Stadtyogini
Yoga als Lebensphilosophie

"Stadtyogini" befindet sich in der Ungargasse 9.
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Patricia Pöchhacker kämpfte sich durch Magersucht, Burn-out und Depression – und fand mit Yoga neue Energie.

LANDSTRASSE. "Ich bin der wichtigste Mensch in meinem Leben" – bis die Landstraßerin Patricia Pöchhacker das sagen konnte, hat es lange gedauert. "Die Selbstliebe hat mir erst Yoga beigebracht. Ich habe vorher nie gelernt, auf mich selbst aufzupassen", meint sie.
In ihren 36 Lebensjahren hat Pöchhacker schon vieles durchgemacht. Bereits mit 13 litt sie an Magersucht, wurde in der Schule gemobbt. "Ich hatte immer Probleme mit meinem Körper", erinnert sie sich. Neun Monate verbrachte Pöchhacker stationär im AKH Wien, bis sie mit den Worten "Sie wird sterben" entlassen wurde. Doch Aufgeben kam nicht in Frage: "Sie konnten meinen Willen nicht brechen." Im Wilhelminenspital fand Pöchhacker schließlich einen Arzt, dem sie vertraute und der ihr helfen konnte.

Es folgten zahlreiche Therapien und Medikamente. Bei einer Körpergröße von 1,68 Metern wog die Wienerin schließlich nur noch 33 Kilo. Hinzu kamen eine depressive Grunderkrankung, Alkoholmissbrauch und Selbstmordgedanken. "Aber der Körper ist ein Wunderwerk und kann viel überstehen", sagt sie. "Viele Leute sind sich nicht bewusst, dass der Wille Berge versetzen kann." Das konnte Pöchhacker im Laufe ihres Lebens lernen. "Wir im Westen geben den Körper beim Arzt ab und erwarten, danach gesund zu sein. Aber ohne unsere Mithilfe passiert nichts", ist sie sicher. Die starke Frau kämpfte sich durch, schloss nach der Schule eine Ausbildung als Köchin/Kellnerin und diplomierte Tourismuskauffrau ab.

Ein Einfrau-Unternehmen

Was sie nie losließ, war die Körperarbeit – regelmäßig nahm sie Yogastunden. "Ich habe aufgehört zu fragen, was ich tun sollte und begonnen, mich zu fragen, was ich tun will", erinnert sie sich. Im Rahmen einer Bildungskarenz machte Pöchhacker die Ausbildung zur Yogalehrerin. 2019 eröffnete "Stadtyogini" in der Ungargasse 9. Der Name hat einen Hintergrund: "Ich bin eine waschechte Wienerin und wir Stadtmenschen ticken einfach ein bisschen anders", so Pöchhacker lachend. In ihrem Studio bietet sie von Yin Yoga, über Basis-Kurse bis hin zum 50+-Kurs sogar Mentoring-Kurse an. "Yoga Mentoring ist mein neues Herzensprojekt", sagt sie. "Dabei geht es um Yoga im Einzelsetting." Im Sommer gibt es gegen eine freie Spende "Yoga im Arenbergpark".

Es ist ein Einfrau-Unternehmen. Sie fühlt sich nun angekommen. "Ich bin ein zacher Brocken. Sich selbstständig zu machen ist nicht leicht, aber Mut kannst du nicht kaufen. Es braucht Disziplin und Urvertrauen. Nichts passiert ohne Grund." Heute hat die 36-Jährige ein gut laufendes Yoga-Studio, eine Familie, die sie unterstützt, und eine Partnerin, mit der sie seit neun Jahren glücklich ist. Gelebte Yogaphilosophie hat sie gerettet, meint sie. "Yoga ist mehr als Räucherstäbchen. Es ist ein 3.000 Jahre altes Philosophiesystem, um das Leben einfacher zu gestalten. Das will ich weitergeben, unter dem Motto ’feel – move – balance’". Mehr Infos: www.stadtyogini.at oder 0676 68 68 647.

"Stadtyogini" befindet sich in der Ungargasse 9.
Patricia Pöchhacker ist Inhaberin von "Stadtyogini". Gelebte Yogaphilosophie hat sie gerettet, sagt sie.
Autor:

Yvonne Brandstetter aus Penzing

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