08.02.2017, 14:31 Uhr

Landtag erklärt Landeck zur Modellregion für gelebte Regionalität

Modellregion Landeck: Bauernbunddir. Peter Raggl, LAbg. Hermann Kuenz und Bezirksbauernobm. Elmar Monz.

Im Februarlandtag stand ein Antrag betreffend „Wertschätzung und Wertschöpfung für die Tiroler Landwirtschaft sowie Maßnahmen für Bauernfamilien und den ländlichen Raum“ zur Beschlussfassung an. Landeck wurde mehrheitlich zur Modellregion ernannt.

BEZIRK LANDECK (joli). In der vergangenen Landtagssitzung wurde der mehrheitliche Beschluss – gegen die SP-Tirol und die Abgeordnete Krumschnabel – gefasst und somit Landeck zur Modellregion ernannt, erklärten LAbg. Hermann Kuenz, Bauernbundobm. Elmar Monz und Bauernbunddir. Peter Raggl.
Der Antrag beinhaltet folgendes: „Zur nachhaltigen Stärkung der Tiroler Landwirtschaft und der bäuerlichen Familienbetriebe soll ein Maßnahmenpaket geschnürt werden, um die Marktpräsenz zu stärken und regionale Wirtschaftskreisläufe zu schließen. Mit den zu erwartenden Investitionen sind auch Impulse für Wirtschaftsbetriebe in den dezentralen Räumen eng verbunden. Die Landesregierung wird aufgefordert, folgende Maßnahmen zu setzen bzw. zu unterstützen: die Errichtung einer Modellregion zur Stärkung der Zusammenarbeit von Tourismus, Wirtschaft und Landwirtschaft, zweitens die Stärkung des Bestbieterprinzips und drittens die Umsetzung eines Bewusstseinsbildungsprogramms.“
„Wenn es um die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Landwirtschaft für die Zukunft oder um die Frage der Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns und die Chancen für die Familienbetriebe geht, dann sind Wertschöpfung und die Wertigkeit des eigenen Produktes die entscheidende Frage“, betont LAbg. Kuenz.
Es gibt zwar viele Bekenntnisse über die Wertschätzung, über die Wichtigkeit der bäuerlichen Tätigkeiten wie die flächendeckende Bewirtschaftung, die Almen oder der Wald – aber wenn es um den Einkauf von Lebensmitteln geht, dann bestimmt viel häufiger der Preis und nicht so sehr die Tiroler Herkunft das Kaufverhalten vieler Menschen.
Häufig sei es die Herausforderung, eine Drehscheibe für die Produkte zu schaffen, was Verarbeitung und Vermarktung betrifft und die Möglichkeiten für den Tourismus anbelangt: "Anhand der Modellregion Landeck und im Zuge der Leaderentwicklung wollen wir diese Punkte konkret angehen. Dafür braucht es eine Person, die diese Drehscheibenfunktion in Form eines 'Kümmerers' übernimmt und dies koordiniert“, so LAbg. Kuenz.

Wichtiger Schritt

Für den Ideengeber der Modellregion Landeck, Bezirksbauernobmann Elmar Monz, ist der Landtagsbeschluss ein wichtiger und guter Schritt in Richtung Unterstützung der Berglandwirtschaft: „Die Bauernhöfe im Bezirk Landeck sind äußerst klein strukturiert. 60 Prozent der Betriebe bewirtschaften weniger als fünf Hektar Fläche, 85 Prozent unter 10 Hektar. Im Durchschnitt hält ein Betrieb vier Milchkühe. Über 95 Prozent der 1.800 bäuerlichen Betriebe im Bezirk werden im Nebenerwerb bewirtschaftet. Daher brauchen wir in Zukunft eine bessere Zusammenarbeit der Landwirtschaft mit dem Tourismus, damit wir für unsere hochwertigen Produkte einen Mehrpreis erzielen können.“
„Die Modellregion ist ein Schritt in die richtige Richtung, damit die am eigenen Hof erzeugten Produkte in der Region besser vermarktet und die vorhandenen Chancen besser genutzt werden können“, betont der aktive Bauer: "Davon Profitieren alle – auch der Konsument."

Synergien nutzen

Bauernbunddirektor Peter Raggl zeigt sich stolz, dass Landeck zur Modellregion auserkoren wurde: "In Landeck gibt es bereits sehr viele Initiativen, die gut funktionieren. Auch existieren bereits Synergien zwischen Tourismus und Landwirtschaft, die man lediglich noch besser nutzen müsste. Es gilt das Angebot aus dem Bezirk auf die Nachfrage im Bezirk ab zu stimmen.“
Die Umsetzung dazu soll im Laufe des Jahres erfolgen.
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