werner Hauser (re.) und Stv. Enrico Gabl: "Landeck ist ein sicherer Bezirk."

Insgesamt 3.616 Delikte wurden im Jahr 2016 aktenkundig. Zahl der Straftaten ist um acht Prozent gesunken. Aufklärungsquote sank um 0,4 Prozent.

BEZIRK LANDECK (otko). Im Jahr 2016 wurden im Bezirk Landeck insgesamt 3.616 Delikte registriert bzw. gelangten bei der Polizei zur Anzeige. Gegenüber dem Vorjahr ist hier ein deutlicher Rückgang von acht Prozent zu verzeichnen. Insgesamt konnten von den Beamten in den sieben Polizeiinspektionen 1.304 Delikte aufgeklärt werden. Die Aufklärungsquote ist gegenüber dem Vergleichszeitraum 2015 um 0,4 Prozent gesunken und liegt bei 36,1 Prozent.
"Wenngleich Einfluss organisierter Eigentumskriminalität – vornehmlich organisierte Eigentumskriminalität auch im Bezirk Landeck immer wieder spürbar ist, bleibt der Bezirk nach wie vor von Schwerkriminalität jeglicher Art in hohem Maße verschont und kann daher grundsätzlich als sehr sicherer Bezirk bezeichnet werden", betont Bezirkspolizeikommandant Werner Hauser. Zusammen mit Kriminalreferent Enrico Gabl legt er eine erfreuliche Kriminalitätsstatistik vor.

Ein sicherer Bezirk

Hielt im Jahr 2015 noch eine Einbruchserie im Paznaun die Gesetzeshüter auf Trab, so gab es 2016 mit annähernd 30 Prozent doch einen deutlichen Rückgang bei der Einbruchskriminalität. In den Jahren 2005 bis 2009 gab es noch ca. 140 Delikte im Jahresschnitt, 2010 wurde mit 96 Straftaten erstmals die Hunderter-Marke unterschritten. 2016 wurden 91 Delikte (2015: 128 Delikte) verzeichnet. "Gerade Einbruchsdiebstähle in Wohnungen und Einfamilienhäuser beeinträchtigen das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung sehr wesentlich. Der Anteil solcher Delikte ist im Bezirk Landeck mit etwa zehn Prozent der gesamten Einbruchskriminalität sehr nieder", verweisen Hauser und Gabl.
Bei den angezeigten Sachbeschädigungen mit 252 Delikten (2015: 206) war hingegen insgesamt eine spürbare Steigerung festzustellen. Bestimmte Deliktsformen (z.B. Vandalismus) sind nicht auffällig.

Dauerbrenner Skidiebstähle

Das Thema Skidiebstähle beeinflusst nach wie vor die Aufklärungsquote negativ. 1.063 Delikte wurden 2016 aktenkundig – 2015 waren es noch 1.272. Die Anfallszahlen beim Diebstahl von Schi/Snowboard/Zubehör sind rückläufig. "Trotzdem haben diese Massendelikte in unserem Bezirk, wobei die Klassifizierung zwischen tatsächlichen Diebstählen, Versicherungsbetrugshandlungen und ganz einfach vielfach Verwechslungen sehr schwierig ist, nach wie vor aufgrund der sehr hohen Anfallszahlen – speziell im Hinblick auf die Aufklärungsquote – einen sehr negativen Einfluss auf die gesamte Kriminalstatistik", so Hauser.
Die gleichbleibend hohen Anfallszahlen mit 911 Delikten (2015: 891) bei der Gruppe „Strafbare Handlungen gegen Leib und Leben“ sei auf nach wie vor hohe Anfallszahlen bei Schi-Kollisionsunfällen und Alpinunfällen zurückzuführen.

Keine Auffälligkeiten

Im Bezirk Landeck sind derzeit in insgesamt 18 Asylunterkünften annähernd 280 Flüchtlinge/Asylwerber untergebracht. "Die Kriminalitätsentwicklung im Zusammenhang mit in Österreich untergebrachten Migranten ist immer wieder Thema öffentlicher Diskussionen. Dazu wird angeführt, dass im Bezirk Landeck ganz vereinzelt Delikte – vornehmlich Auseinandersetzungen/Tätlichkeiten im zwischenmenschlichen Bereich – registriert werden", betont die Landecker Polizeiführung. Eine ausgesprochen negative Entwicklung oder Häufung von Deliktzahlen mit Bezug rein auf diese Personengruppe sei jedoch derzeit nicht feststellbar.

Weniger Körperverletzungen

Bei den vorsätzlichen Gewaltdelikten – Körperverletzungen nach §§ 83/84 StGB ist gegenüber dem Vorjahr erfreulicher Weise ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen (2016: 180 Delikte). Betrugsdelikte (2016: 145 Delikte) sowie Missbrauch mit elektronischen Medien (Cybercrime; 2016: 39 Delikte) sind im Vergleich zum Vorjahr annähernd gleichbleibend. Die Anfallszahlen bei der Gruppe „Strafbare Handlungen gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung“ sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich von 18 auf 32 Delikte gestiegen. "Im Wesentlichen ist diese Steigerung bedingt durch vermehrte Straftaten gemäß § 207a – pornographische Darstellung Minderjähriger z.B. Missbrauch in sozialen Medien – und § 218 – sexuelle Belästigung und öffentliche geschlechtliche Handlungen", erläutert Hauser.
Bei der Deliktsgruppe „Strafbare Handlungen gegen die Sicherheit des Geldverkehrs“ – zumeist Besitz/Weitergabe gefälschter Banknoten sind die Anfallszahlen im vergangenen Jahr nach einer starken Zunahme im Jahr 2015 wieder leicht rückläufig. "Vielfach werden derartige Delikte erst bei der automationsunterstützten Prüfung der Banknoten in den Geldinstituten bekannt, weshalb hier die Ermittlungstätigkeit der Polizei sehr erschwert ist", erklärt der Bezirkspolizeikommandant.

Weniger Suchtmitteldelikte

Die angezeigten Suchtmitteldelikte sind im Bezirk Landeck im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig. Wurden 2015 285 Delikte angezeigt, so waren es 2016 234 Delikte. "Die hier nach wie vor recht hohen Anfallszahlen sind im Hinblick auf den tatsächlichen Suchtmittelkonsum nur bedingt aussagekräftig, vielmehr handelt es sich hier um das Ergebnis konsequenter und erfolgreicher Arbeit der spezialisierten Ermittlungsbeamten der Polizeiinspektionen", resümieren Hauser und Gabl.
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