13.09.2016, 13:19 Uhr

Muren: 7 Millionen Euro Schaden

50 Soldaten des Bundesheers stehen im Asisstenzeinsatz in Grins. Kontingent wird auf 90 Soldatren aufgestockt.

Land Tirol sichert nach Murenabgängen in Grins, Pians und Strengen finanzielle Unterstützung zu.

GRINS/PIANS/STRENGEN. Im Fokus der heutigen Regierungssitzung stand die Murenkatastrophe in den betroffenen Gemeinden Grins, Pians und Strengen des vergangenen Wochenendes. „Wir lassen niemanden allein – das haben wir bereits bei vergangenen Ereignissen bewiesen und das betrifft auch die Menschen in den diesmal betroffenen Gebieten“, betonte LH Günther Platter. „Deshalb haben wir heute beschlossen, dass Privatpersonen und Unternehmen eine Beihilfe in der Höhe von 50 Prozent des geschätzten Schadens gewährt wird. Die Hälfte der Unterstützung wird als Soforthilfe ausbezahlt.“
So können die Sanierungsarbeiten rasch in Angriff genommen werden, weiß auch Sicherheitsreferent LHStv Josef Geisler. „Mit den Mitteln aus dem Katastrophenfonds haben wir bereits in der Vergangenheit schnell und unbürokratisch helfen können.“
Dass Tirol Menschen helfe, die in Not geraten, ist für LHStvin Ingrid Felipe selbstverständlich: „Das Land Tirol ist finanziell gut genug aufgestellt, um in solchen und in vielen anderen Fällen ein soziales Sicherheitsnetz zu bieten.“

Insgesamt fast sieben Millionen Euro Schaden

Aufgrund eines Hagelunwetters ereigneten sich am Samstagabend Murenabgänge, wodurch es in weiterer Folge zu Überflutungen in Grins kam. Zu Schaden kamen dabei mehrere Häuser und ein Gewerbegebiet. Eine erste Grobschätzung geht von einem privaten Gesamtschaden von rund fünf Millionen Euro aus. Die Wiederherstellung der Schutzfunktion und Funktionsfähigkeit von Verbauungen sowie Ausräumungen im Bereich des Schutzwasserbaus werden mit rund 900.000 Euro bemessen. Für die Instandsetzung der Landesstraße B 171 rechnet das Land mit einem Aufwand von 120.000 Euro. Darüber hinaus ist ein Schaden von rund 600.000 Euro im Bereich der Wildbach- und Lawinenverbauung entstanden, der Landesanteil beträgt davon 200.000 Euro.

Sanna wieder im alten Bett

Wie die Bezirkseinsatzleitung heute von ihrer Morgensitzung berichtet, gehen die Aufräumarbeiten gut voran. Die Sanna ist zurück im alten Flussbett, zudem wurde ein temporärer Ablenkdamm errichtet, der das Abfließen der Sanna in das ursprüngliche Bachbett zusätzlich unterstützt. Die Räumung des Flussbetts in Pians beginnt heute. Im Einsatz befinden sich neben Feuerwehrleuten im Rahmen eines Assistenzeinsatzes auch Soldaten des Bundesheers. Zusätzlich zu den 50 Mann wurden heute Vormittag zusätzlich 40 Soldaten angefordert. Damit stehen bereits ab heute Mittag 90 Soldaten des österreichischen Bundesheeres im Einsatz, um das wirtschaftliche Leben vor Ort schnellstmöglich wiederherzustellen.
Die B171 wird voraussichtlich bis Freitagabend gesperrt bleiben. Die Umleitung erfolgt über die Arlberg Schnellstraße S16.

Dank an HelferInnen

Verantwortliche der Bezirkshauptmannschaft haben sich heute Vormittag mit der Gemeindeführung von Strengen ein Bild vor Ort gemacht. Zusätzlich zu den vielen Freiwilligen haben sich zehn Asylwerber des Landecker Flüchtlingsheims Kaifenau gemeldet, die bei den Aufräumarbeiten und der Rekultivierung der betroffenen Grundstücke in Strengen helfen.
LH Platter hatte sich unmittelbar nach dem Ereignis ein Bild über das Ausmaß der Zerstörung vor Ort gemacht. „Glücklicherweise hat sich die Wetterlage wieder gebessert, sodass die Aufräumarbeiten rasch voranschreiten. Den vielen Helferinnen und Helfer möchte ich an dieser Stelle meinen Dank aussprechen. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie effizient und professionell sie bei solchen Einsätzen agieren.“

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