08.10.2014, 14:40 Uhr

Kraftwerk Sanna: Rafter lehnen Angebot ab

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Umstrittenes Sanna-Kraftwerk: Die Raftingunternehmen sehen ihre Existenz gefährdet.

Der Tiroler Raftingverband sieht kaum noch Chance auf eine Einigung mit dem Kraftwerksentwickler Infra.

LANDECK (otko). Nach der Präsentation der Details zum Einstieg der Tiroler Energieversorgungsunternehmen in die Wasserkraft Sanna gab es am Montag einen weiteren Paukenschlag. Seit geraumer Zeit verhandeln der Tiroler Raftingverband (TRV) und Kraftwerksentwickler Infra über die Wassermenge beim geplanten Kraftwerk Sanna.
Die Rafter werfen nun den Kraftwerksplanern vor, das für die Dauer der Verhandlungen vereinbarte mediale Stillhalteabkommen mit einer Aussage in einem Zeitungsinterview gebrochen zu haben. Jedenfalls fühlen sich die Rafter zu keinem Stillhalteabkommen mehr verpflichtet. "Wir sehen das nicht so. Wir haben uns inhaltlich nicht geäußert und wir werden dies auch weiterhin nicht tun", betont Infra-Projektleiter Hans Bayer.

Inakzeptables Angebot

Schließlich trafen sich am 1. Oktober die Raftingbetriebe, welche die Sanna befahren, zur entscheidenden Sitzung in Haiming. Dort wurde der Infra-Vorschlag diskutiert. "Die Betriebe haben den Vorschlag relativ schnell und einstimmig als inakzeptabel abgelehnt", berichtet Günter Kramarcsik, Mediensprecher des TRV in Sachen Kraftwerksprojkete. "Die Mitglieder verweisen darauf, dass das vorliegende Angebot in jeden Fall zu wenig auf die Raftingbetriebe Rücksicht nimmt und deshalb die Sportausübung und der Geschäftsbetrieb massiv gestört wäre und die Existenz der Betriebe stark bedroht ist", so Kramarcsik.
Die Unternehmen haben entsprechend der stark steigenden Nachfrage in den letzten Jahren und im Vertrauen darauf, dass sie eine von der Schifffahrtsbehörde verliehene Konzession mit unbegrenzte Dauer für den Zeitraum vom 1. Mai bis 30. September auf der Sanna haben, Investitionen in mehreren Millionenhöhen getätigt. "Bei Zustimmung einer derart massiven Einschränkung, wie im Vorschlag vorgesehen, wäre das Ergebnis und die Konsequenz am Ende eine Betriebsschließung nach der anderen, verbunden mit enormem Verlust eines jeden einzelnen Betriebs", erklärt der TRV-Mediensprecher. Nicht zu vergessen seien die vielen direkten und indirekten Arbeitsplätze, welche damit verloren gehen, denn im Gegenzug und nach eigenen Angaben der Projektbetreiber werde mit dem Kraftwerksbetrieb kein einziger neuer Arbeitsplatz geschaffen.

Suche nach Kompromiss

Die Verhandlungen wurden jedoch nicht abgebrochen und die Rafter werden ein Gegenangebot vorlegen. Laut Kramarcsik sei eine Einigung möglich, wenn Infra auf ein Drittel des Regelarbeitsvermögens verzichtet. "Die Differenzen zwischen euren und unseren Vorstellungen sind vermutlich zu groß um diesbezüglich noch einen brauchbaren Kompromiss zu finden", teilte Mediensprecher Kramarcsik Infra-Manager Manfred Roner in einer E-Mail am Montag mit.
Für Infra-Projektleiter Bayer ist die Vorgangsweise des TRV etwas befremdend: "Wir haben die Ablehnung aus den Medien erfahren." Von Seiten der Infra erwarte man sich nun einen Gegenvorschlag. "Die Zahlen, die in den Raum gestellt werden, sind nicht nachvollziehbar und fernab jeder Realität", betont Bayer in Richtung des angebotenen Kompromissvorschlages.
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Günter Kramarcsik aus Landeck | 09.10.2014 | 12:03   Melden
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