20.11.2016, 10:50 Uhr

Ein Orkan der Lebensfreude

Erwin Schrott: im Konzerthaus wurde nicht geraucht, aber das Foto passt zur Musik
Kann Musik den Blutdruck senken? Na klar! Kann Musik die Stimmung heben? Auf jeden Fall! Kann Musik ein Jauchzen auslösen? Unbedingt!
All das passierte dieser Tag im Wiener Konzerthaus. Heiße Rhythmen, grandiose Stimmung, Musik vom Feinsten.

All das hat einen Namen: Erwin Schrott mit dem Cuba Amiga Orchestra.
Man kennt ihn als Opernsänger in Don Giovanni, Le nozze di Figaro, Aida, Rigoletto und, und… Man findet kaum ein Bild, in dem er nicht finster aus dem Foto guckt. Dabei vermittelt er Lebenslust und Vitalität, ob schwarz oder weiß gewandet. Schrott singt mit enormem Potential, steuert humorvolle und hinterfragende Zwischentexte bei, springt von der Bühne, tanzt mit einer Fünfjährigen, die während des ganzen Konzertes im Zwischengang des Zuschauerraumes seine Musik mit rhythmischen Bewegungen begleitet. Schrott hat von Anfang an das Publikum auf seiner Seite. Er brilliert musikalisch zwischen Tango und Salsa, bewegt sich wie Robbie Williams. Das Cuba Amiga Orchestra unter dem jungen Peruaner Claudio Constantini, der auch hingebungsvoll das Bandoneon zu bedienen weiß, hat alles, was lateinamerikanische Musik braucht. Die multikulturelle Big Band steuert den Takt und wird im Laufe des Abends zu einem bestimmenden Faktor. Ein wunderbares Gesamtpaket, wo Bandmitglieder Solis hinlegen, die zum Niederknien sind. Leider muss man der Technik ein dickes Minus geben. Sie hätte mit der undifferenzierten Aussteuerung das Konzert beinahe ruiniert.

Wenn Schrott u.a. El dia que me quieras von Carlos Gardel oder Besame Mucho von Consuelo Velázquez singt, bleibt einem fast das Herz stehen. Man fühlt sich in den Buena Vista Social Club versetzt - nur mit weniger Zigarrenrauch und vor größerem Auditorium. Great Voices wird sich an diesem Konzert messen lassen müssen. Unterstützung findet Schrott in Deborah Lee und dem 15-jährigen Michael Andreas Häringer aus Barcelona.

Man will nicht gehen. Das Konzerthaus tobt, etliche Zugaben, eine besser als die andere! Erschöpft ziehen sich Schrott und Band nach 3 ½ Stunden zurück.
Denkwürdig!

Erwin Schrott ist demnächst auch im Theater an die Wien in Don Giovanni zu sehen.
Next Great Voices: 3.4.2017 Thomas Hampson & Luca Pisaroni

Infos und Tickets: www.konzerthaus.at

Reinhard Hübl
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