08.11.2016, 09:10 Uhr

Boden: Nicht die Zukunft verbauen

Wollen das "Bodenbewusstsein" stärken: LR Johannes Tratter, Thomas Pohl, NR Hermann Gahr und Bgm. Heinz Kofler (v.l.).

Forum Land fordert Schutz der knappen Ressource Boden: Verdichtete Bauweise und Ortskernrevitalisierung sollen forciert werden.

LANDECK (otko). Das Thema nachhaltige Wohnraumbeschaffung wurde bei der Forum-Land-Veranstaltung vergangenen Mittwoch in der Fachschule für ländliches Betriebs- und Haushaltsmanagement in Perjen diskutiert. "Der Nutzungsdruck auf Grund und Boden steigt ständig. Siedlungs-, Gewerbe- und Verkehrsflächen werden immer mehr. Und genau diese Flächen stehen den nachfolgenden Generationen für die Produktion von Lebensmitteln nicht mehr zur Verfügung", erläuterte Landesobmann NR Hermann Gahr. Ziel des Forums Land sei es mehr "Bodenbewusstsein" zu schaffen. "Wir müssen das Tempo der Versiegelung reduzieren", fordert Gahr. Jedes Dorf müsse sich Gedanken machen damit die jungen Leute im Ort bleiben. "Es braucht eine qualitätsvolle Entwicklung und wir können nicht alles zubetonieren", so der Nationalrat.

Platzsparend bauen

Landesrat Johannes Tratter unterstrich nochmals die Positionen des Landes: "Wir haben einerseits die Aufgabe leistbares Wohnen zu schaffen und gleichzeitig hochwertige Flächen für die Landwirtschaft und für die Erholungsfunktion zu schützen. Neue Objekte sollen platzsparend und verdichtet gebaut werden. Wichtig ist auch eine weitere Nachverdichtung und die Revitaliseriung der Ortskerne." Zudem sei auch eine Erschließung von peripheren Flächen, wie Waldränder in Ortsgebieten, möglich – aber nur wenn sie gut erschlossen seien.
"Die Flächen werden nicht mehr und daher ist eine sinnvolle Nutzung wichtig. Es gib bereits einige Vorzeigegemeinden, die bei der Wohnraumbeschaffung den Bodenschutz stark mitdenken", berichtete Bezirksobmann Thomas Pohl. Trotzdem würden in den Ortszentren viele alte Gebäude leer stehen, während drumherum in der grünen Wiese neu gebaut werde. "Wichtig ist es in diesem Zusammenhang, die Leute über Förderungen für die Revitalisierung von alten Gebäuden zu informieren", so Pohl. Experte Harald Kröpfl ist Koordinator für die Ortskernrevitalisierung beim Regionalmanagement regioL und berät Interessierte. "Oft fehlt es den Leuten lediglich am Know How und Beispielen", weiß Pohl.

Umdenken nötig

Ein gelungenes Fallbeispiel für eine Belebung des Ortskerns ist die Gemeinde Prutz. "Viele leerstehende Gebäude wurden in den letzten Jahren adaptiert und umgebaut, auch von Wohnbauträgern. So entstehen in den nächsten zwei Jahren im Dorfzentrum an die 100 zusätzliche Wohnungen", weiß Bgm. Heinz Kofler. Ein weiteres Problem sei aber oft, dass sich Anrainer gegen eine weitere Verdichtung wehren. "Hier braucht es ein Umdenken. Natürlich bringt ein Wachstum auch Platzprobleme in Schulen und Kindergarten mit sich. Trotzdem sind wir aber froh, dass die Bevölkerung wächst", betont der Prutzer Dorfchef.
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