90 Jahre Hundertwasser
"Er malte die Magie des Lebens"

Martin Stangl arbeitet seit 1991 im Museum.
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Im Dezember 2018 wäre Friedensreich Hundertwasser 90 Jahre alt geworden. Die bz traf einen langjährigen Mitarbeiter des Wiener Ausnahmekünstlers.

LANDSTRASSE. "Ich stand bei der Ticketkontrolle", erinnert sich Martin Stangl, Mitarbeiter des Hundertwasser Museums im Kunst Haus Wien. "Dann kam ein Kollege und meinte, Hundertwasser wäre gestorben. Das gibt es nicht, habe ich gesagt, wir erwarten ihn zurück aus Neuseeland. Ich habe es gar nicht registriert."

Stangl arbeitet im Museum, seit dieses 1991 eröffnet wurde. Damals, als der Maler Friedensreich Hundertwasser noch aktiv war. "Er war selbst sehr oft hier, hatte auch die Atelierwohnung im Dachgeschoss", so der langjährige Mitarbeiter. Hundertwasser starb 2000 auf der Rückreise von Neuseeland an einem Herzinfarkt. In diesem Jahr würde er seinen 90. Geburtstag feiern. Aus diesem Grund veranstaltete das Kunst Haus einen Tag im Gedenken an den Ausnahmekünstler – Vorträge, Diskussionen und Kinderworkshop inklusive.

Kunst als Heilmittel

Martin Stangl ist ein Bewunderer von Hundertwasser. Und es scheint, er kennt den Künstler wie kaum ein anderer. "Er hatte eine sehr schwere Kindheit und durch den Krieg – er war Halbjude – war er zeitlebens traumatisiert." Um der Kälte des Kriegs zu entkommen, floh er sich in die Malerei. Dort malte er sich seine eigene Welt, bunt und so ganz anders als der Alltag. "Er malte die Magie des Lebens. Doch es steckt mehr dahinter", sagt Stangl. "Kunst war für ihn ein Allheilmittel. Der geplagte Mensch kann dadurch wieder Kraft aufbauen. In seinen Werken ist auch eine starke Melancholie spürbar." In gewisser Form war es ein Malen gegen die Todesangst.

27 Jahre im Museum

Stangl selbst interessierte sich schon immer für die Kunst. "Mit 16 habe ich mir ein Hundertwasser-Poster aufgehängt", erinnert er sich. In Wien studierte er Kunstgeschichte und sah den Aushang, dass ein Museum eröffnet werden sollte. "Hundertwasser ist einer der wenigen Künstler, der zu Lebzeiten ein Museum hatte und der einzige, der dieses selbst finanzierte", so der gebürtige Oberösterreicher. Er meldete sich sofort, wurde ins Team aufgenommen und heute, 27 Jahre später, ist Stangl Leiter des Besucherservices im Haus. Der Landstraßer – er wohnt selbst am Radetzkyplatz – liebt seine Arbeit. "Es kommen die unterschiedlichsten Menschen zu uns, die Begegnungen schätze ich."

Etwas, das Hundertwasser immer ausmachte, war sein Glaube an das Schicksal. In seiner Kindheit träumte die Mutter von einem besseren Ort und meinte: "In Neuseeland müsste man sein." Dort war es auch, wo des Malers letzter Weg schließlich hinführte.

Martin Stangl arbeitet seit 1991 im Museum.

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