Hetzgasse: Kampf um Wohnhaus geht weiter

Bewohnerin Silvia Schilk ist die letzte Mieterin in der Hetzgasse 8. Jetzt bekommt sie Hilfe von Denkmalschützern.
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  • Foto: Bajer
  • hochgeladen von Thomas Netopilik

LANDSTRASSE. Stellvertretend für alle Gründerzeithäuser im Grätzel zwischen Marxergasse und Löwengasse steht das Gebäude in der Hetzgasse 8. Die letzten verbliebenen Bewohner, Silvia und Andreas Schilk sowie deren Tochter und Katze, wollen keinesfalls ausziehen.

Wollen keinen Neubau

Das Angebot einer Ersatzwohnung haben sie abgelehnt. "Wir wohnen hier, fühlen uns wohl, und wollen nicht, dass aus einem historischen Ensemble ein hässlicher Neubau wird", so Silvia Schilk, die ihr Anliegen sogar in der Sendung "Bürger-anwalt" vorbringen konnte.
Nach mehreren Berichten in der bz sind jetzt auch die Denkmalschützer aus ganz Wien aufgewacht. Eine Demo mit hundert Menschen hat auch etliche Nachbarn angelockt.

Bauordnung gegen Mietrecht

"Die Hetzgasse 8 kann zu einem Präzedenzfall werden", warnen die Schilks. Denn mit der Novellierung der Bauordnung kann ein Hauseigentümer ein Gebäude auch aus wirtschaftlichen Gründen abreißen, sprich, auch bei Wohnungsnot.
Dagegen steht wiederum das Mietrecht, das Bewohner wie die Schilks davor schützt, aus ebensolchen Gründen "ausgemustert" zu werden, damit das Haus frei ist.
In der Bezirksvertretung wurde ein Antrag auf die Erweiterung der Schutzzone einstimmig angenommen. Der Ball liegt damit bei der grünen Stadträtin Maria Vassilakou. Die Politikerin hätte eine weitere Möglichkeit. "Sie kann Mini-Schutzzonen für einzelne Blocks schaffen", erklärt Christian Kaufmann, Sprecher von SP-Wohnbaustadtrat Michael Ludwig. Gefragt ist auch die für das Stadtbild zuständige MA 19. Denn die Hetzgasse 8 ist Teil eines Ensembles, das die benachbarten Gründerzeithäuser umfasst.
Die Hauseigentümer: "Es waren wenig Leute bei der Demo. Es geht ja auch nicht um Gründerzeithäuser. Die Hetzgasse 8 ist ein Substandardhaus. Bei einem Neubau gibt es zudem einen Schallschutz gegen den Bahnlärm."

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