Ethikunterricht für alle

Die Religionslehrer Christian Smolle (BORG Wolfsberg), Jenny Aschmann (HTL Wolfsberg) und Marie-Christine Prevorcic (HAK und HLW Wolfsberg)
  • Die Religionslehrer Christian Smolle (BORG Wolfsberg), Jenny Aschmann (HTL Wolfsberg) und Marie-Christine Prevorcic (HAK und HLW Wolfsberg)


  • Foto: RMK/KK
  • hochgeladen von Daniel Polsinger

Ab dem Schuljahr 2021/22 wird ab der neunten Schulstufe das Pflichtfach Ethik eingeführt. Wir haben uns bei Religionslehrern im Bundesschulzentrum Wolfsberg umgehört.

All jene Schüler von AHS und BMHS, die keinen Religionsunterricht besuchen, sollen ab Herbst 2021 verpflichtend im neuen Schulfach Ethik unterrichtet werden. Beginnen will man zunächst mit der neunten Schulstufe, danach soll das Unterrichtsfach auch auf die weiteren Stufen ausgeweitet werden. Der „Endausbau“ soll mit dem Schuljahr 2025/26 erfolgen. Die Religionslehrer im Bundesschulzentrum Wolfsberg stehen dem Ethikunterricht mehrheitlich positiv gegenüber. „Ich glaube, er ist eine Chance für den konfessionellen Religionsunterricht“, sagt Marie-Christine Prevorcic, Religionslehrerin an der HAK und HLW. „Für Religionslehrerinnen und -lehrer kann die Einführung des Ethikunterrichts einen Mehrwert darstellen, es können sich ein kollegialer Austausch und neue Kooperationen ergeben.“ Prevorcic, die auch ein Ethikstudium verfolgt, hält es für wichtig, dass beide Fächer – Ethik- und Religionsunterricht – nicht spalten, sondern ein gemeinsames Ziel verfolgen, nämlich ein friedvolles Miteinander zu vermitteln. „Für Schüler und Schülerinnen ist eine Orientierungshilfe für ihre Lebensgestaltung wichtig, sei sollen zu fundierten Auseinandersetzungen mit den Grundfragen des Lebens angeleitet werden. Selbst-Denken und autonome Urteilsfähigkeit sollten in beiden Fächern gefördert werden.“

Gesellschaftliche Fragen
Ähnlicher Ansicht ist Jenny Aschmann, Religionslehrerin an der HTL Wolfsberg: „Die Herausforderungen der Gesellschaft werfen offene Fragen auf, hier kann der Ethikunterricht positive Zeichen setzen. Ich verstehe den Ethikunterricht nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung, als Orientierungshilfe für Teenager. Jugendliche zu einer selbstständigen Reflexion anzuleiten und vielleicht auch zu einer positiven Lebensgestaltung beizutragen, ist ja unser gemeinsames Ziel.“ Als Hauptunterschied sieht sie die Herangehensweise der beiden Fächer Ethik und Religion: „In Religion sind wir Lehrer oft genauso Glaubende und Suchende wie die Schüler, also auch auf Augenhöhe mit ihnen. Die Grundfragen des Lebens, Religiosität, Spiritualität und Gesellschaftsfragen sind immer da und bedürfen möglicher Antworten.“

Religion fasziniert
Christian Smolle, Religionslehrer am BORG Wolfsberg sieht es positiv, dass von staatlicher Seite Geld für das Thema Ethik in die Hand genommen wird, gibt allerdings zu bedenken, dass die Ethik nicht auf ein Schulfach reduziert werden sollte: „Ethische Fragen werden im Idealfall in allen Gegenständen behandelt, angefangen vom künstlerischen Bereich bis hin zu den Naturwissenschaften.“ Als Konkurrenz sieht er das neue Fach nicht, denn „der Religionsunterricht geht weit über die Ethik hinaus und hat andere Aufgaben, zum Beispiel das Vermitteln einer Fest- und Feiertagskultur und der Botschaft der Nächstenliebe Jesu für uns Menschen, aber auch das Geben von konkreten Antworten in schwierigen Lebenssituationen – Stichwort Tod und Sterben.“ Dass es im BORG zu signifikant mehr Abmeldungen vom Religionsunterricht kommen wird, glaubt Smolle nicht: „Religion fasziniert die Jugendlichen. Über 90 % besuchen den Religionsunterricht, darunter sogar einige Konfessionslose. Viele davon maturieren sogar in Religion.“

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