30.06.2017, 09:10 Uhr

Fraueneinkommen: Bezirk Landeck ist Schlusslicht in Österreich

Die SPÖ-Frauen informierten heute über Einkommenssituation der Frauen im Bezirk Landeck: Roswitha Lentsch, Landesfrauenvorsitzende Selma Yildirim, Bezirksfrauenvorsitzende Brigitte Trötzmüller und Helga Fink (v.l.).

Die SPÖ-Frauen analysierten Situation im Bezirk und präsentierten Vorschläge für eine gerechtere Arbeitswelt.

LANDECK/ZAMS (otko). Im Rahmen einer bundesweiten Fragebogenaktion erhoben die SPÖ-Frauen vergangenen Mittwoch in Zams, was die Frauen im Hinblick auf das Thema Arbeit besonders bewegt. Zuvor gab es in Landeck eine Pressekonferenz.
"Der Bezirk Landeck landet bei den Einkommen von Frauen österreichweit am 117. und damit letzten Platz. Die Landeckerinnen verdienen im Durchschnitt 12.448 Euro netto pro Jahr und liegen damit um 17 Prozent hinter dem Tiroler Durchschnittseinkommen“, zeigte sich SPÖ-Landesfrauenvorsitzende Selma Yildirim erschüttert. Noch krasser sei der bundesweite Vergleich, da die Frauen im Bezirk Landeck um 26 Prozent weniger als die durchschnittliche Frau und 49,2 Prozent weniger als der durchschnittliche Mann in Österreich verdienen. Nur 23 Prozent der Frauen (Männer: 52,3 Prozent) im Bezirk Landeck haben eine ganzjährige Vollzeitbeschäftigung. Bei ganzjähriger Vollzeitarbeit verdienen die Frauen im Bezirk durchschnittlich 22.502 Euro netto pro Jahr (Männer 29.575).

Zu viel Teilzeitarbeit

„Die Einkommen im Bereich Beherbergung und Gastronomie und bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen sind im Bezirk besonders niedrig, wie eine Analyse der aktuellen Lohnsteuerdaten (2015) zeigt. Das wirkt sich im tourismusstarken Bezirk Landeck natürlich besonders aus“, so Yildirim. 37 Prozent der Landeckerinnen arbeiten überwiegend im Tourismus. Am besten verdienen die Frauen im öffentlichkeitsnahen Sektor.
Für die Landecker SPÖ-Frauenvorsitzende Brigitte Trötzmüller ist das größte Problem die Teilzeitarbeit: "Zu viel Teilzeit im Erwerbsleben ist nicht gut. Das wirkt sich dann später negativ bei der Höhe der Pensionen aus. Gerade die Altersarmut ist weiblich" Allerdings würden viele Frauen aus familiären Gründen nicht anders können. "Hier müssen wir fest dahinter gehen, sonst wandern uns die Leute ab. Gut ausgebildete Frauen gehen dort hin, wo sie Familie und Beruf besser vereinbaren können", warnt die stv. SPÖ-Bezirksfrauenvorsitzende Helga Fink.

Mehr Kinderbetreuungsplätze

„Der Handlungsbedarf ist nach wie vor enorm. Es gilt Maßnahmen zu setzen, um die Einkommensschere endlich zu schließen. Unser Ziel ist es, das jede Frau mit ihrer Arbeit ein selbstbestimmtes Leben führen kann“, sind sich die SPÖ Frauen einig. Gerade für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf brauche es eine ganzjährige und ganztägige Kinderbetreuung. "Die meisten Kindergärten schließen um 14.00 Uhr und daher ist oft das Angebot nicht da. Viele Frauen haben auch keine Wahlfreiheit. Es braucht mehr Betreuungsplätze und ist werden dann auch angenommen, wenn sie geschaffen worden sind", zeigt Yildirim auf. Allerdings wollen die SPÖ-Frauen keine Lebensmodelle bewerten und auch niemanden in das Erwerbsleben zwingen.
Weitere Forderungen sind ein Mindestlohn von 1.500 Euro Brutto sowie die Einkommenstransparenz, da es in gleichen Branchen oft Unterschiede bei der Bezahlung gibt. Daneben soll auch die partnerschaftliche Aufteilung der unbezahlten Arbeit und Familienarbeit gefördert werden. Auch die bestehende Erwerbsarbeit soll in den Betrieben gerechter verteilt werden und mehr ganzjährige Arbeitsplätze forciert werden. "Dies bedeutet mehr Geld am Monatsende für die Frauen", so Yildirim abschließend.
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