11.12.2017, 14:30 Uhr

ÖBB sind fit für Eis und Schnee

Die ÖBB setzen in der Schneeräumung schweres Gerät wie Schneeschleudern und Schienenschneepflüge ein. Vieles muss dennoch händisch erledigt werden. (Foto: © ÖBB)

Der Winter kann kommen ­– die ÖBB haben bereits alle Vorbereitungen getroffen, der Winterdienst für über 1100 Kilometer Gleis und 126 Bahnhöfe und Haltestellen in Tirol und Vorarlberg ist bereit: Bei Bedarf sind bis zu 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Fahrgäste im Einsatz und sorgen für die Befahrbarkeit der Strecken.

BEZIRK. Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu und der Winter hat bereits einige Male Grüße geschickt. Um die Schiene fit für Eis, Kälte und Schnee zu machen, haben die ÖBB bereits vor Wochen mit den professionellen Vorsorgearbeiten begonnen. Dazu gehört zum Beispiel die Überprüfung der Weichenheizungen sowie der Einsatzbereitschaft der Schneeräumgeräte. Auch mehr als 55 km Lawinen- und Steinschlagschutz wurden in der Region West (Tirol und Vorarlberg) auf ihre Wintertauglichkeit kontrolliert.
Wenn Schnee, Eis, Wind und Kälte aufeinander treffen, kann es trotz zahlreicher getroffener Maßnahmen dennoch zu einzelnen Ausnahmesituationen kommen. Doch auch bei widrigen Wetterbedingungen sollen die Reisenden mit der Bahn zuverlässig und sicher ins Büro oder nach Hause kommen. Deshalb bereiten sich die ÖBB präventiv auf den Winter vor:


40 Millionen Euro pro Jahr für Winterdienst

Die ÖBB investieren jährlich rund 40 Millionen Euro in den Winterdienst in ganz Österreich. Bei Schneefall arbeiten bis zu 5.000 MitarbeiterInnen im Schichtbetrieb. Besonderes Augenmerk dabei liegt im Gleis- und Weichenbereich sowie an den Bahnsteigen. Die Teams vom ÖBB Winterdienst arbeiten bundesländerübergreifend und werden an den Orten eingesetzt, wo der Winter am stärksten seine Spuren hinterlässt.
Schweres Gerät im Einsatz, aber Winterdienst ist oft „Handarbeit“
Schneepflüge, Schneefräsen und Schneebürsten sorgen in der Regel für schneefreie Gleise. Gerade in Westösterreich, wo Streckenbereiche wie am Arlberg, Brenner oder Karwendel über 1000 Meter hinaufreichen, sind diese mehrere tausend PS starken Maschinen unverzichtbar. Die zwei am Stützpunkt Innsbruck stationierten Schneeschleudern kommen in ganz Österreich immer dort zum Einsatz, wo besonders viel von der weißen Pracht gefallen ist. Sie können bis zu 13.000 Tonnen Schnee in der Stunde von der Strecke entfernen. Trotzdem steckt auch noch viel „Handarbeit“ im Winterdienst. Das Enteisen von Brücken und Tunnel, das Abschaufeln von Bahnsteigdächern, die Schneeräumung von Weichen oder auch die Säuberung der Spurrillen bei Eisenbahnkreuzungen müssen beispielsweise manuell durchgeführt werden.

Weichenheizung lässt Schnee und Eis schmelzen

Von rund 15.000 Weichen österreichweit sind rund 11.000 mit Weichenheizungen ausgestattet. In Tirol und Vorarlberg sind 1380 von über 1500 Weichen beheizbar. Wenn Schnee und Eis wichtige Weichenverbindungen lahmzulegen drohen, werden die Weichenheizungen automatisch aktiv und bringen das Eis zum Schmelzen. Bei widrigen Witterungsverhältnissen mit zusätzlich starkem Wind und besonderer Kälte hat der Fahrdienstleiter zusätzlich die Möglichkeit, mit der sogenannten „Flugschneetaste“ Weichen für eine festgelegte Zeit dauerhaft zu beheizen, damit sie frei von Schnee und Eis bleiben.

Winterdienst auf mehr als 1.000 Bahnhöfen

Wenn es schneit, sind ÖBB Mitarbeiter und beauftragte Unternehmen bereits in den frühen Morgenstunden an den Bahnhöfen im Einsatz. Sie befreien täglich mehr als 1.000 Bahnhöfe und Haltestellen von Eis und Schnee – das entspricht einer Fläche von rund 3 Millionen Quadratmetern.
Die ÖBB setzen mit Investitionen in Lawinenverbauungen, Steinschlagschutznetze und Wildbachsperren auf Prävention statt auf punktuelle Gefahrenabwehr. Österreichweit werden von den ÖBB österreichweit rund 165.000 Laufmeter Steinschlag- und Lawinenverbauungen betreut, rund 3.000 Hektar Felsflächen überwacht und rund 2.800 Hektar Schutzwälder bewirtschaftet. Datenbanken und geographische Informationssysteme unterstützen bei der Inspektion, Wartung, Instandsetzung und Erneuerung von Schutzbauten. Die Beteiligung und Initiierung von Forschungsprojekten garantiert zudem hohes technisches und wissenschaftliches Know-How.


Punktgenaue Wetterprognosen und ständige Verbesserungen

Da sich Wetterextreme häufen, ist es notwendig, schnell reagieren zu können, damit die Gleise frei bleiben und für Züge sicher befahrbar sind. Entscheidend für die Aktivierung der Einsatzkräfte ist die Wettervorhersage. Die ÖBB verfügen seit einigen Jahren über ein sehr genaues, betriebseigenes Wetter-Vorwarnsystem (Schneehöhe, Wind, Temperatur). In der Region West (Tirol und Vorarlberg) liefern 13 ÖBB-eigene Wetterstationen sowohl im Hochgebirge als auch an den Strecken wichtige Daten. Diese werden mit jenen der externen Dienstleister abgeglichen und ergänzt. Auf Basis dieser Erkenntnisse werden die Bereitschaftsdienste organisiert und das Personal gegebenenfalls mobilisiert. Die Erfassung von Naturgefahrenpotenzialen ist auch die wichtigste Entscheidungsgrundlage für langfristige Präventivmaßnahmen und die Basis für die Planung von technischen Schutzmaßnahmen.
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