Lavanttaler Fitnessstudios
Geht der Branche schon bald die Luft aus?

Gabi Kucher, Werner Kohler und Rainer Hofmeister (von links) fiebern der Eröffnung ihrer Studios schon entgegen.
  • Gabi Kucher, Werner Kohler und Rainer Hofmeister (von links) fiebern der Eröffnung ihrer Studios schon entgegen.
  • Foto: Privat/RMK
  • hochgeladen von Simone Koller

Seit fast einem halben Jahr ruht der Betrieb in den Fitnessstudios. Eine Öffnung wird sehnsüchtig erwartet.

WOLFSBERG. Seit 3. November sind die Türen der heimischen Fitnessstudios geschlossen: Betreiber haben mit vielen Herausforderungen zu kämpfen, Perspektiven und Planungssicherheit fehlen.

Realität ist zu akzeptieren

"Wir jammern nicht, das ist nun mal die Realität und mir fehlen mittlerweile einfach die Worte", fasst Gabriela Kucher, Branchensprecherin WKK-Fachgruppe der Freizeit- und Sportbetriebe, vom Fitnessclub Vital in St. Stefan zusammen. Seit geraumer Zeit wird versucht, dass Studios wieder öffnen dürfen: "Laut AGES gibt es auch keine nachweislichen Corona-Cluster in solchen Betrieben." Dennoch findet die Branche relativ wenig Gehör.

Soziale Kontakte und Sport

"Verlorene Kunden wieder aufzubauen braucht Zeit. Im ersten Lockdown überrollte uns eine Abo-Kündigungswelle, jetzt war es Gott sei Dank nicht mehr so schlimm", erzählt Kucher, die derzeit auf Online-Training setzt. Sie sieht in den Fitnessstudios einen wichtigen Ausgleich: "Bewegung und soziale Kontakte bleiben auf der Strecke. Training wäre für Gesundheit, Körper und Psyche enorm wichtig."

Lehrling während Lockdown

Die Situation ihrer Mitarbeiter lässt Kucher nicht kalt: "Ängste machen sich breit. Ich versuche mein Team zu beruhigen, da der Betrieb mit staatlichen Hilfen – die zwar nur schleppend eintrudeln – überleben wird." Einige Trainer mussten vorerst abgemeldet werden, andere sind geringfügig angestellt. Ein Lehrling, der im November die Ausbildung begonnen hat, konnte den normalen Betrieb noch nie miterleben.

Warum Fitnessstudios nicht öffnen dürfen

Hygiene-Konzepte bestehen

"Eine Aussicht auf die Öffnung ist nicht gegeben, das Licht am Ende des Tunnels fehlt", zieht Rainer Hofmeister von JK-Sports in Wolfsberg Bilanz. Für die Wiedereröffnung ist er gut gerüstet: "Konzepte bestehen noch vom Vorjahr, Hygiene wurde in unserer Branche auch vor Corona großgeschrieben." Mit seinen Kunden bleibt er über Workshops in Form von Zoom-Kursen in Kontakt, außerdem wurden Trainingsgeräte aus dem Studio auch an Kunden verliehen.

Branche ist gefordert

Er befindet sich in der glücklichen Lage, dass alle Geräte im Studio gekauft wurden und derzeit keine Leasing-Kosten anfallen. "Seit November fehlen die kompletten Einnahmen, die Krise bringt vermutlich eine ,Bereinigung‘ in unserer Branche", fügt Hofmeister hinzu.

Eigene Ersparnisse

Beim St. Stefaner Fitnessstudio Health Gym schaffen es die Geschäftsführer Werner Kohler und Doris Scherzer trotz der schwierigen Situation eine positive Grundhaltung zu bewahren. "Etwa die Hälfte der Betriebskosten werden über staatliche Förderungen abgedeckt", sagt Kohler. "Den Rest bezahlen wir aus unseren Ersparnissen."

Alternative Jobs

Die beiden angestellten Fitnesstrainer befinden sich in Kurzarbeit, Kohler selbst hält sich mit zusätzlichen Jobs über Wasser, unter anderem arbeitete er zwei Monate lang als Taxifahrer. Die Existenz des Fitnessstudios ist aber nicht gefährdet. Im Gegenteil: „Wir investieren sogar, unter anderem haben wir ausgemalt und neue Fernseher installiert", sagt Scherzer.

Perfektes Contact Tracing

Dass Studios geschlossen halten müssen, versteht Kohler nur bedingt: „Wir haben viel Platz. Durch unser Zutrittssystem können wir die Personenanzahl beschränken und wissen immer, wer wie lange und mit wem im Studio war. Nirgendwo sonst würde Contact Tracing besser funktionieren."

Könnt ihr die Schließung der Fitnessstudios nachvollziehen?

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