01.12.2017, 10:40 Uhr

Platter: "Es braucht eine positive Tourismus-Gesinnung"

Erster Tourismus-Stammtisch in Landeck: LH Günther Platter mit Fachgruppenobmann Mario Gerber (re.), Birgit Bouvier, Alexander von der Thannen und Luis Kröll (li.) im Austausch.

Premiere für den ersten Tiroler Tourismus-Stammtisch: Landecker Hoteliers gehen zuversichtlich in den Winter.

ZAMS (otko). Pünktlich zum Start in die neue Wintersaison fand vergangenen Donnerstag der erste Tourismus-Stammtisch der Tiroler Fachgruppe Hotellerie im Jägerhof Zams statt. „Ein regelmäßiger Austausch mit den Praktikern vor Ort ist uns ein wichtiges Anliegen. Dabei wollen wir über die aktuellen Anliegen und Probleme der Branche offen diskutieren“, so Fachgruppen-Obmann Mario Gerber, der sich besonders über die Teilnahme von Tourismusreferent LH Günther Platter freute. Mit dabei waren auch die Hoteliers Birgit Bouvier, Luis Kröll und WK-Landeck Tourismussprecher Alexander von der Thannen.
"Ski waxeln, los geht's und wir können alle motiviert in den Winter starten. Wir freuen uns auf eine starke Saison. Die Voraussetzungen sind ideal, viele Skigebiete sind bereits in den Winter gestartet. Die Buchungslage in den Regionen wie Serfaus-Fiss-Ladis, St. Anton am Arlberg und im Paznaun ist vielversprechend", betonte Platter. Mit 62.378 Betten und über 6 Mio. Nächtigungen im Winter ist Landeck der nächtigungsstärkste Bezirk in Tirol.

Mehr Wertschöpfung

"Gerade die Zahlen bei den Nächtigungen sind schön, aber es geht vor allem um die Wertschöpfung, Dabei müssen wir auf Qualität statt Quantität setzen! Hier sehe ich vor allem im Sommer großes Potenzial – besonders wenn in hochwertige Angebote und Premiumprodukte investiert wird. Hier hat sich sehr viel getan, vor allem die Bergbahnen als Leitbetriebe investieren kräftig", so Platter. Mit Erfolg: In der abgelaufenen Sommersaison wurden in den Tourismusregionen des Bezirks 45.000 mehr Nächtigungen und 15.000 mehr Gäste als im Vorjahr gezählt. Die Branche im Bezirk sei bestens aufgestellt und engagierte Unternehmer und Mitarbeiter würden hier arbeiten.
"Wir brauchen vor allem eine positive Tourismus-Gesinnung. Der Tourismus war auch in Zeiten der Krisen ein Fels in der Brandung. Gerade im Bezirk Landeck brauchen wir den wichtigen Wirtschaftszweig für die Beschäftigung im Bau- und Baunebengewerbe", erläuterte der Landeshauptmann.

Bessere Rahmenbedingungen gefordert

Gemeinsam mit LH Platter fordert Obmann Mario Gerber von der nächsten Bundesregierung mehr Gehör für die Branche: „Der Tourismus ist mit 60.000 Beschäftigten und einem Umsatz von 8,4 Mrd. Euro eine wichtige Säule des Wirtschaftsstandorts. Wir führen jährlich beträchtliche Steuern nach Wien ab, erwarten uns dafür aber auch Bewegung bei den für uns wichtigen Themen wie Arbeitszeitflexibilisierung und Bürokratieabbau.“ Auch der Fachkräftemangel wurde angesprochen. "Arbeit muss wieder belohnt werden. In Wien sind 2.500 Köche als arbeitslos gemeldet und wir im Westen suchen 800 Köche. Zudem wollen wir auch einen starken Touristiker im Landtag sitzen haben, der als großes Sprachrohr fungiert ", unterstreicht von der Thannen.
Seine volle Unterstützung sicherte LH Platter unterdessen bei der Rücknahme des Umsatzsteuersatzes von 13 auf zehn Prozent zu: „Wir müssen die Wahlzusagen umsetzen. Aber wir müssen auch massiv Werbung nach innen machen, um eine positive Gesinnung zu generieren. Ohne Tourismus hätten wir absolut eine Landflucht."
Auch für den Spartenobmann Gerber ist es ein großes Anliegen, dass junge Leute "in dieser tollen Branche arbeiten." Daher soll auch weiter am Image gearbeitet werden. "Wir sind keine Ausbeuter und wir investierten in Personalunterkünfte und in die Weiterbildung. Das Bild vom Mitarbeiter, der 70 Stunden arbeitet und 1.200 Euro verdient, stimmt so nicht mehr", so Gerber. Gerade die Ausbildung sei wichtig und dass die jungen Leute einen Job bekommen. In diesem Zusammenhang verwies der Landeshauptmann auf die gut ausgebaute Fachberufsschule sowie auf das Erfolgsmodell Bachelorstudium in Landeck. Durch die weitere Digitalisierung wird zudem die Chancengleichheit zwischen den Ballungszentren und dem ländlichen Raum verbessert.
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