Anrainer gegen "Durchfahrer"
Fahrverbot schlägt hohe Wellen

Anrainer wollen für den Erhalt des Fahrverbotes kämpfen
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  • hochgeladen von Daniel Polsinger

In St. Michael wurde eine stark befahrene Verbindungsstraße für den Verkehr gesperrt. Das sagen Anrainer und „Durchfahrer“.

ST. MICHAEL. Das seit Mitte April geltende Fahrverbot für die Verbindungsstraße zwischen Hattendorf und der St. Michaeler Straße (die sogenannte „Milchstraße“) stößt den umliegenden Anrainern sauer auf. Nachdem Raimund Mostögl aus Schattentratten bereits eine Unterschriftenliste mit knapp 100 Unterschriften gegen das Fahrverbot vorlegte, in der zumindest eine Beschränkung des Verbotes auf die Nachtstunden gefordert wird, meldeten sich zahlreiche weitere Gegner der Maßnahme bei der Lavanttaler WOCHE.

Privatstraße für Privilegierte

Die Fragen, die alle bewegen: „Wie kann es sein, dass man einen öffentlichen Verkehrsweg per Fahrverbot quasi zu einer Privatstraße für einige wenige Privilegierte macht?“ Und: „Warum sollen jetzt wir den ganzen Verkehr abkriegen, der sich aufgrund des Fahrverbots den Weg durch den Ortskern von St. Michael bahnt?“

Erwachsene Kinder?

Das Argument, in der Straße würden viele Kinder wohnen, die man durch das Fahrverbot schützen wollte, will man nicht gelten lassen: „Die Häuser in der Straße stehen seit über 20 Jahren, die Kinder sind erwachsen“, schreibt ein Leser. Zudem gebe es zahlreiche andere Straßen, in denen wesentlich mehr Kinder wohnen würden, wo aber keine verkehrsberuhigenden Maßnahmen durchgeführt werden. Zum Beispiel in Pollheim, wo der Antrag auf eine Wohnstraße abgelehnt wurde. „Woanders ist es aber sehr wohl möglich, eine ganze Straße zu sperren. Warum gibt es kein gleiches Recht für alle?“, so die Reaktion eines Lesers.

Jedes Jahr mehr Autos

Nun hat sich auch einer jener Anrainer zu Wort gemeldet, die in besagter Straße leben und die für das Fahrverbot gekämpft haben. Klaus und Reginalda Benke leben seit über 20 Jahren in der „Milchstraße“ und sprechen laut eigenen Angaben für alle Anrainer der Straße. Klaus Benke meint: „Als wir vor über 20 Jahren hier unsere Häuser gebaut haben, gab es eine Verkehrsfrequenz von 200 bis 300 Autos pro Tag. Diese erhöhte sich mit den Jahren beständig auf bis zu 1.500 Autos pro Tag. Im Vorjahr gab es zwei Unfälle, einer davon mit Fahrerflucht und Sachbeschädigung, ein weiterer mit fünf schwer beschädigten Fahrzeugen.“

Wie viele Autos?

Der Grund, warum die angegebene Zahl der durchfahrenden Fahrzeuge stark schwankt – je nachdem, wen man fragt, ist von 600 bis 1.500 Autos pro Tag die Rede – liegt in der Art und Weise der Verkehrszählung. Die getätigte Zählung brachte ein Ergebnis von 630 Fahrzeugen pro Tag, wurde allerdings nur in eine Fahrtrichtung durchgeführt. Um ein Ergebnis für beide Richtungen zu erhalten, wurde diese Zahl verdoppelt.

Stoßzeiten

Ein Nachtfahrverbot wäre laut Benke sinnlos: „Der stärkste Verkehr herrscht morgens und abends, wenn die Leute zur Arbeit oder wieder nach Hause fahren. Für uns Anrainer ist das teilweise unerträglich, man kommt zu den Stoßzeiten kaum sicher aus der eigenen Einfahrt.“

Zu schnell, zu eng

Neben der reinen Anzahl der Autos gibt es weitere Risikofaktoren: „Die Straße ist unübersichtlich und eng. Zudem ist der Großteil der Autofahrer zu schnell unterwegs. Hätten wir nichts unternommen, wäre es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis hier Menschen zu Schaden gekommen wären.“

Verhärtete Fronten

Von Seiten der Stadtregierung ist man um Deeskalation bemüht: „Wir wollten den Anrainern etwas Gutes tun. Von dem Aufschrei, den die Sache nach sich gezogen hat, waren wir ehrlich gesagt überrascht“, sagt Bürgermeister Hannes Primus (SPÖ). Er kann sich durchaus auch eine andere Verkehrslösung vorstellen. „Aber für eine solche Kompromisslösung müssten natürlich beide Seiten einen Schritt zurück machen.“ Letzteres ist aufgrund der verhärteten Fronten allerdings nicht zu erwarten.

Zwickmühle

Straßenreferent Josef Steinkellner (ÖVP) hat indes bereits das Gespräch mit den Gegnern des Verbotes gesucht: „Es macht nicht den Anschein, dass es hier Kompromissbereitschaft gibt“, fasst er zusammen. „Als Entscheidungsträger ist man hier natürlich in der Zwickmühle, man kann es nie allen Recht machen.“

Nicht aus Jux

Vizebürgermeister Alexander Radl lebt in St. Michael und ist mit der Situation vertraut. "Der wichtigste Aspekt ist die Sicherheit der Anrainer. Wenn hier keine Gefährdung vorliegen würde, hätte die Behörde das Fahrverbot nicht durchgesetzt. Sie wird ja nicht aus Jux und Tollerei tätig." Für die Argumente der Gegenseite hat Radl durchaus Verständnis: "Mir ist auch bewusst, dass sich der Verkehr, der früher durch die 'Milchstraße' ging, nun auf die Hauptverkehrsroute verlagert. Aber dafür ist diese ja auch da. Der Weg durch die Siedlung wurde seit jeher als Abkürzung genutzt." Das Fahrverbot in der „Milchstraße“ wird voraussichtlich wohl bleiben.

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