Kundmanngasse
Ein Neubau sorgt für Diskussionen

Die Anrainer rund um Frank Benedikt (3.v.l.) sind mit dem Ergebnis in der Kundmanngasse unzufrieden.
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Der Neubau des Hauptverbandes der Sozialversicherung in der Kundmanngasse sorgt für Unmut.

LANDSTRASSE. Der Hauptverband der Sozialversichung hat seinen Sitz seit 40 Jahren im dritten Bezirk. Da der in den 1970ern erbaute Büroturm nicht mehr zeitgemäß ist, wird er saniert – nach den Entwürfen des französischen Architektenbüros "Atelier d'architecture Chaix & Morel + Associés".

Die Arbeiten befinden sich bereits im Endspurt, für Anfang 2020 ist die Eröffnung geplant. Doch die Anrainer sind alles andere als zufrieden mit den vorläufigen Ergebnissen. Rund um Initiator Frank Benedikt hat sich eine Bürgerinitiative gegründet. Mehr als 25 Leute tun ihren Unmut kund. "In den ursprünglichen Entwürfen war von einer Dachbegrünung die Rede", so Benedikt. Heute ist klar: Auf das Dach kommt eine Photovoltaikanlage.

Zehn Bäume statt 24

"Das ist doch ein Witz", lautet der Tenor der Aktivisten. "Das Gebäude spiegelt, es wird wahnsinnig heiß im Sommer, es ist nichts Grünes zu sehen", sagt Benedikt. Zuvor befand sich auf dem Grundstück neben dem Bürogebäude ein Park – dieser war allerdings nicht frei zugänglich. "Trotzdem war es ein Stück Grün, das Sauerstoff produzierte", so Benedikt. "Einerseits sprechen wir von Klimawandel, andererseits betonieren wir alles zu. Es geht hier um das Mikroklima", stellt er klar. Am meisten stört es die Gruppe, dass die Anrainer vor vollendete Tatsachen gestellt wurden. "Es wurde nichts kommuniziert und jetzt ist es vielleicht schon zu spät. Was hat sich der Architekt dabei gedacht?". Ein weiterer Kritikpunkt: Von den ursprünglichen 24 Bäumen bleiben nur mehr zehn übrig.

"Ist ein Privatgrundstück"

Der stellvertretende Projektleiter, Hubert Rammer, kann die Kritik nicht nachvollziehen: "Wir haben eine Baugenehmigung und halten uns an alle Vorgaben." Auch sieht er nicht, dass sich die Entwürfe "plötzlich" geändert hätten. "Natürlich gab es in der frühen Phase andere Entwürfe, aber das war weit vor der Einreichung. 2016 haben wir die offizielle Genehmigung erhalten", meint Rammer. Dass nicht alle Bäume Ersatzpflanzungen erhielten, kann er auch erklären: "Es war einfach nicht genug Platz da. Für jene Bäume, die keinen Ersatz bekamen, haben wir natürlich entsprechende Absatzzahlungen geleistet." Das Grün am und um das Gebäude kommt laut Rammer auch nicht zu kurz. "Es wird große Baumscheiben geben, mit Hochgräsern", stellt Rammer klar. Wenn auch nicht das Dach des Hauptturms, so wird laut Rammer zumindest die Dachterrasse des Eingangsgebäudes grün werden. Eine Fassadenbegrünung ist nicht geplant.

Der Bezirk pflichtet dem stellvertretenden Projektleiter bei: "Es handelt sich um ein genehmigtes Bauvorhaben und es ist nun mal ein Privatgrundstück", heißt es von dort. Benedikt und seine Kollegen kann das nicht trösten: "Eine Bausünde der 1970er wird nun mit einer Bausünde der 2020er ersetzt", sagt er. Das Bauende des Projekts ist für Ende 2019 geplant, der Betrieb soll Ende Jänner 2020 aufgenommen werden.

Die Anrainer rund um Frank Benedikt (3.v.l.) sind mit dem Ergebnis in der Kundmanngasse unzufrieden.
Autor:

Yvonne Brandstetter aus Penzing

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