Belvedere
Wasserbecken, ein historischer Fund?

Das freigelegte Wasserbecken soll bereits 300 Jahre alt sein. Nun ist das Bundesdenkmalamt am Zug.
  • Das freigelegte Wasserbecken soll bereits 300 Jahre alt sein. Nun ist das Bundesdenkmalamt am Zug.
  • Foto: Margarethe Mueller
  • hochgeladen von Barbara Schuster

Beim Belvedere wurde ein barockes Wasserbecken gefunden. Die Bauarbeiten beeinträchtigt das nicht.

LANDSTRASSE/WIEDEN. Im Rahmen von Grabungen beim Belvedere wurden Teile eines 300 Jahre alten Wasserbeckens freigelegt. Dieses stammt noch aus der Zeit des herausragenden Barock-Baumeisters Johann Lucas von Hildebrandt.

Das Becken wurde in zwei Metern Tiefe an genau jener Stelle gefunden, an der es die historischen Pläne vermuten ließen. Nach drei Jahrhunderten ist es erstaunlich gut erhalten und sogar immer noch dicht.

Umstrittenes Bauprojekt

Die Grabungsarbeiten fanden im Zuge des umstrittenen Bauprojektes zum neuen "Stöckl im Park" statt. Der Gastronomiebetrieb mit Biergarten soll 880 Personen Platz bieten.

Anrainer befürchten Lärm- und Geruchsbelästigungen und warnen vor einem "Ballermann", angelehnt an die bekannte Partymeile auf der spanischen Insel Mallorca. Die Bürgerinitiative "Nein zum permanenten Oktoberfest beim Belvedere" wehrt sich seit Beginn der Planung mit allen Mitteln gegen den Bau.

Keine relevanten Bauteile

Der Fund des historischen Beckens lässt bei den Anrainer nun neue Hoffnung aufkeimen, dass der Bau gestoppt werden könnte. "Der überdimensionierte Neubau kann in der geplanten Form nicht realisiert werden, ohne das historische Becken aus der Zeit Hildebrandts unwiederbringlich zu zerstören", so Hellmut Schneider, Sprecher der Initiative.

Denn, wie auf den Plänen zum touristischen Gastronomiebetrieb ersichtlich ist, liegt "die geplante Aushubtiefe bei über acht Metern", so Schneider.
Die Initiative hofft nun auf Rückenwind von der seit 1. Jänner neu berufenen Präsidentin des Bundesdenkmalamtes, Erika Pieler.

Dort heißt es jedoch, die archäologischen Untersuchungen hätten gezeigt, dass es sich bei dem Fund um nicht relevante Bauteile des Beckens handelt. Auch menschliche Überreste wurden bei Grabungsarbeiten entdeckt.

Skelett wurde umgebettet

Bei dem Skelett dürfte es sich um einen Wehrmachtssoldaten aus dem Zweiten Weltkrieg handeln. Die angeforderte Polizei sicherte den Fundort. Die Archäologen des Bundesdenkmalamtes sind nun für die weiteren Untersuchungen zuständig.

Stöckl-Inhaber Walter Welledits kann den Aufruhr nicht nachvollziehen. "Was gefunden wurde, sind Umrisse und gestampfter Boden - kein Spiegelbecken. Alles andere sind Unwahrheiten." Das ebenfalls ausgegrabene Skelett wurde auf Welledits Kosten umgebettet.

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