09.10.2017, 09:29 Uhr

Am Ruprechtsplatz: Wiener trieb Einbrecher persönlich in die Flucht

"Es war wirklch eine komische Situation", Ronnie Gutharc wohnt seit 30 Jahren am Ruprechtsplatz

Der Innenstädter Ronnie Gutharc hat einen Einbrecher höchstpersönlich aus seiner Wohnung vertrieben.

INNERE STADT. Nicht alltägliche Szenen spielten sich kürzlich in einer Wohnung am Ruprechtsplatz ab. Bewohner Ronnie Gutharc erzählt die außergewöhnlichen Vorkommnisse: "Das war wirklich ein sehr seltsames Erlebnis, als ich aus dem Badezimmer zurückkam und plötzlich ein Einbrecher mitten im Zimmer vor mir stand. Er war durch das offene Fenster eingestiegen."

Gegen 20 Uhr kam es zu dem Vorfall: Ein Unbekannter kletterte von außen über die Fassade des Hauses in die Wohnung. "Als mich der Einbrecher dann gesehen hat, ist er sofort wieder durch das Fenster geflüchtet. Er ist dabei förmlich hinuntergefallen und hat alles verloren, was er aus meiner Wohnung mitgenommen hatte", schildert Gutharc. "Ich habe die Sachen nun wieder, also ist mir kein Schaden entstanden. Angezeigt habe ich den Vorfall natürlich trotzdem", so Gutharc weiter.

Wieso der Einbrecher angenommen hat, es würde sich niemand in der Wohnung befinden, darüber kann der Mieter nur spekulieren: "Wahrscheinlich war die Gelegenheit einfach günstig, weil in der Ecke beim Haus schon länger ein Gitter abgestellt ist, über das der Einbrecher leicht hi-nauf in den ersten Stock klettern konnte."

Mehr Polizei gewünscht

Auch für die Wiener Polizei ist ein derartiger Vorfall nicht alltäglich, wie Grätzelpolizist Robert Hanig bestätigt: "Wir gehen also von einem Einzelfall aus." Gerade am Ruprechtsplatz ist wegen der Nähe zum Bermudadreieck immer besonders viel Polizei unterwegs, daher ist von weiteren Einbrüchen dieser Art nicht auszugehen. Auch Gutharc sieht das ähnlich: "Ich fühle mich in meiner Wohnung deswegen nicht unsicher. Meine Fenster sind von nun an aber zu." Noch ist das Gitter, das vermutlich nach Arbeiten am Kanal vergessen wurde, nicht beseitigt worden. "Das wurde aber bereits in die Wege geleitet", wie Grätzelpolizist Hanig verspricht.

Für die Tatortarbeit der Polizei findet auch Gutharc nur lobende Worte: "Das war wie im Fernsehen bei CSI", so der City-Bewohner. "Trotzdem bin ich mir sicher, dass es mehr Polizisten geben sollte. Seit 2010 verlangt der Bürgermeister in Wien nach 1.000 Beamten mehr. Aber passiert ist bisher leider noch nichts", sagt Gutharc.
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