Wolfsberger LKH-Direktorin
Kein Verständnis für ungeimpfte Mitarbeiter

Sonja-Maria Tesar, medizinische Direktorin des LKH Wolfsberg
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Sonja-Maria Tesar, medizinische Direktorin des LKH Wolfsberg, spricht über die Impfpflicht für Gesundheitsberufe und erklärt, warum sie auch die allgemeine Impfpflicht befürwortet.

WOCHE LAVANTTAL: Frau Tesar, wie hat das Krankenhauspersonal auf die Ankündigung der Impfpflicht reagiert?
Sonja-Maria Tesar: Im Zuge unseres niederschwelligen Impfangebotes fällt auf, dass wir verstärkt Erstimpflinge ins Boot holen können, wenn auch schleppender als erwünscht. Die Durchimpfungsrate in der Kabeg liegt bei rund 83 Prozent, ist also im Vergleich zur Gesamtbevölkerung relativ hoch. Bei den Ungeimpften gibt es eine Gruppe, die verunsichert und ängstlich ist, denn in den Medien werden medizinische Sachverhalte breitgetreten, die für Nicht-Mediziner schwer zu erfassen sind. Nach wie vor gibt es aber auch Menschen, die bis heute nicht verstanden haben, dass wir uns in einer Pandemie befinden, und bei denen jede Diskussion hinfällig ist.

Bringen Sie Verständnis für ungeimpfte Krankenhausbedienstete auf?
Nein, denn ihr Verhalten ist höchst unsolidarisch. Die Ungeimpften können sich natürlich auch auf den Stationen durch infizierte, aber asymptomatische Mitarbeiter anstecken. Sie nehmen wissentlich in Kauf, in Quarantäne gehen zu müssen oder schwer krank zu werden. Daraus resultiert, dass die restliche Belegschaft durch diese Ausfälle in den sauren Apfel beißen muss. Das ist nicht einzusehen, und diejenigen sollten sich fragen: Wieso muss ich aufgrund meines Zustandes in Quarantäne und meine Kollegen müssen meine Dienste übernehmen? Das führt natürlich auch zu Spannungen innerhalb der Kollegschaft.

Rechnen Sie im Zuge der Impfpflicht mit Kündigungen?
Das kann ich nicht ausschließen. Kündigungen würden uns in einer so anspruchsvollen Zeit hart treffen, schließlich klagt der Gesundheitsbereich schon seit Längerem über einen Fachkräftemangel. Ich muss aber ganz klar sagen, dass jemand, der rein aus Impfskepsis kündigt, nicht auch noch durch den Sozialstaat finanziell aufgefangen werden sollte. Pfleger und Mediziner werden massiv gebraucht, jede Kündigung bedeutet einen noch größere Arbeitslast für die verbleidenden Kollegen. Da frage ich mich, wie jemand, der aufgrund irrationaler Impfängste aufhört, überhaupt noch in den Spiegel schauen kann.

Wie begegnen Sie solchen Impfskeptikern?
Mit der Faktenlage. Ich kenne alle Zahlen und weiß, dass in den Kabeg-Spittälern im Schnitt etwa 85 Prozent der Patienten auf den Intensivstationen ungeimpft sind. Länder mit sehr hohen Durchimpfungsraten wie Frankreich, Spanien oder Portugal zeigen, dass man die Pandemie mit der Impfung unter Kontrolle bringen kann. Für mich ist das ein klarer Beweis, dass die Impfung funktioniert und schützt.

Sie haben vorhin gemeint, die Durchimpfungsrate beim Kabeg-Personal liege bei rund 83 Prozent, jedoch hört man, dass auf einzelnen Stationen nicht einmal 60 Prozent der Bediensteten geimpft sein sollten.
Fakt ist, dass die Ärzteschaft fast lückenlos geimpft ist, in der Pflege fällt die Durchimpfungsrate leider wesentlich geringer aus, so kommt man auf den genannten Mittelwert von 83 Prozent.

Befürworten Sie die allgemeine Impfpflicht?
Ja, im Sinne der Verhinderung der Ausbreitung des Virus. Es ist eine rechtsphilosophische Frage: Überwiegt das Recht auf freie Entscheidung in Bezug auf die Impfung oder das Recht auf medizinische Versorgung für alle mit freien Zutrittsmöglichkeiten, wie wir sie in Österreich kennen? Bisher war es so, dass dem Recht auf freie Impfentscheidung mehr Gewicht zugesprochen wurde. Das hat sichmit der Ankündigung der
allgemeinen Impfpflicht geändert.

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