13.02.2018, 14:30 Uhr

LLA Imst: Quo vadis Berglandwirtschaft?

Im Rahmen des Pfäffikonprojkets an der LLA Imst wurde ein in Kappl beheimateter Landwirtschaftsbetrieb in exponierter Lage analysiert. (Foto: LLA Imst)

Grenzüberschreitendes Projekt zeigt bereits zum 16. Mal Betriebspotentiale in der Landwirtschaft auf.

KAPPL/IMST. Am Freitag, dem 09.02.2018 konnte an der LLA Imst den anwesenden Vertretern der Landwirtschaftskammer und den interessierten Zuhörern der Partnerschule Pfäffikon Ergebnisse zu möglichen Umstrukturierungen eines Kappler Schafzuchtbetriebes vorgestellt werden.
Zielsetzung war es, unter anderem ein entsprechendes Stallgebäude neu zu planen, welches eine Vergrößerung des Betriebes auf rund 30 Mutterschafe zulässt, aber auch zu bewerten, ob eine Vergrößerung futtertechnisch möglich als auch betriebswirtschaftlich sinnvoll erscheint. Nach Erhebung der Basisdaten gemeinsam mit Schülern der HTL Imst die ihr Know How im Bereich Hochbau einbrachten, entwickelten die Schüler in einem rund einwöchigen Projekt mögliche Zukunftsperspektiven für den Betrieb.
Der Betriebsleiter Stefan Pfeifer bewirtschaftet mit seinen Söhnen, die beide derzeit ihre Ausbildung an der LLA absolvieren, einen Schafzuchtbetrieb in rund 1500 Meter Seehöhe in Kappl/Paznaun.
Nach Erhebung des aktuellen Tierbestandes und Aufnahme der Grunddaten beschäftigte sich die Gruppe Tierzucht intensiv mit dem Futterbedarf, der Fütterung und Haltung der Schafe sowie den Erlösen aus der Tierhaltung. In einem weiteren Schritt wurde die Auswirkung auf den Futterbedarf und die Haltungsansprüche der einzelnen Tierarten bei der Aufstockung von derzeit elf Mutterschafen auf 30 Mutterschafe bzw. einer Umstellung auf ca. fünf bis sechs Mutterkühe berechnet. Auch die daraus resultierenden Erlöse aus der Tierhaltung wurden bewertet und analysiert.


Mehr Direktvermarktung

Eine weitere Überlegung ging in Richtung Vermarktungsmöglichkeiten für Lammfleisch. Da die Direktvermarktung eine betriebswirtschaftlich sinnvolle Variante darstellt, ging man auf Suche nach Abnehmern. Die örtliche Gastronomie im Paznauntal und Lebensmittelgroßhändler wurden kontaktiert. Leider gelang es trotz der vielen Lippenbekenntnisse zu Regionalität nicht, Abnehmer für dieses Produkt zu finden.
Die Schüler in der Projektgruppe Pflanzenbau erarbeiteten Planungsgrundlagen für den neu zu bauenden Futterbergeraum und erhoben für die Dachabsaugung und den Heukran erste Angebotspreise. Durch eine Heubelüftung mit Dachabsaugung könnte die gleichmäßig gute Qualität des Grundfutters Heu gesichert werden.
Trotz der vielen planerischen Herausforderungen erzielte die Stallbaugruppe im speziellen auch durch die Unterstützung der HTL Schüler zwei brauch- und realisierbare Lösungsansätze für die Familie Pfeifer.
Anschließend wurden die verschiedenen Varianten berechnet und hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit analysiert.
Insbesondere der Schweizer Gaslehrer Martin Hirschi zeigte sich von der eigenständigen Leistung der Schüler angetan und lobte die positive Entwicklung des Projektes in den letzten Jahren.
Betriebsleiter Pfeifer zeigte sich was die Realisierung anbelangt, grundsätzlich zuversichtlich, auch wenn man noch abwarten müsse, was die neue Förderperiode ab 2020 bringe.
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