Tae-Kibo
Levente Bertalan - Ein Leben für das Kickboxen

Levente Bertalan in seinem Studio in der Münzgasse.
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725 Kickbox-Kämpfe hat Levente Bertalan gewonnen. Sein Wissen gibt der Profi in der Landstraßer Münzgasse weiter.

LANDSTRASSE. Wer denkt, dass Kickboxen eine Sportart ist, die von groben Kerlen mit schiefen Nasen ausgeführt wird, dürfte sich beim Besuch des Vereins Tae-Kibo wundern. Zarte blonde Mädchen, dem Studentenmilieu zuzuordnen, steigen die Treppe zum Studio im Kellerlokal in der Münzgasse 3 hinab und verschwinden in der Umkleidekabine.

"Ich spreche ein anderes Publikum an und biete nur die Disziplinen Leichtkontakt, Vollkontakt und Pointfighting an. Bewußt kein Thaiboxen", erklärt Levente Bertalan, der den Verein 2006 mit seinem Partner Shane Jacobs gründete. "Hier in der Münzgasse ist unser Vereinssitz, aber wir haben mittlerweile vier weitere Standorte, wie auf der Schmelz und im 22. Bezirk."

192 Goldmedaillen gewonnen

Wer allerdings mit dem Meister persönlich trainieren möchte, muss in die Landstraße kommen. Und das zahlt sich aus, immerhin ist Levente Bertalan kein Unbekannter in der internationalen Kickboxszene: 60x Österreichischer Meister, mehrfacher Europa- und Weltmeister, 25x World Cup Sieger, viermal US-Open-Sieger und 192 Goldmedaillen auf Turnieren rund um die Welt kann der 35-Jährige vorweisen.

An die Spitze des Kickbox-Sportes hat Bertalan, der im Alter von 7 Jahren mit seinen Eltern vor der rumänischen Ceaușescu-Diktatur floh, sich dank seiner eisernen Disziplin geboxt. "Ich habe keinen inneren Schweinehund. Wenn ich mir etwas vornehme, frage ich nicht ob, sondern wann." Begonnen hat die Karriere mit einem Film. "Ich war immer schon sehr sportlich und habe jede Sportart ziemlich schnell erlernt. Mit zwölf Jahren begann ich mit Karate, aber das wurde mir schnell zu fad", erinnert sich der Profi.

Traum verwirklicht

"Mit 13 Jahren habe ich den Film `Der Kickboxer´gesehen. Kurz danach bin ich in der Nacht aus einem Traum aufgewacht und habe gesagt: Ich möchte der Beste in Kickboxen werden." Über einen Bekannten fand der Schüler in seiner damaligen Heimat Vöcklabruck einen Verein. "Ich bin zweimal pro Woche 25 Kilometer über einen Berg mit dem Rad zum Training gefahren. Diese Beweglichkeit gepaart mit Körperbeherrschung hat mich von Anfang an fasziniert."

Viele Jahre und etliche gewonnene Titel später beschloß der Techniker, sich ausschließlich seiner Leidenschaft zu widmen. "Diesen März habe ich meinen Beruf als Leiter von Großprojekte beendet und bin nur noch als Trainer tätig." Rund 1500 Schüler vom Kleinkind bis zum Politiker werden von Bertalan im Kickboxen unterrichtet, die Hälfte aller Schüler im Verein Tae-Kibo sind Frauen.

"Auch von unseren 20 Trainern sind fünf weiblich. Das ist auch der Grund, warum keiner von den rund 150 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, die in den vergangenen zwei Jahren hier geschnuppert haben, geblieben sind", schüttelt Bertalan den Kopf und zieht eine DVD von seinem Tisch. "Übrigens: Mit einem Film hat einst alles begonnen und nun habe ich selbst einen Film gedreht. Der professionelle Kurzfilm heißt "The Dojo", wurde japanisch synchronisiert und spielt in einem Gefängnis, dessen Insassen sich den Weg in die Freiheit erkämpfen können."

Zur Sache

Der Verein Tae-Kibo bietet Kickboxen für Anfänger und Fortgeschrittene ab 3 Jahren an. Ein Einstieg ist jederzeit möglich, ebenso ein kostenloses Schnuppertraining. Infos unter www.tae-kibo.at, Kontakt: 0676/328 24 77 oder info@tae-kibo.at

Autor:

Maria-Theresia Klenner aus Hietzing

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