Wahlkampf in Wolfsberg
Die Sache mit dem Frauenanteil

Wie wichtig ist der Frauenanteil in politischen Fraktionen und sollte man damit überhaupt um die Gunst der Wähler werben? Daran scheiden sich die Geister.
  • Wie wichtig ist der Frauenanteil in politischen Fraktionen und sollte man damit überhaupt um die Gunst der Wähler werben? Daran scheiden sich die Geister.
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  • hochgeladen von Daniel Polsinger

Kurios: Fast alle Parteien in der Bezirkshauptstadt werben mit ihrem hohen Frauenanteil.

1919 zogen in Österreich erstmals Frauen ins Parlament ein. Heute, 102 Jahre später, scheinen Frauen in der Politik noch immer ein so außergewöhnliches Phänomen zu sein, dass sich im Wolfsberger Gemeinderatswahlkampf gleich vier der fünf antretenden Listen dazu entschieden haben, in Presseaussendungen beziehungsweise Social Media dezidiert auf ihren relativ hohen Frauenanteil hinzuweisen. Lediglich die das "Team Wolfsberg", das mit einer Frau auf einen 25-prozentigen Frauenanteil kommt, verzichtet darauf. „Ich bin froh, dass der Frauenanteil bei diesen Wahlen hoch ist. Aber wenn man aktiv damit wirbt, macht man etwas, das eigentlich selbstverständlich sein sollte, zu etwas Besonderem“, so Thomas Auer.

Umfrage durchgeführt

Seitens der FPÖ Wolfsberg (Frauenanteil 46 Prozent) möchte man dem Wunsch der Bevölkerung nachkommen: „Wir haben eine interne Meinungsumfrage in Wolfsberg gestartet. Dabei wurde der Wunsch deutlich, mehr Frauen in der Gemeindepolitik zu haben. Gründe waren etwa, dass man Frauen weniger Freunderlwirtschaft und Korruption zutraut“, so Spitzenkandidatin Isabella Theuermann. Um die Erfüllung dieses Wunsches publik zu machen, habe man sich dazu entschieden, den Frauenanteil öffentlich darzustellen.

Mehr Frauen erwünscht

Bei der ÖVP Wolfsberg (Frauenanteil circa 30 Prozent) würde sich Spitzenkandidat Josef Steinkellner mehr Frauen wünschen: „Ich habe eine 50-50-Quote angestrebt. Eigentlich müssten Frauen in der Politik so selbstverständlich sein, dass man gar nicht mehr darauf hinweisen muss. Die Idee für unser Frauenpower-Bild auf Facebook kam allerdings von unseren weiblich besetzten Listenplätzen selbst.“ Steinkellner hofft, damit mehr Frauen zu animieren in die Politik einzusteigen. „Man muss aber leider sagen, dass bei vielen der klassischen Frauenthemen die Zuständigkeiten an Bund und Land fallen.“

Politik vorleben

Bei den Grünen (Frauenanteil circa 50 Prozent) hält es Spitzenkandidatin Susanne Dohr für wichtig, eine ausgewogene Liste zu haben. „Nur wenn viele Berufsgruppen, Altersschichten, Frauen und Männer vertreten sind, kann klargestellt werden, dass wir die Interessen der gesamten Bevölkerung vertreten.“ Mit der verstärkten öffentlichen Darstellung des hohen Frauenanteils möchte sie weitere Frauen anregen, sich für Politik zu engagieren. „Wenn politisch aktive Frauen anderen vorleben, dass die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Politik möglich ist, wird die Parität irgendwann hoffentlich auch in den männerdominierten anderen Parteien selbstverständlich sein.“

Gut für Wolfsberg

Der generellen Parteilinie, vordere Listenplätze im „Reissverschluss-System“ abwechselnd mit Männern und Frauen zu besetzen, folgt auch die SPÖ Wolfsberg (Frauanteil rund 34 Prozent). So will man ein Gesamtbild der Bevölkerung widerspiegeln. „Wir haben viele sehr qualifizierte Frauen im Team, die ihre Berufserfahrung gerne auch in wichtige Bereiche der Kommunalpolitik einbringen wollen“, sagt Spitzenkandidat Hannes Primus. „Diese Tatsache verdient es wohl, unterstrichen zu werden, da es ganz einfach gut für Wolfsberg ist.“

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