24.10.2017, 12:00 Uhr

Lech: Die Post öffnet sich radikal

Florian Moosbrugger - hinter seinem Rücken entsteht die neue Glasfassade - öffnet den Gasthof nach der Umbauphase wieder Anfang Dezember. (Foto: © Herbert Lehmann)

Das Hotel Gasthof Post hat seit vielen Jahrzehnten eine Sonderstellung im weltweit bekannten Sportort Lech am Arlberg. Das liegt auch an der Geschichte der Familie. Der Umbau war daher keine leichte Übung für Florian Moosbrugger und seine Architekten Eckhard Amann und Christian Prasser.

LECH. Das Fünfstern Relais & Châteaux-Hotel ist für seinen traditionsreichen Charme und für seine diskrete Wohligkeit bekannt. Berühmte und gekrönte Häupter entspannen hier gerne. Die geschlossene und trutzige Form des Hauses weist wohl auch auf die Geschichte der Familie Moosbrugger hin, die ursprünglich nicht vom Arlberg sondern aus dem Bregenzer Wald stammt. Sicher war es nicht leicht für die Zuzügler, im Dorf anerkannt zu werden.
Acht Jahrzehnte später findet jedoch Florian Moosbrugger, dass es Zeit ist, das Haus optisch zu öffnen und gleichzeitig die prächtige Bergkulisse in das Gebäude hinein zu holen. Er beauftragte den Architekten Christian Prasser, der schon seit 2010 für die Innenarchitektur verantwortlich ist (nach dem Spa-Bereich wurde eine Reihe von Suiten umgebaut) mit der Umgestaltung der Restauranträumlichkeiten. Parallel dazu gestaltet Architekt Amann – dessen Büro in bewährter Zusammenarbeit für die Projektsteuerung und Bauleitung verantwortlich ist – den kompletten Küchenbereich neu.
Prassers Konzept öffnet die gesamte Außenfläche des Restaurants mit einem großzügigen Panoramafenster, sodass sich der Gast mitten im Dorf und ganz nah den Bergen wähnt. Zarte horizontale Aluminiumlamellen mit Ziselierung geben der Glaswand Struktur und zitieren gleichzeitig die geschnitzten Abschlüsse von Balkonen und Erkern.
Der vorderen Glaswand steht eine getäfelte Rückwand aus Eichenholz im Speisesaal gegenüber. Auch der Boden besteht aus Eichendielen. Um die Akustik in diesem puristisch angelegten Raum angenehm zu dämpfen, wurde die weißlackierte Holzkasettendecke (ein Zitat der bürgerlichen „Guten Stube“) mit einem feinen Lochraster versehen. Für die Bestuhlung und für die Polsterung der Sitzbänke wiederum arbeitete man mit dem österreichischen Traditionsunternehmen Wittmann zusammen.
Die Lichtplanung wurde in Zusammenarbeit mit der Firma Bartenbach realisiert. Die Wiener Manufaktur Mano Design entwickelte dazu faszinierende Hängelampen aus Porzellan, die an alpine Modeldrucke erinnern.

Großer Schritt

Neben der neuen Ästhetik sind vor allem auch arbeitstechnische Verbesserungen entstanden. Durch den Umbau der Küche ergibt sich ein größerer Vorraum, der nun aus allen drei Restaurantbereichen zugänglich ist. Hier wird zukünftig das Büffet angesiedelt sein. Dies wiederum erhöht die Flexibilität im Speisesaal. Die Tischgrößen werden auf diese Art variabel, gerade auch bei Festen und geschlossenen Veranstaltungen ist dies ein wichtiges Tool.
Florian Moosbrugger: „Es ist ein großer Schritt für unser Haus, weil wir nicht nur die Ästhetik und die Arbeitsqualität verbessern, sondern auch das Lebensgefühl im Speisebereich sehr verändern. Nach mehr als 70 Jahren öffnen wir das Haus erstmals radikal.“
Aufgrund der Umbauten war das Hotel Gasthof Post während der Sommersaison 2017 nicht geöffnet. Der neue Speisesaal wird mit Start in die Wintersaison am 1. Dezember in Betrieb genommen. Gleichzeitig wird der neue Küchenchef David Wagger (32) die Leitung der Küchenbrigade in der Post übernehmen.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.