05.01.2018, 09:00 Uhr

Wochenende mit kritischer Lawinensituation steht in Tirol bevor

Symbolbild (Foto: APA)

Erhöhte Alarmbereitschaft veranlasst, Vorsicht bei Ski-Aktivitäten

TIROL. Nach Wind und Regen zeichnet sich in Tirol dieses Wochenende eine kritische Lawinensituation ab: Es herrscht verbreitet Lawinenwarnstufe 4. Besonders in den Gebieten rund um den Bezirk Reutte, Landeck und Imst steigt die Lawinengefahr ab morgen durch Starkschneefall an. Der Lawinenwarndienst der Abt. Zivil- und Katastrophenschutz des Landes rät daher dringend von Skitouren und Variantenfahrten ab und ruft zu genereller Vorsicht im Gelände auf: „Bei einer Lawinenwarnstufe 4 sprechen wir von einer großen Lawinengefahr. Aufgrund der prognostizierten Wetterverhältnisse rechnen wir mit einem erhöhten Einsatzaufkommen am Wochenende“, erklärt Rudi Mair vom Lawinenwarndienst Tirol.

So gelte im ganzen Land erhöhte Alarmbereitschaft. Durch die Landeswarnzentrale Tirol der Abt. Zivil- und Katastrophenschutz wurde beim Österreichischen Bundesheer um Assistenzeinsatz für ein Lawineneinsatzelement sowie einen Hubschrauber am Stützpunkt in Vomp ersucht. Dies gilt als Vorsorge, um bei etwaigen Einsätzen die zivilen Einsatzkräfte am Boden und aus der Luft unterstützen zu können sowie Erkundungsflüge für die Lawinenkommissionen zu ermöglichen. Die Sperre von exponierten Straßen sowie Wanderwegen ist durchaus möglich.

Gefahr von Trieb- und Nassschneelawinen steigt
Aus heutiger Sicht ist das gesamte Wochenende keine Entspannung in Sicht, wie Lawinenexperte Rudi Mair betont: „Die Lage bleibt jedenfalls bis Sonntag kritisch: Triebschnee- und selbstausgelöste Nassschneelawinen sind jederzeit möglich.“ So sorgen über 2.000 Metern große Mengen an Neuschnee und dazukommender Wind für eine gefährliche Konstellation. Unterhalb von 2.000 Metern sind es die großen Regenmengen und ein damit verbundener Festigkeitsverlust der Schneedecke, wodurch Nass- und Gleitschneelawinen ausgelöst werden können. „Die Winde, dem Baumeister der Lawinen, sorgen am Wochenende zudem für Neuverfrachtungen der Schneelagen – besonders in den klassischen Föhnschneisen. Wir werden daher alle Tiroler Gebiete genauestens im Auge behalten“, so Rudi Mair.

Gesicherte Pisten sollen nicht verlassen werden
In allen Teilen Tirols gilt damit erhöhte Vorsicht: „Skifahrerinnen und Skifahrer sollten auf der gesicherten Piste bleiben, außerhalb kann es sehr gefährlich sein – man benötigt derzeit unbedingt sehr gutes lawinenkundliches Wissen“, sagt Rudi Mair.

Im Schnee-Niederschlagsschwerpunkt, von den Lechtaler Alpen über die Arlberg- und Verwallregion bis in das Paznauntal, sind bis morgen Früh 80 bis 120 cm Neuschnee vorhergesagt. Vom Wetterstein bis zum Wilden Kaiser Gebirge können es bis zu 70 cm sein, in Osttirol zwischen 20 (Lienzer Dolomiten) und 50 cm (Tauernhauptkamm). In den übrigen Regionen Tirols sind maximal 20 bis 40 cm vorhergesagt.

Informationen zum Lawinenwarnbericht: lawine.tirol.gv.at.
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