07.10.2014, 08:40 Uhr

Viaduktbaustelle Arlbergbahn: Legobausteine im XXL-Format

ÖBB Bauarbeiten an der Arlbergbahn gehen zügig voran – Großer Schienenkran verlegt „millimetergenau“ die tonnenschweren Fertigbetonteile.

LANDECK. Bis zum 12. Oktober um 15 Uhr bleibt die Arlbergbahn zwischen Ötztal und Bludenz noch für den Zugverkehr gesperrt. Rund 100 Einzelmaßnahmen werden entlang der Gebirgsstrecke im Sinne der Sicherheit und der verlässlichen Bahninfrastruktur abgearbeitet.
Die größte Baustelle auf der Tiroler Seite des Arlberg ist die Erneuerung der Geigertobelbachbrücke bei Strengen. Am Wochenende wurde mit dem Verlegen der tonnenschweren Fertigbetonteile ein wichtiger Meilenstein gestartet. Auch die neue Burschlbrücke bei Landeck nimmt mehr und mehr Gestalt an. Insgesamt investiert die ÖBB-Infrastruktur rund 16 Millionen Euro in die Modernisierung der Arlbergbahnstrecke.

Geigertobelbachbrücke bei Strengen bekommt „Facelifting“

Von der Bundesstraße aus Richtung Landeck kommend bei der Ortseinfahrt von Strengen ist die ÖBB-Baustelle an der Arlbergbahnstrecke sehr gut sichtbar. Das rund 100 Meter lange Bahnviadukt bekommt derzeit ein „Facelifting“ und wird umfangreich saniert und fit für die Zukunft gemacht. Zunächst wurde das alte Tragwerk an der Oberfläche abgetragen, das alte Gewölbe wurde mit frischem Beton verfüllt. Am Wochenende startete die Verlegung der 35 Stück Fertigbetonplatten durch einen Schienenkran. Jedes einzelne Stück hat zwischen 12 und 20 Tonnen Gewicht und wird „millimetergenau“ verlegt. Diese Fertigteile werden im nächsten Schritt gegen Wasser abgedichtet. Dazu kommen elastische Unterschottermatten zum Einsatz die lärmdämmend sind und zudem dem Gleisschotter ein sanftes Bett geben. In einem weiteren Arbeitsschritt werden neue Randbalken – das sind Seitenstege für Revisionsarbeiten – aus Beton verlegt.
Zum Abschluss gegen Ende dieser Woche werden die Gleise über die neue Fahrbahn verlegt und die Fahrleitung gespannt. ÖBB Baumanager Martin Schmid sieht die Arbeiten im Zeitplan: „Es ist wie das Zusammenbauen von Legosteinen, nur eben im tonnenschweren XXL-Format. Schritt für Schritt werden die Bauphasen umgesetzt, dabei ist alles aufeinander abgestimmt“. Die Kosten für die Geigertobelbachsanierung liegen bei rund 1,9 Mio. Euro.
Am 12. Oktober um 15 Uhr wird die Arlbergbahn wieder für den Verkehr freigegeben – bis dahin fahren zwischen Ötztal und Bludenz Busse. Achtung auf die früheren Abfahrtszeiten im Oberland zwischen St. Anton und Roppen. Infos unter www.tirol.oebb.at

Breitere Burschlbrücke bei Landeck mit eigenem Gehweg

Der Neubau der Burschlbrücke über die Eisenbahn im Landecker Ortsteil Perfuchs geht ebenfalls flott voran und ist ein wichtiger Modernisierungsschritt. Die rund 12 Meter lange und ca. drei Meter breite Brücke aus der Bahnbauzeit wurde fachgerecht abgetragen. Das nun errichtete neue Brückenbauwerk bietet den Benützern ein Höchstmaß an Sicherheit und Qualität. Mit einer Gesamtbreite von knapp über sechs Metern ist die sie nun doppelt so breit als das Vorgängermodell. Auf beiden Seiten der Brücke wird zudem ein je 80 Zentimeter breiter Randbalken mit Leitschiene und Geländer mit Spritzschutz angebracht.
Für die Fußgänger steht künftig ein 1,50 Meter breiter eigener Gehweg zur Verfügung, der von der Fahrbahn durch eine Markierung getrennt ist. Bisher stand den Fußgängern kein eigener Gehweg zur Verfügung. Die Investitionssumme für die Errichtung beträgt rund 750.000 Euro. Voraussichtlich Ende Oktober kann die Brücke für die Fußgänger benutzt werden – komplett abgeschlossen werden die Arbeiten bis Ende November 2014.
ÖBB Baumanager Hannes Knoflach zeigt sich zufrieden mit dem Bauverlauf: „Ab 25. Oktober können die Fußgänger die neue Brücke benutzen, wir danken für das Verständnis der Anrainer während der intensiven Bauphasen.“ Das Bauwerk führt den Burschlweg über das ÖBB-Gleis der Arlbergbahn und verbindet damit die beiden Ortsteile Bruggen und Perfuchs im Gemeindegebiet von Landeck.
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