09.07.2017, 10:20 Uhr

Starke Familienbetriebe prägen Landwirtschaft in Landeck

Das Team der Bezirkslandwirtschaftskammer Landeck mit Familie Reinalter, Bezirksobmann Elmar Monz, Bezirksbäuerin Gertrud Denoth, Kammerdirektor Ferdinand Grüner, Bezirksstellenleiter Peter Frank und Präsident Josef Hechenberger. (Foto: LK Tirol/Haaser)

Der Bezirksbesuch führte die LK-Spitzenvertreter heuer ins Paznaun. Der Bezirk Landeck wird vielfach als „extremster“ Bezirk Tirols und sogar Österreichs beschrieben. Extrem deshalb, weil alle Betriebe im Berggebiet liegen und über 30 Prozent über 270 Erschwernispunkte im Berghöfekataster aufweisen.

KAPPL. Passend zum LK-Jahresschwerpunkt „Berglandwirtschaft“ standen dieses Jahr beim Bezirksbesuch in Landeck Betriebsbesichtigungen im Paznaun auf dem Programm. Gestartet wurde bei Petra und Hannes Reinalter in Kappl. Auf ihrem Biobauernhof auf 1.400 Metern Seehöhe hält die Familie nicht nur Milchkühe, Hühner und Ziegen, sondern betreibt zusätzlich eine Fischzucht sowie Urlaub am Bauernhof. Der mit „vier Blumen“ ausgezeichnete Betrieb will dabei vor allem ein authentisches Urlaubserlebnis bieten, wobei die hofeigenen Produkte natürlich nicht fehlen dürfen. Von der hohen Qualität dieser Erzeugnisse durften sich die Vertreter der Kammer vor Ort selbst überzeugen – und waren durchwegs begeistert.
„Die Familie Reinalter hat es geschafft, verschiedene - für sie passende - Betriebszweige miteinander zu verbinden und sich damit erfolgreich in einer Nische platzieren können. Dabei profitiert beispielsweise die Vermietung von der Direktvermarktung und umgekehrt. Dazu kann ich nur gratulieren!“, zeigte sich LK-Präsident Josef Hechenberger voll des Lobes.

Landwirtschaft im Nebenerwerb

In gesamten Bezirk Landeck gibt es 1.450 landwirtschaftliche Betriebe, wobei die Zahl die letzten Jahre konstant geblieben ist. Mehrheitlich (86 Prozent) werden diese im Nebenerwerb geführt. Ein solcher Nebenerwerbsbetrieb ist der im Weiler „Pitzein“ in Kappl gelegene Hof der Familie Siegele. Gerhard und Sarah Siegele leben dort mit ihren drei Töchtern und bewirtschaften knapp 4 Hektar Grünland und 1,5 Hektar Bergwiesen. Sie haben sich auf die Kälbermast spezialisiert. Den Sommer über sind die drei Kühe des Betriebes auf einer Sennalm oberhalb von Kappl, während das Jungvieh den Almsommer im Fimbatal verbringt. Die Landwirtschaft setzen sie aus der Tradition heraus fort, obwohl Gerhard Siegele Vollzeit als Schlosser arbeitet. „Solche Betriebe bilden das Rückgrat der heimischen Landwirtschaft. Sie erzeugen qualitativ hochwertige Lebensmittel und leisten einen wichtigen Teil zur flächendeckenden Erhaltung der Tiroler Kulturlandschaft. Deshalb ist es wichtig, dass auch in der nächsten GAP-Periode entsprechende Unterstützung für Betriebe im Berggebiet gewährleistet ist“, erklärt LK-Präsident Hechenberger im Rahmen der Betriebsbesichtigung.
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