SprachenWeb2030 mit Hundertwasser 697A "Regentag auf Liebe Wellen"
Europas Sprachenlandschaft2030

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Anlässlich des jährlichen Feiers "Europäischer Tag der Sprachen"
habe ich auf Einladung von Österreichischer Bibliothek Rijeka und Österreichischer Kulturforum Zagreb, im Museum Moderner und Zeitgenössicher Kunst (MMSU Rijeka) mein Vermittlungsformat SprachenWeb2030 in zwei Sessions vorgestellt.
Hierzu wurde aus dem Ouvre des internationalen Künstler und Aktivisten Friedensreich Hundertwasser, das Werk: 697A Regentag auf Liebe Wellen (1971) aus dem Museumsarchiv ausgestellt und durch die Prizma narrativer Architektur präsentiert.  
Gedankliche Brücke in die Thematik persönlicher Beziehung zu Sprachen in ihrer lautmalerischen Formen wurde mittels Zentralmotiven (Wellen und Tropfen), Zeichen und Farben innerhalb der Rahmenkomposition Werk 697A Regentag auf Liebe Wellen, angeleitet.

Nachhaltige Sensibilisierung für die achtsame Anwendung von Begriffen, für die sprachliche Ordnung, Bewustsaeinsbildung über Effekte von lautlichen Eigenschaften auf die Befindlichkeiten und Beziehungen, soll zur Verbesserung von Kommunikationskompetenzen und somit zum verantwortungsvollen Umgang im sozialen und natürlichen Umwelt-Mitwelt, beitragen.

Hundertwasser lebte mehrsprachig.
Zusätzlich zu Deutsche, seine Muttersprache, lernte er Englisch, Französisch und Italienisch, sprach auch ein wenig Japanisch, Russisch, Tschechisch und Arabisch. Seine Werke signierte er handschriftlich mit Tusche und Feder in Kurrentschrift, in lateinischer Schrift oder in Druckbuchstaben, einheitlich in einer Schriftform oder auch kombiniert, beschriftete die gestaltete Umweltposter in zwei, oder auch drei Sprachen.
Wie auch andere Werke von Hundertwasser, wurde das Werk „Regentag auf Liebe Wellen“ numerisch beschriftet: 697A. Das Bild enthält auch Zeichen und Beschreibungen, erinnert an einen Webrahmen, in welchem aus senkrechten und krummen Verwebungen eine bewegte Landschaft entsteht. Alles fließt, tropft, schimmert und segelt . Die Wellensymphonie erzählt ... 

Die Verwobenheit europäischer Stäten mittels Sprachen wurde mit der Idee der „geeinten Vielfalt“ aus 200 Sprachen in Europa das im Jahr 2001, dem Europäischen Jahr der Sprachen, auf eine Initiative des Europarates als Motto des Europäischen Tag der Sprachen (EDL), proklamiert.
Zur allgemeinen Zielen des Europäischen Tages des Sprachen zählt vor allem die Vermittlung von Europas reiche sprachliche und kulturelle Vielfalt, Förderung von Mehrsprachigkeit als lebenslange Praxis und Entwicklung von interkultureller Zugehörigkeitssinns.

Die Vorstellung von Sprachen als Landschaften
begleitet mich seit 1990-er Jahren, als ich beim Amt der NÖ Landesregierung in meinem Auftrag im Bildungsbereich nach Möglichkeiten und Methoden forschte, wie sozialer Integration mittels Spracherwerbs und Förderung von mehrsprachigen Kompetenzen bei Kinder und Erwachsenen gelingen kann. Laut statistischer Angaben verwenden in Österreich über 26 % aller Schülerinnen und Schüler in ihrem Alltag neben Deutsch, eine weitere Sprache. Der Bedarf nach Unterstützungsmaßnahmen im Sprachförderbereich und interkulturelle Bildung ist aufsteigend.

Aus meiner Tanzpraxis ist mir der Umgang mit vielfältigen Expressionsformen-und Kommunikationsarten vertraut. So ist es mir auch in den letzten 28 Jahren meiner Landesdienst in Niederösterreich und darüber hinaus möglich gewesen, mittels kunstpädagogischer Lernmethoden, die vielfältige Gestaltungs- und Kommunikationsräume aufzubauen, Barriere-freies Lernen zu unterstützen und zum interkulturellen Verständnis aktiv beizutragen.

Als Mitbürgerin kroatischer Herkunft in Österreich lernte ich die Deutsche als Lebenssprache aktiv im Alltag, beim Lesen, beim Musikhören, bei Spaziergängen in der Natur, sowie in Begegnungen mit Menschen, aus welchen neue Freundschaften entstanden und meine Beziehung zum Land und Kultur in Österreich gestärkt wurde. Persönlicher Erfahrung erleichterte meine Herangehensweise an die anspruchsvolle Thematik der sozialen Integration, sowie die Reflexion darüber, wie die sprachliche Vielfalt in meinem Lebensalltag verwoben bleibt, ohne dass dabei die eine, oder die andere Sprache, verloren geht und an ihrer Bedeutung verliert.
Meine beiden Lebenssprachen, kroatische und deutsche, dazu noch die englische, sowie die weiteren Sprachen deren Klänge und Formen ich in Begegnungen mit Berufskollegen und Freunden kennenlernte, nahm ich im Alltag als eine imaginäre Landschaft mit, in der ich mich, je nach Anlass und Bedarf, in deren diversen Sphären und Räumen bewegen konnte.
Was bei allen Veränderungen und Verwebungen von Sprachen, beim Hören, Sprechen, Schreiben und Denken von Begriffen unverändert bleibt, ist die Prosodie. Mein vertrauer Sprechklang und die Stimmfarbe (Timbré) begleiten mich unverändert beim 'Shift' aus eine, in die andere Sprachenlandschaft, die jeweils eine eigene "Grammatikalische Ordnung", aber auch die freie Räume enthällt, in welchen beim Sprachenspiel neue Horizonte geöffnet, die Grenzen verschoben und die Bewgriffe neue geortet werden.  

Wie es gelingen kann, nach dem Motto der Europäischen Union „In Vielfalt geeint“, diverse Sprachenlandschaften zu ver-weben und zu ein-en wurde in 120-min. Session nach dem performativen Konzept imaginierter Sprachenlandschaften erforscht:

Inwieweit ist es möglich, mittels Sprachenwelten, die Beziehungswelten aufzubauen?
Welche Erinnerungen, welche Gefühle und welche Vorstellungen werden beim Aussprechen von Begriffen in diversen Sprachen hervorgerufen? Was verändert sich beim Betreten eine „nicht vertrauten“ Sprachenlandschaft?

Welche Sprachenklänge verursachen Unbehagen, Angst, was klingt seltsam, was klingt fremd und was klingt vertraut? Und, warum ist es so, konnten die Gymnasiasten bei 2 Übungssequenzen Pioggia ~ Kiša ~Regen und Najdraža Riječ ~ LieblingsWort, erfahren.

Angeleitet und bewegt mit "Liebe Wellen" zu allen ihren Lebenssprachen, gestalteten die Teilnehmer*innen mit neu entdeckten "Lieblingswörter" auf Papiertropfen und auf gefaltenen Papierschiffen, den SprachenWeb2030.  
Persönlicher Bezug zu Sprachen konnte auf kreativer und phantasievoller Weise reflektiert werden.

Die Gedanke der "Geeinte Vielfalt" konnte im Werk  697A Regentag auf Liebe Wellen  ver-bildlicht und zur Aufbau individueller und gemeinschaftlicher Sprachenlandschaften, inspirieren.

Sprachenlandschaften sind Beziehungslandschaften, in all ihrer Varietät.
Die Kunst ermöglicht vielfältige Expressionsformen und Ausdrucksarten, wirkt als Begegnungs-und Gestaltungsraum.
Meine Annäherung an das Werk von Friedensreich Hundertwasser im Feld der Sprachwissenschaften und internationalen Beziehungen soll zu weiteren Forschungen und kreativen Praktiken inspirieren, zum breiteren Verständnis von Kunst im Dialog der Wissenschaften beitragen und die Wirksamkeit von Sprachen als geteiltes Kulturgut zu Stärkung des Zugehörigkeitssinns europäischer Völker und global, näher beleuchten.

In Bezug auf die Wahrnehmung von Kunst sprach Hundertwasser von "Individualfilmen", die sich aus Assoziationen ergeben, welche beim Betrachten von Kunstwerken entstehen.
So wie er in seinem Text aus dem Jahr 1957 „Die Grammatik des Sehens“ ausdrückte, soll beim Betrachten der Kunstwerke die „Grammatik des Sehens“ aus ihrem Regelwerk ausgeweitet, die Phantasie angeregt, die assoziativen Bilder bei Betrachter*innen hervorgerufen werden. Undkein Bildgleicht dem. anderen ...

Die Idee der „geeinten Vielfalt“ kann zunächst bei jedem einzelnen Menschen in der Vorstellung von Sprachen als Beziehungslandschaften verankert werden.
"Regen" klingt anders als Pioggia,  Kiša, ... jeddoch sind überall Tropfen .

Gegenwärtig sind die Beziehungen zwischen Rijeka und österreichischen Städten innerhalb der europäischen Unionslandschaft verwoben. Mittels Kunst-und Kultur werden zudem zahlreiche historische Brücken gestärkt und gegenwertige Brücken neu aufgebaut.

Im Jahr 2012 habe Ich den Führerschein „Küstenpatent“ in Rijeka absolviert.
Eine eigenständige Bootsfahrt habe ich noch nicht unternommen.
Ich freue ich mich, dass ich eine gedankliche Schiffsreise mit dem Hundertwasser Schiff Regentag auf Liebe Wellen, die europäische Sprachenlandschaften in Rijeka, mit mehrsprachigen und kreativen Gymnasiasten der Prva Rijecka und Salezijanska gimnazija, bereisen konnte!

Herzlichen Dank an alle mitwirkenden Personen und Stellen!
Hvala! Grazie!
Ahoi!

Am 23. September 2020
Tatjana Christelbauer MA
https://www.facebook.com/artimpact2030

Weblinks zur Veranstaltung:
https://mmsu.hr/dogadaji/sprachenweb2030-jezicnamreza2030/
http://www.kulturforum-zagreb.org/.../tatjana-christelbauer/
https://oesterreichbibliothekrijeka.jimdofree.com/...

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