Ruhestand
Rudolf Zabrana sagte "Auf Wiedersehen"

Eine Verabschiedung, wie es ihm gebührt: Michael Ludwig, Rudolf Zabrana und Erich Hohenberger (v.l.).
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  • hochgeladen von Yvonne Brandstetter

Bezirksvorsteher-Stellvertreter Rudolf Zabrana (SPÖ) tritt nun offiziell seinen Ruhestand an.

LANDSTRASSE. "Die anderen 22 Wiener Bezirke haben Google und Wikipedia. Wir haben Rudolf Zabrana". SPÖ-Klubobfrau Patricia Anderle bringt es auf den Punkt. Es gibt wohl niemanden, der den dritten Bezirk so gut kennt wie der Bezirksvorsteher-Stellvertreter. Ob es um Historisches oder Architektonisches geht – er hatte auf alle Probleme eine Antwort.

Bürgermeister Michael Ludwig als Gast

Doch mit 74 Jahren darf man sich mit Recht zur Ruhe setzen. Um einem ganz Großen der Landstraße den Abschied zu geben, der ihm gebührt, lud Bezirkschef Erich Hohenberger (SPÖ) zur außerordentlichen Bezirksvertretungssitzung ins Amtshaus. Mit zahlreichen Präsenten und großen Worten wurde Zabrana (SPÖ) also aus dem Amt verabschiedet.

Zu Gast war auch Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). "Die fachliche Kompetenz ist Rudolf Zabrana nicht abzusprechen", so der Wien-Chef. "So viele Traditionsbauten und Wohnbauten im dritten Bezirk gehen auf ihn zurück. Er ist ein Praktiker mit jahrzehntelanger Erfahrung." Ludwig hob besonders das Denkmal an die Juden während der NS-Zeit am ehemaligen Aspanger Bahnhof hervor - ein Projekt, das auf Zabrana zurückgeht.

Neos gegen Wessely

Der Bezirkschef wollte sich noch nicht so ganz verabschieden. "Ich wünsche dir Ruhe, Gesundheit und wenig Ärger im Ruhestand. Aber ich brauche dich noch – es ist kein Abschied für immer", so Hohenberger. Zabrana versprach, auch weiterhin für ihn erreichbar zu sein.

Der 74-Jährige selbst bedankte sich bei seinen Eltern, die ihm trotz vieler Einbußen eine Ausbildung ermöglichten, beim System Kreisky, das ihn ein Hochschulstudium absolvieren ließ und natürlich beim Bezirk, der ihn immer wohlwollend aufgenommen hatte. "Doch die Familie ist nicht selten zu kurz gekommen. Das will ich jetzt wiedergutmachen", meinte er. Rudolf Zabrana ist gelernter Architekt, saß im Bauausschuss und ist seit 2001 Bezirksvorsteher-Stellvertreter.

Seine Nachfolgerin wurde in der Sitzung ebenso gewählt. Mit Susanne Wessely ist nun eine Frau im Amt. Sie wurde mit allen Stimmen, außer denen von Neos, gewählt. "Die Kompetenz ist unbestritten", sagt Joachim Wressnig, Neos-Bezirksklubobmann. "Doch sie ist Bezirksrätin und arbeitet gleichzeitig als Angestellte im Büro der Bezirksvorstehung. Das ist für uns einfach nicht zu vereinbaren", begründet er seine Entscheidung.
Wessely freut sich auf ihre neue Aufgabe. "Ich verspreche, meine Arbeit in den Dienst der Landstraße zu stellen", so die Politikerin, die seit 31 Jahren im Bezirk tätig ist. Im Bauausschuss wird sie allerdings nicht anzutreffen sein.

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