07.11.2017, 09:10 Uhr

Wildunfälle: Jetzt ist "Hochsaison"

Die wichtigste Regel, um Wildunfälle zu vermeiden, lautet im Herbst: Weg vom Gas!

Besonders im Herbst steigt die Zahl der Wildunfälle im Bezirk Landeck merklich an. Bezirksjägermeister Hermann Siess rät zur besonderen Aufmerksamkeit.

BEZIRK LANDECK (otko). Im Herbst ereignen sich die meisten Wildunfälle. Gerade in den frühen Morgen- und späten Abendstunden ist im Herbst besondere Vorsicht geboten. Besonders die gewaltige Kraft, die bei einer Kollision mit Wild auf das Fahrzeug einwirkt, wird von Autofahrern leider zu oft unterschätzt. Bis jetzt sind 26 Stück Rotwild (Hirsche und Tiere sowie Kälber) sowie 94 Stück Rehwild (Böcke, Geißen und Kitze) auf den Straßen im Bezirk Landeck umgekommen.
Bezirksjägermeister Hermann Siess ermahnt die Autofahrer zu erhöhter Aufmerksamkeit auf den Straßen, entlang von Waldrändern und bei vegetationsreichen Feldern. "Vor allem wegen der Nahrungsaufnahme wechselt das Wild jetzt von der Schatt- auf die Sonnenseite, da die Vegetation zu Ende geht", erklärt Siess. Sehr oft werden die Autofahrer von den Geißen überrascht, die – nachdem die Fahrer sie bemerken – am Straßenrand stehen bleiben. "Das nachkommende Kitz, das die Gefahr noch nicht kennt, wird aber oft übersehen und es kommt zur seitlichen Kollision", warnt Siess.
Neben den oft schlechten Sichtverhältnissen im Herbst ist für den Bezirksjägermeister auch die bereits erfolgte Zeitumstellung ein zusätzlich gefährlicher Faktor: "Um 17:00 Uhr beginnt jetzt bereits die Dämmerung und in diese Zeit fällt der Hauptverkehr. Gerade dort ist das Wild jetzt besonders aktiv."


Wildwarnsystem

Zur Vermeidung von Unfällen rät Siess zur Beachtung des Warnzeichens „Achtung, Wildwechsel!“, zur Reduktion des Tempos und zum Abblenden.
Seit über zehn Jahren werden im Bezirk Landeck außerdem akustische Wildwarnsysteme flächendeckend verwendet. Diese werden an den Begrenzungspfählen angebracht und warnen das Wild mit einem Signalton und blicken bläulich, damit es von der Straße zurück bleibt. Das Wildwarnsystem ist eine Kooperation des Landes Tirol, des Jägerverbandes und einer Versicherung. "Das System hat sich gut bewährt und die Unfallschwerpunkte wurden damit ausgerüstet, wobei es aber nciht überall flächendeckend installiert werden kann", so Siess.
Besonders acht geben sollen die Autofahrer entlang der stark frequentierten und gut ausgebauten Landes- und Bundesstraßen. Siess appelliert: "Ein Wildwechsel kann überall passieren und man soll sich nicht in falscher Sicherheit wiegen!"

Was tun bei einem Wildunfall?

Einen abschließenden Appell richtet Siess an alle Fahrzeuglenker: Es komme immer wieder vor, dass Wild angefahren werde und die Lenker das Weite suchen. Das verletzte Wild müsse dann elendiglich verenden. Daher bittet der Bezirksjägermeister diese Vorfälle der Polizei oder dem zuständigen Jagdpächter sofort zu melden: "Es braucht niemand davor Angst zu haben und es passiert auch niemanden etwas. Ein verletztes Vieh muss erlöst werden und das ist auch eine Frage des Tierschutzes."
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