10.10.2017, 08:05 Uhr

Bissig: Graf von Krolock richtet ein Blutbad an.

Graf von Krolock und sein liebstes Opfer Sarah
Man kann es gar nicht glauben: Der „Tanz der Vampire“ feiert sein 20-jähriges Jubiläum und ist nach Wien zurückgekehrt. Weltweit haben die Blutsauger Erfolge gefeiert (und haben viel Geld in die Kassen der Vereinigten Bühnen Wien fließen lassen). Jetzt sind sie wieder im Ronacher - mit einer Top-Besetzung: Drew Sarich als Graf von Krolock (löst innerhalb der Kids-Community hysterische Schreiorgien aus), Sebastian Brandmeir als origineller Professor Abronsius, der dem Phänomen menschlicher Fledermäuse auf den Grund gehen will, Raphael Gross als seine Assistent Alfred (so jung und so eine tolle Stimme - da werden bald BHs auf die Bühne fliegen), Abla Alaoui als Wirtstochter Sarah, die partout gebissen werden will, und Florian Resetarits als Koukol, Diener des Grafen, der ohne Zweifel als Quasimodo, Glöckner von Notre-Dame, durchgehen würde. Charles Kreische muss noch an der Rolle des schwulen Sohnes des Grafen arbeiten.

Graf von Krolock residiert in einem Schloss, in dem es von Vampiren nur so wimmelt. Ungebetene Gäste werden gebissen und in die Reihe der Blutsauger eingegliedert. Hilfreich sind einige Vorsichtsmaßnahmen, um dem blutigen Überfall zu entgehen: Tageslicht, Knoblauch, Kreuz, oder in der Nacht dem Vampir einen Pfeil ins Herz treiben. Sarah ist angetan vom Grafen, freiwillig hält sie ihm den Nacken hin, damit er ihr die Zähne ins Fleisch treiben kann. „Die unstillbare Gier“ singt er. Blut ist Nahrung für Vampire, so muss auch Alfred, der für Sarah schmachtet, daran glauben. Statt einem Kuss folgt ein Biss.
Wer jetzt glaubt, einem nekrologischen Musical zum Opfer zu fallen, irrt. Es ist humorvoll, spritzig und dank der ins Ohr gehenden mitreißenden Musik von Michael Kunze und der Regie von Cornelius Baltas sprechdeutlich und mit einem Schuss Absurdität ausgestattet. Die Dunkelheit lässt so manches musikalisches Unheil erahnen, doch bis zum stürmischen Schlussapplaus ist alles wieder gut. Die Ewigkeit beginnt heut‘ Nacht!

Wer weiter Drew Sarich auf der Spur bleiben möchte, hat ab Jänner 2018 ausgiebig in der Volksoper Zeit dazu. Dort wird er ab 27.1. in "Vivaldi - Die fünfte Jahreszeit" im Musical von Christian Kolonovits zu sehen und zu hören sein.

Mit Tipp: Hingehen, sich in die Zauberwelt der Vampire begeben und die grandiose Aufführung genießen.

Noch bis 18.3.2018, Verlängerung nicht ausgeschlossen.

Infos und Tickets: www.wien-ticket.at

Reinhard Hübl
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