Kammerspiele
Darf man einem Kind den Namen Adolf geben?

Choas pur: Schlägerszene im Wohnzimmer
  • Choas pur: Schlägerszene im Wohnzimmer
  • Foto: Herwig Prammer
  • hochgeladen von Reinhard Hübl

Man darf. Nur, ist es dann für sein ganzes Leben gezeichnet? Wird es dann in der Schule gehänselt? Ist der Name politisch korrekt? Wird man gleich einer Partei zugeordnet? Findet man diesen Namen in einem Liederbuch?

Warum wird in den Kammerspielen eine halbe Stunde lang beim Abendessen gestritten? Nicht deswegen. Es brechen unvermittelt Konflikte aus. Einer der Protagonisten, der wenig spricht, wird der Homosexualität bezichtigt. Er outet sich als Geliebter der Mutter des jungen Paares. Er blutet von der Nase, nachdem er aufgrund dieser Offenbarung von der Meute attackiert wird.

Zum Detail: Zwei Paare und ein gemeinsamer Freund. Bei einem Paar trifft – wie originell - der Mann alle Entscheidungen, auch wie das ungeborene Kind heißen soll. Der Diskurs ist eine sehr emotionale Auseinandersetzung, die den Beziehungsstatus in Frage stellt. Das zweite Paar ist eher durchschnittlich. Der Mann stellt sich so deppert an, dass die Frau des Hauses alle Aufgaben der Gastgeber übernimmt. Sie pendelt zwischen Küche und Wohnzimmer hin und her und ist pikiert, dass sie nur die Hälfte der krassen Unterhaltung mitbekommt.

Fazit: Der Name „Adolf“ ist obsolet, denn im Spital wird ein Mädchen geboren. Der Adolf-Erfinder gibt zu, dass der Vorname nur Provokation war, um die Familienaufstellung auszutesten. Den Namen der jungen Dame verrät er nicht.

Eine französische Komödie, die mit einer Lachgarantie und Tempo durch die Kammerspiele fegt. Sie ist gewiss ein Dauerrenner. Der gar nicht diskrete Charme der Bourgeoisie ist eine Abrechnung mit Vorurteilen und spießigen Verhaltensmustern.

Alexandre de la Patelliere und Matthieu Delaporte sind die Autoren, Regie führt der durchaus erfolgreiche Folke Brabant.

Susa Meyer spielt die gestresste Elisabeth Garaud-Larchet, Marcus Bluhm gibt den Ehemann. Oliver Rosskopf ist Elisabeths introvertierter Jugendfreund Claude Gatignol, der grandiose Michael Dangl befeuert als Vincent Larchet, Elisabeths Bruder und Pierres Jugendfreund, die Auseinandersetzungen, und Michaela Klamminger gibt Vincents Lebensgefährtin und werdende Mutter Anna Caravati. Ein gut eingespieltes Team, Poitenschleurer, die große Klasse zeigen.

Applaus, Applaus, Applaus

Next: “Der Vorname” 13.11.2017. Sichern Sie sich rasch Karten. Besonders empfehlenswert!!!

Infos und Tickets: www.josefstadt.org

Reinhard Hübl

Autor:

Reinhard Hübl aus Landstraße

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