Ein Landstraßer kämpft um das Erbe seiner toten Tante

Herbert Koller mit dem geänderten Testament seiner Tante.
  • Herbert Koller mit dem geänderten Testament seiner Tante.
  • Foto: Klinger
  • hochgeladen von Thomas Netopilik

(tk). Wenn es ums Erben geht, ist meist Geldgier der Motor für jahrelange Prozesse – so eng können manche gar nicht miteinander verwandt sein. Das war’s dann mit dem Familienglück.

Bei Pastoralassistent Herbert Koller kann man dieses Motiv ausschließen. Der im Fasanviertel lebende Kirchenvertreter ist schon 1993 von seiner Tante Anna Sorko nicht in deren Testament bedacht worden. Darin findet sich an erster Stelle eine gute Freundin der mittlerweile verstorbenen Pensionistin. Im August dieses Jahres ist Anna Sorko im Alter von 91 Jahren verstorben. In ihrem letzten niedergeschriebenen Wille von vor 17 Jahren finden sich zahlreiche andere Verwandte und Freunde, denen die Rentnerin auch ihren Schmuck und andere persönliche Wertgegenstände vererbt hatte. Anfang 2010 setze die damals schon schwerkranke Niederösterreicherin ihre Unterschrift jedoch unter ein abgeändertes Testament.

Guten Zeitpunkt abgewartet?
Genau in der Woche, als Herbert Koller Urlaub machte. Darin einzig und allein begünstigt eine Pflegerin eines Vereines aus der Landstraße. Was den auch in der Landesklinik Tulln tätigen Seelsorger stutzig macht. Seine Tante Anna hat die Pflegerin still und heimlich zur Alleinerbin erklärt. Neben Broschen umfasst Anna Sorkos Hinterlassenschaft auch ein Grundstück mit Haus in
Sieghartskirchen.

Testament einfach geändert
Herbert Koller: „Die Pflegerin wurde von mir Anfang Jänner über eine Sozialarbeiterin bestellt. Ein paar Wochen später hat meine Tante ihren letzten Willen zugunsten dieser Frau geändert, uns aber nicht darüber informiert. Was uns alle aber nicht verwundert hat, denn die Tante Anna war ziemlich stur und nachtragend, wenn ihr etwas nicht gepasst hat“. Er und die ursprünglich bedachte beste Freundin wollen Klarheit, ob es sich da nicht um Erbschleicherei handelt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jedenfalls.

Ein Haus als Lohn?
Der Rechtsvertreter der beschuldigten Milena S. will das keinesfalls gelten lassen. Der Anwalt aus der Wiener City sagt, die Pflegerin und Anna Sorko hätten sich schon seit Anfang 2009 gekannt. Und Milena S. war nicht in ihrer Eigenschaft als Vereinsobfrau tätig sondern privat. Die 48-Jährige habe sich in allen Belangen um die alte Dame gekümmert: Pflege, Amtswege, Einkäufe sowie einen finanziellen Einsatz, der in einem so genannten Übergabsvertrag ganz klar geregelt ist. Erst die Arbeit, dann der Lohn in Form eines Hauses. Um den kämpft die Milena jetzt.
Herbert Koller, der von dem Streit in keinstem Fall profitiert, geht es um Gerechtigkeit: „Die Tante Anna und die Pflegerin haben sich vorher nie gesehen. Da stimmt etwas nicht!“

Autor:

Thomas Netopilik aus Alsergrund

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