10.10.2016, 11:47 Uhr

Geschäftsleerstand auf der Landstraße

Die Erdgeschoßzonen in der Schlachthausgasse sehen leer aus, werden jedoch derzeit für nicht-gewerbliche Zwecke genutzt. (Foto: Kohoutek)

Rund um die Landstraßer Hauptstraße stehen viele Objekte leer. Der Bezirk wünscht sich Nahversorger.

LANDSTRASSE. Wenn man die Landstraßer Hauptstraße entlanggeht, bietet sich ein durchwachsenes Bild. Einerseits findet man hippe Lokale wie das Rochus, das eben erst mit dem Bezirksoscar ausgezeichnet wurde (siehe Seiten 22/23), nette Boutiquen und urige Beisln. Doch zwischendurch fallen immer wieder leere Geschäfte und Lokale auf, die zum Vermieten ausgeschrieben sind. Teilweise spielt sich darin schon seit Monaten oder Jahren nichts mehr ab.

Ein Beispiel dafür ist das Café Zuckergoscherl, das eigentlich bereits seit Ende September wieder geöffnet sein sollte. Bis heute ist davon nicht viel zu sehen. Ein Bauzaun verstellt weiterhin den Blick auf das einst beliebte Café am Rochusmarkt. Besitzer Marcus Langhammer erklärt die Verzögerungen so: "Die Eröffnung konnte aufgrund von behördlichen Schwierigkeiten nicht wie geplant über die Bühne gehen. Für die Renovierung des Cafés sind die gesetzlichen Auflagen teilweise sehr hoch." Wann genau das Zuckergoscherl wieder eröffnen wird, darauf will er sich noch nicht festlegen, "Fakt ist aber: Es macht wieder auf. Hoffentlich noch in diesem Jahr".

Nahversorger statt Leere

In unmittelbarer Nähe befindet sich das Hotel Roter Hahn, das bereits seit Jahren leersteht und nicht danach aussieht, als würden hier bald wieder Gäste ein- und auschecken. Ein ehemaliges Reisebüro sowie ein Wienerwald-Restaurant in der Landstraßer Hauptstraße haben dasselbe Schicksal ereilt. Von einer Neuübernahme fehlt jede Spur.

Besonders ärgerlich wird das Ganze, wenn der Leerstand einen Gemeindebau und damit viele Mieter direkt betrifft – wie im Bau in der Schlachthausgasse 2–6. Doch hier sind die Erdgeschoßzonen nur scheinbar leer, denn laut Renate Billeth von Wiener Wohnen werden die Räumlichkeiten derzeit für nicht-gewerbliche Zwecke genutzt. Bezirksvorsteher Erich Hohenberger würde sich hier Nahversorger wünschen, um die Anrainer im Grätzel besser zu versorgen. "Die Bewohner müssen zum Einkaufen bis zur Landstraßer Hauptstraße gehen. Wir würden einen Supermarkt begrüßen, sind jedoch gegen eine Nutzung durch Wettbüros oder ähnliches."
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