Starke Familie
„Man muss sein Leben weiterleben“

Sie halten fest zusammen: Harald Theuermann mit seinen Eltern Aloisia und Adalbert sowie Bruder Christian
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  • Sie halten fest zusammen: Harald Theuermann mit seinen Eltern Aloisia und Adalbert sowie Bruder Christian
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  • hochgeladen von Simone Koller

Was, wenn der eigene Sohn zum Pflegefall wird? Aloisia Theuermann aus Pölling hat das erlebt.

PÖLLING, WOLFSBERG. Nie wird Aloisia Theuermann jenen Tag im Jahr 2014 vergessen, der alles veränderte: „Ich war gerade beim Arzt, als mein Handy klingelte. Es war ein Anruf aus Deutschland, der mich darüber informierte, dass mein damals 29-jähriger Sohn Harald bei einem Autounfall schwer verletzt wurde und wahrscheinlich sterben würde.“

Geringe Überlebenschancen

Harald Theuermann war damals im Mastenbau tätig und arbeitete auswärts. Er war als lebenslustiger junger Mann bekannt und bereits Vater eines Sohnes. Bei dem Unfall gab es drei Tote, nur Harald überlebte mit schwersten Kopfverletzungen. „Lange stand nicht fest, ob er überleben würde“, erinnert sich seine Mutter Aloisia heute. „Immer wieder schwebte er in Lebensgefahr, immer wieder gab es Operationen. Die Ärzte hatten ihn eigentlich schon abgeschrieben.“

Von Bayreuth nach Wien

Für Aloisia war das nicht der erste Schicksalsschlag in ihrem Leben, verlor sie doch bereits zwei ihrer acht Geschwister bei Arbeitsunfällen. Aufgegeben hat sie aber nie: „Ich wusste immer, dass Harald nicht sterben würde.“ Vier Monate musste Harald im Krankenhaus Bayreuth bleiben, wobei ihn seine Eltern Aloisia und Adalbert so oft wie möglich besuchten. Danach wurde er nach Wien überstellt und kam schließlich ins Pflegeheim Wolfsberg.

Kleine Fortschritte

Eigentlich war geplant, Harald zurück in sein Elternhaus nach Pölling zu holen. Aloisia und ihr Mann hatte sogar schon mit dem Umbau des Hauses begonnen. „Aber dann dachte ich mir: Wenn Harald hier am Berg plötzlich medizinische Hilfe brauchen würde, würde es lange dauern, bis die Rettung hier wäre. Also haben wir für ihn eine Wohnung in der Wolfsberger Innenstadt gekauft.“ Obwohl Harald eine 24-Stunden-Betreuung zur Verfügung hat, besucht ihn seine Mutter jeden Tag für mehrere Stunden, schiebt den Rollstohl beim Spazierengehen oder verabreicht ihrem Sohn das Essen. Selbst kleinste Fortschritte, zum Beispiel ein Lächeln oder ein aufgeweckter Blick, entgehen ihr nicht: „Haralds Zustand hat sich stark gebessert“, ist sich Aloisia sicher.

Zusammenhalt

„Viele Menschen fragen mich, wie man trotz allem so positiv bleiben kann“, erzählt Aloisia. „Eine große Rolle spielt die Art, wie ich aufgewachsen bin. Meine Eltern haben mir in meiner Heimat Tirol eine wunderschöne Kindheit in der Großfamilie ermöglicht. Da lernt man, was Zusammenhalt heißt.“ Viel Kraft geben ihr auch ihre beiden anderen Kinder Christian und Karolina sowie die drei Enkelkinder.

Sich nicht zurückziehen

Für all jene, die ebenfalls schwere Schläge des Schicksals erleiden mussten, hat Aloisia einen guten Rat: „Man darf sich nicht mit der Frage quälen: Warum gerade ich? Man muss diese Last tragen und versuchen, mit ihr fertig zu werden.“ Auch scheinbar nebensächliche Dinge können dabei helfen. Im Falle von Aloisia ist das ihre mittlerweile 16-jährige Tätigkeit als Tupperware-Beraterin, die ihr immer ein Stückchen Normalität ermöglichte und durch die sie unter Leute kommt: „Es ist wichtig, sich nicht in seine Höhle zurückzuziehen und sein Leben trotz allem weiterzuleben.“

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