03.07.2017, 10:14 Uhr

Wie eine Fassade zum Kunstwerk wurde

Johannes Glanzer ist Künstler aus Leidenschaft.

Johannes Glanzer hat zwei Häuser in der Boerhaavegasse neu gestaltet. Nun sind sie ein echter Blickfang.

LANDSTRASSE. Johannes Glanzer ist, seit er denken kann, von Kunst begeistert. Und eigentlich "studiere ich ja noch", denn man lernt nie aus. Nun hat er die Fassade von zwei Wohnhäusern in der Landstraße umgestaltet. "Die Fassade macht jetzt alles, was sie nicht darf", meint Glanzer. An manchen Stellen bröckelt sie ab und an manchen Stellen sieht es so aus, als würde sich die Fassade wie Tapete vom Haus lösen. Selbstverständlich ist alles Illusion. So wurde aus einem blauen und einem gelben Haus ein riesiges Kunstwerk. Das ging auch nicht spurlos an den Passanten vorüber.

Vor allem während der Arbeiten, die Johannes Glanzer weit über dem Boden verrichtete, blieben viele Leute stehen, um den Künstler zu beobachten. Sie kommen ins Gespräch, das ist laut Glanzer auch das Schöne dabei. "Die Leute haben sehr wohl gemerkt, dass sich hier etwas verändert hat. Obwohl heutzutage die meisten auf ihr Handy starren", scherzt der Künstler. Die Benachteiligten sind die Kinder. Auf Augenhöhe der kleinen Kunstfreunde gibt es eher wenig zu sehen. Aber auch weiter unten will der Künstler noch ergänzen. "Es ist noch etwas in Planung, und es wird in das Thema 'Diese Fassade macht alles, was sie nicht darf' passen", sagt Glanzer.

Stuck und Tapete

Johannes Glanzer hat sich vor allem von den Wiener Gründerzeithäusern inspirieren lassen. Er hat versucht, durch 3D-Effekte Bauweisen einzubauen, die es gar nicht gibt. So existieren seit neuestem Stuckrahmen um die Fenster, die kaum von Echten zu unterscheiden sind. Das sorgt für fragende Blicke und den ein oder anderen Kontrollgriff. Ein zweiter Blick lohnt sich also.

Die Fassade des zweiten Hauses hat ein anderes Thema bekommen. Wo vorher knalliges Gelb vorgeherrscht hat, rankt sich jetzt Efeu über die ganze Fassade. Dieser entspringt Blumentöpfen im 2. Stock. Auch hier wird auf Realismus und Dreidimensionalität Wert gelegt.

Wer sich die Fassaden genauer ansehen will, muss in die Boerhaavegasse 3 kommen. Und wer nach seinem kleinen Kunstspaziergang entspannen möchte, ist im Arenbergpark, der sich etwa 50 Meter nach dem Haus befindet, gut aufgehoben.
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