02.10.2014, 14:19 Uhr

Infra informierte Landecker Gemeinderäte

Umstrittenes Projekt: Für 90 Mio. Euro soll an der Sanna ein Wasserkraftwerk errichtet werden.

Beteiligung bietet laut Infra für Gemeinden in der aktuellen Projektphase ausschließlich Chancen und keine Risiken. Gemeinderat will auch andere Vertreter anhören.

LANDECK (otko). Bgm. Wolfgang Jörg hat die Abstimmung über eine Beteiligung am geplanten Wasserkraftwerk Sanna am 23. Oktober auf die Tagesordnung der Gemeinderatssitzung gesetzt. Am Dienstagabend stellte sich Projektentwickler Infra im Landecker Gemeinderat bei einer nicht öffentlichen Sitzung den Fragen der Mandatare. Im Anschluss wurde dann ohne die Infra-Vertreter diskutiert. "Anschließend hatten wir Stadtrat und dort haben wir ausgemacht weitere Vertreter - Kajak, Fischer, Wirtschaftskammer, TVB - für den 14. Oktober in der Gemeinderat zu einer nicht öffentlichen Sitzung einzuladen", berichtet Bgm. Dr. Wolfgang Jörg. Zu den Inhalten hüllt sich das Landecker Stadtoberhaupt in Schweigen. "Das gebietet die Fairness und es gilt für beide Seiten! Diese Diskussionsrunden sollen der Aufklärung offener Fragen usw. dienen, näheres wird ja dann die öffentliche Sitzung zeigen", so Jörg abschließend.

Planung ist weit fortgeschritten

Infra informierte über die Sitzung in einer Presseaussendung: „Die Planung schreitet zügig voran. Aus heutiger Sicht gibt es keine fachlichen Gründe, die gegen das Projekt sprechen. Die Umwelterträglichkeitserklärung UVE wird in den nächsten Monaten finalisiert und danach die Umweltverträglichkeitsprüfung UVP durch die Behörde begonnen", betonte Sanna-Projektleiter Hans Bayer. Mit dem UVP-Bescheid werde im Jahr 2016 gerechnet.
Die Planungen bestätigen, dass das Verhältnis von Kosten und Energieerzeugung beim Kraftwerk Sanna günstig seien. "Das sei auch der Grund, warum Energieversorgungsunternehmen Angebote für eine Beteiligung an der Kraftwerkgesellschaft vorgelegt haben", sagte Bayer. „Bei einem positivem Abschluss der Verhandlungen ist sichergestellt, dass die Gemeinden in der aktuellen Projektphase bei einem Einstieg in die Projektgesellschaft ein sehr geringes finanzielles Risiko eingehen“, so Bayer.


„Risiko für Gemeinden ist überschaubar“

Auch der Zammer Bürgermeister Siegmund Geiger betont die Vorteile des Gemeindebeteiligungsmodells: „Das Modell bietet den Gemeinden eine einmalige und günstige Chance, sich direkt an der Kraftwerksgesellschaft zu beteiligen und im Projekt mitzuentscheiden. Ab dem Beitritt zur Gesellschaft ist das Risiko der Gemeinden bis zum Baubeschluss außerdem auf die Stammeinlage von 7.500 Euro beschränkt und damit überschaubar.“

Gemeinden langfristig finanziell stärken

Der Pianner Bürgermeister Peter Rauchegger erklärt, weiterhin mit aller Kraft für dieses Zukunftsprojekt zu arbeiten: „Wenn wir jetzt aussteigen würden, verzichten wir freiwillig auf die Chance, uns an einem wirtschaftlich attraktiven Kraftwerk zu beteiligen, das die Gemeinden langfristig finanziell stärkt.“
Außerdem sei die Investition in das Kraftwerk ein wichtiger Impuls für den Bezirk Landeck: „Die Zeiten sind wirtschaftlich nicht rosig, die Arbeitslosenquote liegt bei neun Prozent. Vom Bau eines Millionenprojektes profitiert die gesamte Region.“
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Günter Kramarcsik aus Landeck | 03.10.2014 | 09:01   Melden
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Günter Kramarcsik aus Landeck | 13.10.2014 | 10:06   Melden
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